„Wir sind laut, weil man uns beklaut“

Bürgerinitiative gegen Logistikgebiet demonstriert in Eschwege

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Es waren nicht die angekündigten 60 Traktoren, mit denen die BI aus Neu-Eichenberg in Eschwege gegen das geplante Logistikzentrum demonstrierte, aber auch die insgesamt 14 an der Zahl erzielten Wirkung. 

„Wer den Acker nicht ehrt, ist des Wählers Stimme nicht wert.“ „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns den Acker klaut.“ „Alle sprechen vom Klimawandel – Sie beschleunigen ihn, danke Dietz AG!“ 

„Logistikgebiet, bleib uns vom Acker.“ Mit diesen lautstark verkündeten Parolen, die auch noch mit Transparenten an den Traktoren in Wort und Schrift auf das Anliegen der Bürgerinitiative „Für ein lebenswertes Neu-Eichenberg“ hingewiesen haben, zogen die Demonstranten am Samstag vom Eschweger Bahnhof durch die Innenstadt zum Schlossplatz, direkt vor die „Haustür“ des Landrates, zur Schlusskundgebung.

Auch der heftige Regen konnte die rund 100 Demonstranten, die von 14 Treckern und einem Lautsprecherwagen unterstützt wurden, nicht aufhalten. Am Ziel wartete bereits Jochen Kramer vom BUND-Landesverband Hessen, der eigens aus Frankfurt angereist ist. Er appellierte an die Gemeinde Neu-Eichenberg, den Landkreis Werra-Meißner und die Umweltministerin Priska Hinz (Grüne), gemeinsam Alternativen in der nordhessischen Ökomodellregion zu entwickeln. Wörtlich: „80 Hektar besten Ackerbodens für den Bau eines Logistikzentrums zu zerstören, ist angesichts der Auswirkungen des Klimawandels und des Artensterbens unverantwortlich.“

Das Schlusswort gehörte Dr. Christoph Schade vom Arbeitskreis Wirtschaft in der BI: „Wir hatten Kontakt mit einem der größten Dax-Unternehmen in Deutschland und dort erfahren, dass der Standort nicht der Nachhaltigkeit entspricht. Und wenn die Hallen stehen, werden sie von Chinesen angemietet, die ihren Wohlstandsmüll verschieben“, machte Schade deutlich, dass es im Logistikbereich schon jetzt 800 offene Stellen im und rund um den Kreis gebe. „Allein der Werra-Meißner-Kreis zählt 280 an der Zahl. Zuletzt konnten viele heimische Unternehmen wegen fehlender Fachkräfte ihre Frachtaufträge gar nicht bewältigen. Was wollen wir dann mit 2000 weiteren Stellen? Diese hohe Anzahl an Arbeitsplätzen ist für mich ohnehin utopisch und niemals zu erreichen, zumal der Bundesverband für die Logistik von einem drittklassigen Standort spricht, der besten Ackerboden vernichten würde“, hat Schade noch ein weiteres schweres Geschütz aufgefahren: „Wenn ein Privatunternehmer auf das Eigentum Dritter spekulieren würde, dann müsste der sich wegen Veruntreuung vor Gericht erklären.“

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