Von Naturschützer beobachtet

Eschwege: Naturschützer entdeckt seltenen Käfer – „Eine Sensation“

Im Botanischen Garten entdeckt: Der zinnoberrote Schnellkäfer ist sehr selten. Rainer Olßok beobachtete ihn kürzlich.
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Im Botanischen Garten entdeckt: Der zinnoberrote Schnellkäfer ist sehr selten. Rainer Olßok beobachtete ihn kürzlich.

Bei Arbeiten im Botanischen Garten in Eschwege macht Rainer Olßok eine besondere – und extrem seltene Entdeckung.

Eschwege – Naturschützer Rainer Olßok hat kürzlich eine seltene Entdeckung gemacht. Bei Arbeiten im Botanischen Garten in Eschwege begegnete ihm der zinnoberrote Schnellkäfer. „Für mich als Naturschützer ist das eine Sensation. Denn die Käfer sind in Deutschland extrem selten“, sagt Olßok.

Aktuell bereitet Olßok die vorhandenen Flächen im Kräutergärtchen vor, um sie in vier Blühflächen für Insekten zu verwandeln. Dort sollen im kommenden Jahr Nektar- und Pollenpflanzen ausgesät werden, die vielen Insekten Nahrung bieten. Und beim Entfernen der alten Beeteinfassung passierte es dann – in einem toten Holzstück im Erdreich krabbelte der zinnoberrote Schnellkäfer. „Meine Beobachtung mit Foto schickte ich zur weiteren Bestimmung noch mal an einen Biologen der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz.“ Dort wurde Olßoks Vermutung dann auch bestätigt.

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Das Besondere an dem Käfer: Am Bauch hat er eine Vertiefung – Hat er Angst, stellt er sich tot, indem er sich auf den Rücken legt und seinen Kopf in die Vertiefung drückt. Außerdem ist der Schnellkäfer für sein plötzliches Hochschnellen bekannt – daher kommt auch sein Name. In der Vertiefung gibt es einen Fortsatz, eine Art Verlängerung. Diesen kann der Käfer mit seiner Muskelkraft aktivieren und sich in die Luft katapultieren.

„Meine Beobachtung ist ein Beweis für die ökologische Wichtigkeit von Totholz“, sagt Olßok. Für viele Käferarten sei das abgestorbene Holz ein Lebensraum. So werden die Larven des Schnellkäfers im Totholz abgelegt. Bis zur vollständigen Entwicklung brauchen sie laut Olßok etwa zwei bis drei Jahre. Zu oft würde das tote Holz in Gärten und Parks entsorgt. (Julia Stüber)

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