Gemeinschaftsprojekt

Ein Waldgarten für alle: Verein kauft Fläche und sucht Mitstreiter für neues Projekt

Eine Weidefläche, auf der Bäume wachsen: Agroforstwirtschaft heißt diese Kombination, bei der Bäume oder Sträucher auf Feldern genutzt, oder Ackerbau und Tierhaltung kombiniert werden.:
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Eine Weidefläche, auf der Bäume wachsen: Agroforstwirtschaft heißt diese Kombination, bei der Bäume oder Sträucher auf Feldern genutzt, oder Ackerbau und Tierhaltung kombiniert werden.:

Am Waldrand bei Hoheneiche hat der Verein „Region im Wandel“ ein ein Hektar großes Stück Land erworben. Hier soll ein sogenannter „essbarer Waldgarten“ entstehen.

Hoheneiche – „Das soll ein Ort werden, den wir gemeinsam hegen und pflegen, an dem die ganze Familie zusammenkommt zum Naschen von Früchten, wo im Sommer Konzerte stattfinden, wo es möglich ist ein Summen und Brummen von Hummeln und Schmetterlingen zu beobachten, wo eine gemütliche Ecke am Waldrand zum Mittagsschläfchen einlädt“, erklärt Tabea Heiligenstaedt ihre Vision, die sie gemeinsam mit ihrer Freundin Mathilda Wilms umsetzen will und dafür Mitstreiter sucht. Ein Treffen aller Interessenten für das Projekt ist für kommenden Mittwochabend, 14. Juli, angesetzt.

Das Prinzip des Waldgartens lehnt sich an die Idee der Gemeinschaftsgärten an, stellt aber auch die kleine Form der Agroforstwirtschaft dar, die beispielsweise den Anbau von Gemüse mit Bäumen verbindet, erklärt die Studentin der ökologischen Landwirtschaft. „Dabei werden möglichst fruchttragende Bäume in den Ackerbau integriert“, sagt sie. Das helfe beispielsweise dabei, Bodenerosionen zu vermeiden. „Agrar- und Forstwirtschaft können voneinander profitieren.“

Bei dem Waldgartengedanken gehe es dem Verein aber nicht darum, etwas vorzugeben, sondern um „Partizipation“. Deshalb solle jeder, der daran grundsätzlich Interesse hat, seine Ideen, Wünsche und Vorstellungen äußern können und dann auch umsetzen können. Denn neben dem gärtnerischen Aspekt könne der Waldgarten auch zu einem Ort der Begegnung oder von Kultur werden.

Die Mittel für den Kauf der Fläche, die im Amtsdeutsch als „Unland“ gilt – also landwirtschaftlich nicht nutzbar ist – in Höhe von 30 000 Euro hat der Verein über die Postcode-Stiftung erhalten. Damit konnte das Land gekauft werden, aber auch Material für die Urbarmachung.

Der Verein „Region im Wandel“ stehe für eine kulturelle, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit. „Damit wollen wir Menschen eine Rechtsform bieten, die sich dieser Fragestellung widmen“, sagt Tabea Heiligenstaedt. Der Waldgarten sei eines der ersten Projekte, die der Verein seit seiner Gründung jetzt umsetzt.

Ab dem kommenden Herbst sollen sich die, die an dem Projekt mitwirken wollen, zu gemeinsamen Festen und Bau- und Pflanzaktionen treffen. Über die Mittel aus der Stiftung sollen auch verschiedene Experten auf dem Gebiet zurate gezogen werden, die das Projekt unterstützen.

Zur Info:

Treffpunkt: Ist am Mittwoch, 14. Juli, um 18 Uhr, in Hoheneiche. Geparkt werden kann am Friedhof. Dem gegenüberliegenden Pfad bergan folgen, das Grundstück befindet sich an der Waldkante. Infos und Kontakt über regionimwandel@riseup.net.

Von Stefanie Salzmann

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