Inklusion

Werra-Meißner: Corona wirft Inklusion zurück: Mehr Menschen mit Behinderung sind arbeitslos

Bundesagentur für Arbeit
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Im ersten Jahr der Pandemie erlitt die Inklusion auf dem Arbeitsmarkt einen massiven Rückschlag.

Die Coronapandemie hat bei der Inklusion auf dem Arbeitsmarkt für einen Rückschlag gesorgt. Im Vergleich sind in diesem Jahr mehr Menschen mit Behinderung arbeitslos

Werra-Meißner – Die Coronapandemie hat die Fortschritte bei der Inklusion auf dem Arbeitsmarkt zunichtegemacht. Im Vergleich zu vergangenen Jahren sind in diesem Jahr mehr Menschen mit Behinderung arbeitslos. Das betrifft sowohl das gesamte Bundesland Hessen als auch den Bezirk Nordhessen der Agentur für Arbeit. Diesen Trend haben sowohl die Aktion Mensch als auch die Agentur für Arbeit ausgemacht.

7,4 Prozent oder 1248 Jobsuchende der im Oktober im Agenturbezirk Kassel gemeldeten Arbeitslosen waren Schwerbehinderte. Das sind sechs Prozent mehr als ein Jahr zuvor, während sich gleichzeitig die Arbeitslosenzahl binnen Jahresfrist verringert habe. „Die Statistik zeigt, dass die Chancen für Schwerbehinderte auf dem ersten Arbeitsmarkt in den vergangenen Monaten leider weiter gesunken sind“, bedauert Agenturchef Detlef Hesse. Vorbehalte gegenüber dieser Personengruppe hätten sich in der anhaltenden Krisenlage möglicherweise eher verstärkt als verringert.

Zwei, die diesem Trend entgegenwirken und Menschen mit Behinderung am ersten Arbeitsmarkt etablieren wollen, sind die Werraland Lebenswelten und der Verein Aufwind aus dem Kreis. Werraland beschäftigt über ihr Tochterunternehmen WeBeG 31 Menschen mit Schwerbehinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt. Die WeBeG ist einer von 900 Inklusionsbetrieben in Deutschland, die einen besonderen sozialen Auftrag erfüllen. Mindestens 30 Prozent ihrer Arbeitsplätze sind mit schwerbehinderten Menschen zu besetzen. Bei Aufwind ist die Stellenwert GmbH dafür zuständig, sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für Behinderte zu schaffen. Sie betreiben sieben kleine Supermärkte, in denen Menschen aus ihren Werkstätten beschäftigt werden.

„Wenn es unsere Werkstätten für behinderte Menschen nicht geben würde, fallen die dort Beschäftigten in die Statistik der Arbeitsagentur“, sagt Georg Forchmann, Vorstand der Werraland Lebenswelten. Das Bewusstsein von Unternehmen müsse sich dahin ändern, dass die Einstellung eines behinderten Menschen ein Unternehmen positiv verändere. Foto: lars winter » SEITE 2

Von Tobias Stück

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