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Busfahrer Werner Kirchberg fuhr bislang 70-mal rund um den Erdball

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Hier fühlt er sich wohl: Hinterm Lenkrad des Premiumbusses seines Arbeitgebers Frölich-Reisen chauffiert Werner Kirchberg seine Gäste durch ganz Europa. „Ich liebe das Busfahren“, sagt er.
Hier fühlt er sich wohl: Hinterm Lenkrad des Premiumbusses seines Arbeitgebers Frölich-Reisen chauffiert Werner Kirchberg seine Gäste durch ganz Europa. „Ich liebe das Busfahren“, sagt er. © Siegfried Furchert

Busfahrer Werner Kirchberg fuhr in 37 Jahren fast drei Millionen Kilometer durch ganz Europa. Das entspricht 70 Umrundungen des Erdballs.

Eschwege – Die Zahl ist nur geschätzt, beeindruckt aber dennoch: Fast drei Millionen Kilometer hat Werner Kirchberg in seinen Bussen zurückgelegt – alleine bei seinem langjährigen Arbeitgeber Frölich-Reisen aus Hessisch Lichtenau. Das entspricht 70 Umrundungen des Erdballs. Ans Aufhören denkt der beliebte Chauffeur längst noch nicht. „Solange ich darf und sie mich brauchen, fahre ich weiter“, sagt Kirchberg, der mit seiner Frau als Reisebegleiterin der Fahrten schon ganz Europa gesehen hat.

Mit Werner Kirchberg ins Gespräch zu kommen, ist leicht. Im ersten Moment glaubt man dann, sich verhört zu haben. Nach der Dauer seiner Busfahrer-Tätigkeit befragt, antwortet Kirchberg, immer lächelnd: „Ich fahre seit 37 Jahren Busse.“ Ab 1987 war er zwei Jahre zunächst in Eschwege und Umgebung eingesetzt, und seit 1989, also seit 35 Jahren, für Frölich-Reisen. „Ohne einen schweren Unfall zu haben.“ Inzwischen lenkt Kirchberg einen der Premiumbusse des Unternehmens, die in Nordhessen einzigartig sind. „Die wollen sogar andere Busfahrer besichtigen.“

Bernd Frölich hat Werner Kirchberg selbst in das Unternehmen geholt. „Wir sind stolz darauf, einen Fahrer wie Werner Kirchberg zu beschäftigen“, sagt Unternehmer Bernd Frölich. „In unserer Fahrergarde ist er seit vielen Jahren eine außergewöhnliche Person. Unserem Unternehmen und den Menschen gegenüber immer sehr loyal eingestellt, hat er sich in 35 Jahren viele Verdienste erworben. Egal, welche Aufgabe man ihm überträgt, von Werner kommt viel an Einsatz zurück.“ Kirchberg sei universell einsetzbar. Seit 1989 sitzt er am Steuer von Linien- und Schulbussen von Kassel bis Eschwege, steuerte 2013 als einer der Ersten auch einen der Flix-Busse.

Die Fahrgäste schätzen Werner Kirchberg als Menschen, der sein Herz auf der Zunge trägt. Um einen kessen Spruch ist er nie verlegen, sagt seine Meinung, bleibt dabei freundlich und konsequent, auch in einer lebhaften Diskussion.

Seine Jugend verbrachte der 63-Jährige, der erst später den Namen seiner Frau annahm, in der Kreisstadt, wo „ich mir auch als Austräger der Werra-Rundschau ein Taschengeld verdiente“. 1975 wechselte er zum Eschweger Bundesgrenzschutz, „wo ich den Bus-Führerschein erworben und meine Leidenschaft zum Fahren mit diesen Fahrzeugen entdeckt habe“.

Aber auch sportlich war Werner Krug-Kirchberg in dieser Zeit in Eschwege aktiv: „Ich habe ab 1975 nach dem TSV Grebendorf zusammen mit Uli Faber, Friedhelm Führer und Thomas Stier beim Eschweger TSV Handball gespielt, woran ich mich noch gut erinnere“. Ältere Handballer erinnern sich aber auch daran, dass Krug mit dem neu erworbenen Bus-Führerschein die Handballer zu vielen ihrer Auswärtsspielen kutschierte.

Ab 1985, nach der BGS-Dienstzeit, verdiente sich Kirchberg seine Brötchen als Busfahrer bei Firmen in Eschwege und Umgebung, zog 1987 der Liebe wegen nach Hessisch Lichtenau, heiratete, gründete eine Familie, nahm den Namen seiner Frau an. 1989 dann der Eintritt in die Firma Frölich und der Start in einen neuen Lebensabschnitt.

In den 35 Jahren als Fahrer hat Werner Kirchberg die Gäste durch ganz Europa, von Nord bis Süd, vom Nordkap bis nach Spanien, Portugal und Italien transportiert. Kirchberg erinnert sich auch noch an viele Reisen vor dem Mauerfall in die DDR und nach Polen. Eine Reise vergisst er nie: „Meine erste Fahrt 1990 zum Nordcap. Damals noch ohne Reisebegleitung war ich drei Wochen lang auch für die Organisation verantwortlich. Das hat mich gefordert – aber es ist alles gut gegangen“.

Sind ein eingespieltes Team: Werner Kirchberg und seine Frau und Reisebegleiterin Bärbel Hupfeld.
Sind ein eingespieltes Team: Werner Kirchberg und Reisebegleiterin Bärbel Hupfeld. © Furchert, Siegfried

Seit 16 Jahren hat er mit Bärbel Hupfeld Unterstützung an seiner Seite. Die beiden sind „ein starkes Team“, wie es Werner Kirchberg sieht. Nach einigen Jahren in Frölichs Büro wechselte die 1959 in Eschwege geborene Bärbel Hupfeld vom Schreibtisch als Reisebegleiterin in Werner Kirchbergs Busse, der des Lobes voll ist: „Bärbel ist so etwas wie die gute Seele einer Busreise.“ Sie gibt sich bei der Betreuung der Gäste große Mühe, die sich immer wohlfühlen sollen. Chef Bernd Frölich stimmt zu: „Bärbel Hupfeld ist glücklich, wenn sie die Fahrgäste betuddeln und bedienen kann.“ Bärbel Hupfeld nahm das Angebot zum Rollentausch bei Frölich an, „weil ich gern mit Menschen arbeite und mit ihnen zusammen bin“. Ihre neuen und vielseitigen Aufgaben als Reisebegleiterin gefallen ihr sehr gut, „denn Werner und ich sind ein tolles Team.“

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