Ein Pendler zwischen den Kontinenten

Eschweger Robert Ruhlandt hat in Stanford promoviert

Ein Mann steht vor dem Grand Canyon.
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In der Welt zu Hause: Seit seiner Kindheit bereist Robert Ruhlandt die Welt (hier im Grand-Canyon-Nationalpark), ist interessiert an fremden Ländern und Kulturen. Auch beruflich hat er sich international aufgestellt.

In unserer Serie „Die weite Welt und wir“ erzählen Menschen aus dem Werra-Meißner-Kreis, die im Ausland Erfolge feierten, ihre persönliche Geschichte – heute Robert Ruhlandt aus Eschwege.

Eschwege/Palo Alto – Die Leidenschaft zu reisen, neue Kulturen kennenzulernen, hat Dr. Robert Ruhlandt im Wortsinn schon mit der Muttermilch aufgenommen. Seine Mutter Helga war Flugbegleiterin und arbeitete auf der Langstrecke. Auf viele ihrer Reisen hat sie ihren Sohn mitnehmen können. „Der frühe Kontakt zu fremden Ländern und Kulturen hat dazu beigetragen, dass ich schon sehr früh entschieden habe, im Ausland zu leben und zu arbeiten“, sagt der 34-Jährige. Nach Stationen in England, Spanien, Hongkong, Australien und den USA ist er jetzt erst mal wieder in München. Aber: „Eschwege war, ist und wird für mich immer Heimat bleiben.“

Rückschläge sind eine Chance

Seit zehn Jahren pendelt Robert Ruhlandt zwischen den Kontinenten. In den USA hat er die meiste Zeit im Silicon Valley in Kalifornien gelebt. „Von diesem Ort können wir in Deutschland, in ganz Europa noch unheimlich viel lernen“, sagt Ruhlandt. Das Silicon Valley gilt als die innovativste Region in den USA, wenn nicht sogar der Welt. „Auch weil dort anders mit Fehlern oder Rückschlägen umgegangen wird.“ Statt lange im alltäglichen „Angst-Fehler-Trott“ zu verharren, sei die Risikobereitschaft dort deutlich größer. Rückschläge würden dort als notwendige Erfahrung wohlwollend in Kauf genommen.

Ruhlandt hat an der Stanford Universität bei San Francisco einen Masterstudiengang absolviert und anschließend dort promoviert. Smart Cities sind sein Spezialgebiet. „Ich habe nach innovativen Lösungen zur Bewältigung von organisatorischen, strategischen und technischen Herausforderungen des urbanen Umfelds gesucht.“ Sein Ziel ist es, Lösungen für das aktuelle Bevölkerungswachstum wie auch die Land-Stadt Migration zu bieten. Auch für Eschwege könnte er sich einen Mehrwert durch Smart Cities vorstellen und wäre bereit, seine Heimatstadt hier zu unterstützen.

Im Herzen ein Dietemann

Robert Ruhlandt am Tag seiner Promotion an der Stanford-Universität in Kalifornien. Sein Spezialgebiet: Smart Cities.

Langfristig würde Dr. Robert Ruhlandt gerne dazu beitragen, die transatlantischen Beziehungen wieder stärken. Von der Wahl Joe Bidens versprechen sich die US-Bürger seiner Erfahrung nach vor allem eine Versachlichung der parlamentarischen Debatte und eine Rückkehr zur politischen Normalität – gerade in den Zeiten einer weltweiten Pandemie. „Ich denke, dass sich die Beziehungen von den USA zu Deutschland wieder schnell normalisieren werden und Präsident Biden die transatlantische Achse wieder stärken wird.“

Heimat sei da, wo er verstehe und wo er verstanden werde, zitiert er Karl Jaspers. Für Eschwege schlägt Ruhlandts Herz auch nach vielen Stationen im Ausland noch immer. „Eschwege ist ein besonderer Ort: Traumhaft schön gelegen im Herzen eines vereinten Deutschlands und Europas.“ Er kommt immer sehr gerne nach Eschwege und genießt vor allem die Zeit während des Open Flairs und des Johannisfests – wenn es denn stattfindet. „Selbst in der Ferne bin ich im Herzen immer ein Dietemann geblieben.“ Tobias Stück

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