Holzige Biomasse

Der Biomasse fehlt das Holz: Nur Teil aus Modellprojekt geeignet für Energiegewinnung

Spätestens im Januar sollen die Impfungen beginnen.
+
Europas Energiewende wird maßgeblich durch das Verfeuern von Holz, Abfällen und Biokraftstoffen angetrieben. (Symbolbild)

Nur etwa die Hälfte bis maximal zwei Drittel der sogenannten holzigen Biomasse aus dem gleichnamigen Modellprojekt des Landkreises fließt bislang in die Energie- und Wärmegewinnung.

Werra-Meißner – Von den nach Angaben des Kreises im Herbst vorigen Jahres gesammelten 266 Tonnen Baum- und Strauchschnitt konnte nur ein Teil seiner eigentlichen Bestimmung – der Energiegewinnung – zugeführt werden. Das Sammelgut vom Frühjahr und Herbst dieses Jahres ist bisher noch nicht verarbeitet.

„Die energetische Verwertung ist schwierig“, sagt Friedel Junghans, Vorsitzender des Abfallzweckverbandes (AZV) des Kreises, dem alle Kommunen außer den Städten Eschwege, Witzenhausen und Sontra angehören. Grund dafür, dass anderes, als im Projekt Modellprojekt „Holzige Biomasse“ ursprünglich konzipiert, sei die schlechte Qualität des gesammelten Materials. Der Anteil des Holzes, das thermisch verwertet werden kann, sei zu gering. Und nur wenige Heizkraftwerke wie das der Firma Braun-Melsungen könnten auch schlechtere Qualität nutzen. Zudem sei der Holzmarkt aktuell so übersättigt, dass auch auf Holzverwertung ausgerichtete Kraftwerke derzeit kaum Bedarf haben.

Uwe Roth, Geschäftsführer des Bodenverbandes, dessen Verband als Dienstleister für den AZV das Schnittgut sammelt, schreddert und in die Verwertungskreisläufe bringt, bestätigt, dass maximal zwei Drittel des Materials als holzige Biomasse brauchbar ist. Der Rest, der einen hohen Anteil an Grünstoffen habe, werde kompostiert. Roth geht davon aus, dass sich das Verhältnis zwischen holziger Biomasse und Grüngutkompost bei zirka 50:50 Prozent einpendeln werde.

Für den Kompost gäbe es eine hohe Nachfrage vor allem von biolandwirtschaftlichen Ackerbaubetrieben, die den Stoff als Dünger verwenden wollen – zumal der den Qualitätsanforderungen der Bioabfallverordnung entspricht. „Hier haben wir einen reißenden Absatz“, sagt Roth. Denn zur Düngung brauche es etwas vier Tonnen an Kompost pro Hektar. „Die Biobauern sind sehr interessiert.“ Foto: wolfhard austen/NH » SEITE 2

Von Stefanie Salzmann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.