Landesprogramm

Ein Haus für die Familien: Stadt plant mit Fördergeld Eschwege-Haus

So könnte es aussehen: Angedacht in ein vierstöckiger Neubau mit Dachterrasse, der sich der Fachwerkkulisse der Innenstadt anpasst. Repro: Wolfgang Conrad
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So könnte es aussehen: Angedacht in ein vierstöckiger Neubau mit Dachterrasse, der sich der Fachwerkkulisse der Innenstadt anpasst. Repro: Wolfgang Conrad

Aus dem Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“ profitiert die Kreisstadt Eschwege doppelt. Sie hat den mit einer halben Million Euro dotierten dritten Platz gewonnen.

Eschwege – Aus dem Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“ profitiert die Kreisstadt Eschwege doppelt. Sie hat auch den mit einer halben Million Euro dotierten dritten Platz des Kommunalpreises gewonnen. Mit dem Geld soll die Idee des „Eschwege-Hauses“ in Angriff genommen werden: ein transparentes, öffentliches Gebäude in einer 1-a-Lage in der Innenstadt, das sowohl eine soziale Funktion hat als auch Start-Ups oder Co-Working-Ideen Raum gibt.

Äußeres

Die Idee wurde im Auftrag der Projektentwicklungsgesellschaft von Cross-Architecture in Aachen ausgearbeitet. Die Idee ist, ein Gebäude in einer Baulücke nahe der Schlossgalerie zu errichten, das Fachwerk- und Holzelemente enthält, durch viel Glas aber transparent und einladend wirkt. Das vierstöckige Gebäude soll Nachhaltigkeit ausstrahlen und wird oben von einem Dachgarten abgeschlossen, der als grüne Fuge bezeichnet wird, die entlang der Fassade vertikal nach unten führt. Das Stadtklima würde positiv beeinflusst werden.

Inneres

Im Inneren soll sich ein „Reallabor für soziale Innovationen“ ansiedeln, wie es im Antragstext abstrakt beschrieben wird. Wirtschaftsförderer Wolfgang Conrad erklärt die Idee hinter dem Fachbegriff: „Es soll ein Haus als Inspirationsquelle für Jugend, Familie, urbane Start-Ups oder Sozialunternehmen werden.“ Kultureinrichtungen könnten hier einziehen, soziale Dienstleistungen angeboten werden, das Familienbüro der Stadt ein Platz finden, und eine Eventfläche entstehen. Denkbar sind auch, die Stadtbibliothek oder ein Jugendcafé hier unterzubringen.

Konzept

Wichtig sei, durch das Haus die Besucherfrequenz in der Innenstadt zu erhöhen, sagt Conrad. Durch das Eschwege-Haus, das sich insbesondere an Familien und junge Menschen wenden soll, soll außerdem die Aufenthaltsqualität steigen. „Wir müssen die Innenstadt als Herz der Altstadt für die Zukunft neu denken“, sagt Conrad. Deswegen wird auch kein Handel in das Haus einziehen. Die aktuelle Leerstandsquote in der Eschweger Innenstadt beträgt derzeit nach Angaben der Wirtschaftsförderung der Stadt 15 Prozent. Man müsse sich parallel zur Einkaufsstadt ausrichten. Wunsch von Conrad ist es, dass die Innenstadt ein Identifikationsort werde.

Kosten

Die halbe Million Euro aus dem Landesprogramm sollen nur als Anschubfinanzierung gedacht sein. Die Gesamtkosten belaufen sich laut Machbarkeitsstudie von Cross.Architecture in Aachen auf rund vier Millionen Euro. Zur Finanzierung sollen weitere Finanzierungsquellen angezapft werden.

Ideen für die Eschweger Innenstadt

„Von der Innenstadt zur Draußen-Stadt für Macher:innen und Kreative“ lautet der Name des Konzepts, mit dem sich die Stadt Eschwege für das Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“ beworben hat. Damit sollen Lösungen für die Innenstadt nach der Pandemie gegeben werden.

Draußen-Stadt

Der erste Teil des Konzepts erklärt die Innenstadt als Fläche, auf der man sich in Freien aufhält. Deswegen sollen grüne Inseln und verbindende grüne Bänder in der Innenstadt geschaffen werden. 100 Bäume sollen hier gepflanzt werden. „Draußen“ sei auch mit Outdoor-Stadt zu assoziieren, heißt es in dem Konzept.

Die Sportangebote zu Wasser und auf dem Land sowie die Spiel- und Bewegungslandschaften vor den Toren der Innensatdt sollen mit der Fußgängerzone verbunden werden. Spielgeräte könnten auch in der City aufgestellt werden. Außerdem sollen attraktive Verweilplätze geschaffen werden, ohne etwas konsumieren zu müssen. „Unser neues Profil soll Zukunftsvisionen und Spaßfaktor miteinander verbinden“, sagt Bürgermeister Alexander Heppe.

Stadt für Kreative

In einem Leerstand in der Innenstadt soll eine offene Zukunftswerkstatt in Form von Co-Working-Räumen eingerichtet werden. Ein rund 140 Quadratmeter großes Objekt steht schon zur Anmietung bereit. Große Schaufenster sollen für Offenheit sorgen, moderne Büromöbel für die richtige Arbeitsatmosphäre. Es wird einen geschlossenen Besprechungsraum, einen Innenhof und „eine gute Kaffeemaschine“ geben. Menschen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung können hier zusammenkommen, um sich gegenseitig zu inspirieren. „Wir wollen ein kreatives Umfeld schaffen“, sagt Heppe. Von draußen könne man Einblick erhalten, wie im Inneren gearbeitet werde.

Außerdem könnte hier ein neu organisiertes Stadtmarketing inklusive einer Digitalkümmererin einen Platz finden. Gesucht wird noch ein Betreiber. ts

Von Tobias Stück

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