THW Eschwege

THW Eschwege hilft seit sechs Wochen ununterbrochen im Hochwassergebiet

Zeichen der Hoffnung im Chaos: Seit sechs Wochen sind mehr als 50 Ehrenamtliche des THW Eschwege im Ahrtal im Einsatz. Rund 60 bis 70 Prozent der nötigsten Arbeiten seien bisher erledigt. 
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Zeichen der Hoffnung im Chaos: Seit sechs Wochen sind mehr als 50 Ehrenamtliche des THW Eschwege im Ahrtal im Einsatz. Rund 60 bis 70 Prozent der nötigsten Arbeiten seien bisher erledigt. 

Es sind die kleinen Gesten, die große Wirkung hinterlassen, sagen die Helfer des THW Eschwege, die nun seit sechs Wochen vor Ort in Ahrweiler den Flutopfern helfen.

Eschwege/Ahrweiler – Es sind die kleinen Gesten, die große Wirkung hinterlassen. Ein aufgemaltes „Danke“ auf dem Anhänger, ein paar Süßigkeiten in den Radlader reingereicht oder das ältere Ehepaar, das jeden Tag durch Kordel (Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz) zieht, um die vielen Helfer mit selbst gebackenem Kuchen zu erfreuen. „Uns erreicht hier eine unendliche Dankbarkeit“, sagt Timo Sippel, stellvertretender Ortsbeauftragter des Technischen Hilfswerks (THW) Eschwege.

Die Dankbarkeit der Vor-Ort-Bevölkerung ist der größte Lohn, der die ehrenamtlichen Einsatzkräfte erreicht. Seit dem 15. Juli, also seit fast genau sechs Wochen, sind die Mitglieder des THW Eschwege jetzt vor Ort im Einsatz. „Das Gefühl, wirklich helfen zu können, gleicht viele Strapazen aus“, sagt Sippel. Er verschweigt aber auch nicht, dass einige der Ehrenamtlichen nach 43 Einsatztagen an ihre Belastungsgrenzen kommen. Daher gibt es für die Helfer Unterstützung. Denn teilweise gibt es wirkliche Schicksale zu verarbeiten. Die Fachgruppe Räumen beispielsweise ist an vorderster Front eingesetzt. „Manchmal räumen die Kollegen mit Radlader und Kipper das materielle Leben einer ganzen Familie weg“, berichtet Sippel. Das stecke man nicht einfach so weg.

Zeichen der Dankbarkeit: Immer wieder erreichen die Helfer kleine Aufmerksamkeiten von Betroffenen vor Ort.

54 Männer und Frauen des THW Eschwege waren bislang im Krisengebiet. 6000 Einsatzstunden sind in diesen sechs Wochen zusammengekommen. Die Freiwillige Feuerwehr der Kreisstadt Eschwege hat das THW beim Personaltausch unterstützt und die Einsatzkräfte transportiert. Neben den Räumarbeiten, bei denen sich die Eschweger die Fahrzeuge im Schichtwechsel mit dem THW Bad Hersfeld teilen, übernimmt das THW Eschwege die Einsatzleitung im Krisengebiet. Vor Ort überblicken sie die Einsatzlage, teilen Personal ein, lösen Probleme. „Wir sind dann quasi das Mädchen für alles“, sagt Sippel. 28 Eschweger aus der Fachgruppe Führung waren in Rheinland-Pfalz schon im Einsatz.

Ein Ende der Hilfsmaßnahmen ist noch nicht in Sicht. Wohl bis Ende September ist das THW Eschwege noch vor Ort. „Wir haben etwa 60 bis 70 Prozent der Arbeit, die nötig ist, um später wieder eine Infrastruktur aufzubauen, geschafft“, sagt Sippel. Die Extremlage werde wohl noch bis Oktober anhalten.

Sippel möchte im Namen des THW Eschwege die Gelegenheit nutzen, um Dank loszuwerden: an die Familie, die Arbeitgeber und die Kollegen, die die liegen gebliebene Arbeit der Helfer übernahmen. „Ohne deren Verständnis ginge es nicht.“ Wer das THW Eschwege unterstützen möchte, kann sich unter ov-eschwege@thw.de melden.

Von Tobias Stück

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