Arbeiten haben begonnen

35 Mietswohnungen: Aus altem Eschweger Hotel soll modernes Wohnhaus werden

Abbrucharbeiten vor dem ehemaligen Hotel am Eschweger Bahnhof.
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Arbeiten haben begonnen: Nachdem die Baugenehmigung erteilt wurde, haben Arbeiter jetzt damit begonnen, das ehemalige Hotel im Inneren zu entkernen und die Raumaufteilung umzugestalten. 

In einem ehemaligen Hotel am Eschweger Bahnhofskreisel soll ein modernes Wohngebäude mit 35 Mietswohnungen entstehen.

  • Ehemaliges Hotel am Bahnhofskreisel in Eschwege wird in modernes Wohnhaus umgebaut
  • 35 Mietswohnungen können nach Fertigstellung bezogen werden
  • Stiftung setzte schon Projekte in Fulda, Gießen und Gotha um

Thorsten Vogt hat schnell Visionen. Beim ehemaligen Hotel am Bahnhofskreisel in Eschwege ging es dem Immobilienfachmann ähnlich. „Als ich das leer stehende Werohotel das erste Mal gesehen habe, wusste ich, dass in diesem unattraktiven, grünen Gebäude ein Rohdiamant steckt“, sagt der Vorstand der Deutsche Glücks-Stiftung. Langsam nimmt seine Vision Formen an. Seit einigen Tagen wird das ehemalige Hotel umgebaut.

Entstehen soll ein zeitgemäßes Wohnhaus mit 35 barrierefreien Ein-, Zwei- und Drei-Zimmer-Mietwohnungen. Jede Wohnung besitzt unter anderem einen Highspeed Internet Zugang, eine App für die Klingel, einen Park- oder Garagenstellplatz, viel Licht und ein modernes Badezimmer. Reinigung des Treppenhauses und Winterdienst sind inklusi

Wohnhaus in ehemaligem Eschweger Hotel: Pflegedienst kann gebucht werden

Viele der Wohnungen sind barrierefrei und haben einen Balkon. Auch ein Pflegedienst mit häuslicher Betreuung sowie Reinigungskräfte können gebucht werden. „Die barrierefreien Wohnungen eignen sich auch für ein älteres Publikum, sodass hier ein Mehrgenerationen-Haus entstehen kann“, sagt Vogt.

Das Projekt an der Friedrich-Wilhelm-Straße in Eschwege ist nicht das erste, das die Stiftung umsetzt. In Fulda, Gießen, Gotha oder Eisenach war Vogt schon aktiv. Und auch in Eschwege wurden im Alten Steinweg und in der Netergasse Projekte nach der Idee der Stiftung umgesetzt. „Aktuell sind wir gerade dabei, das 18. Glückshaus in der fünften Stadt umzusetzen.“ Deutschlandweit sucht die Stiftung weiterhin nach Immobilien.

Wir kaufen am liebsten die hässlichsten und kaputtesten Häuser, die es gibt.

Thorsten Vogt, Immobilienmakler über das Wohnprojekt in Eschwege

Vogt beschreibt sein Geschäftsmodell: „Wir kaufen am liebsten die hässlichsten und kaputtesten Häuser, die es gibt. Diese Häuser sanieren wir und verhelfen ihnen zu neuem Glanz.“ Mit Vorliebe verwandeln sie alte Büro- oder Industriegebäude zu Wohnraum. Ehemalige Büroflächen oder große Wohnungen werden – wie in Eschwege – zu kleinere Wohneinheiten.

So könnte es einmal aussehen: Die Designerin Julia Ballmaier möbliert die Ein-, Zwei- und Drei-Zimmer-Mietwohnungen.

Diese Wohnungen werden von der Designerin Julia Ballmaier kostengünstig möbliert und dann langfristig vermietet, „Und das mit kaum Eigenkapital“, sagt Vogt. Die Wohnungen werden immer vermietet, nie verkauft. Banken finanzieren das Geschäftsmodell. „So können wir, trotz des sehr geringen Eigenkapitals, mithilfe von Bankkrediten immer weitere Häuser kaufen“, erklärt Vogt in einem Interview.

In ehemaligem Hotel in Eschwege: Wohnungen mit Größe von 20 bis 150 Quadratmetern

Die Wohnungen in Eschwege seien für Menschen, die schnell und unkompliziert eine schöne, bezahlbare, möblierte Wohnung suchen und „nur mit einem Koffer einziehen möchten“. Die Stiftung habe Angebote für jede Zielgruppe – vom Mikro-Appartment von 20 Quadratmetern bis zu großzügigen Wohnungen mit über 150 Quadratmetern.

„Die Bewohner unserer Glückswohnungen sind Studierende bis hin zum Geschäftsführer“, erklärt Vogt. Es gibt bereits eine Liste von Interessierten, auf der man sich vormerken lassen kann.

„Wir gehen auch auf besondere Wünsche bei der Möblierung ein“, sagt Vogt. Damit die Wohnungen bezahlbar bleiben, soll die Möblierung nicht so viel kosten. Die Stiftung Aufgabe hat für diese Aufgabe die Designerin Julia Ballmaier engagiert. Sie richtet kleine Wohnungen für unter 1000 Euro mit Möbeln ein. Verwendet werden auch Flohmarktfundstücke oder Möbel, die andere weggeworfen haben. Diese werden dann modern restauriert und mit neuen Möbeln ergänzt.

Zur Person

Thorsten Vogt wurde in Fulda geboren und betreibt dort heute auch die Deutsche-Glücks-Stiftung. Nach seinem Abitur in Fulda studierte er Betriebswirtschaft und arbeitete vier Jahre als Führungskraft bei einem IT-Dienstleister, bevor er 2005 zusammen mit seinem Bruder Holger den Weg als Verwalter und Vermieter eigener Immobilien begann.

2014 habe er zusammen mit seinem Bruder die Deutsche Glücks-Stiftung ins Leben gerufen. Vogt lebt in Fulda mit Frau und zwei kleinen Töchtern.  

Das Gebäude wurde 1962 als eines der ersten mehrstöckigen Gebäude Eschweges nach dem Zweiten Weltkrieg fertiggestellt. Bauherr war Horst Bödicker, der in dem Komplex Wohnungen vermietete und nebenan hier das Hotel National mit einem Restaurant der gehobenen Gastronomie eröffnet.

In der Kellerbar gab es Livemusik mit der Hammond-Orgel. Zwischen 1988 und 2011 firmierte das Haus unter dem Namen Dölles Nr.1, nachdem es von der Gastronomenfamilie um Helga, Benno und Melanie Dölle erworben wurde. Im Jahr 2011 erwarb Irina Klochkova, Eigentümerin von Schloss Wolfsbrunnen, das Hotel.

Der Restaurantbetrieb wurde eingestellt. Nach einigen Jahren als reines Hotel steht das Haus jetzt seitmehreren Jahren leer. Neue Eigentümerin ist seit diesem Jahr die Deutsche Glücks-Stiftung.

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