Alternative Antriebe fordern Retter heraus

Elektro- und Gasautos: Neue Gefahren für Feuerwehren

Hohe Flammen: Ein Auto kann nach 15 Minuten schon vollständig ausgebrannt sein. Archivfoto: Mennecke

Werra-Meißner. Fahrzeuge, die nicht klassisch mit Benzin oder Dieselkraftstoff angetrieben werden, sondern auf Strom oder Gas setzen, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Was für die Fahrer eine neue Form der Fortbewegung bedeutet, sind gleichzeitig neue Gefahren für die Feuerwehren.

Bei einem Unfall oder dem Brand eines solchen Gas- oder Elektroautos müssen die Einsatzkräfte der Feuerwehren ihre Vorgehensweise anpassen. „Einschränkungen gibt es, zum Beispiel dürfen Fahrzeuge mit Elektroantrieb nicht mit Schaum gelöscht werden“, sagt Kreisbrandinspektor Christian Sasse. Diese Brände werden klassisch mit Wasser gelöscht.

Eine technische Sicherung bei Elektroautos ist das Abschalten der Hochspannungsleitungen mit dem Auslösen der Airbags. „Damit wird ein elektrischer Schlag beim Arbeiten mit Schere und Spreitzer verhindert“, so Sasse. „Bei gasbetriebenen Autos wird es gefährlich, wenn es um den Tank herum brennt. Der explodiert dann aber keinesfalls“, beruhigt Sasse. Das Gas werde durch ein Ventil kontrolliert abgelassen. „Das geschieht in Form einer Gasfackel und wird dann von der Feuerwehr kontrolliert brennen gelassen.“ Da sich die Zahl der Autos mit alternativen Antrieben immer weiter erhöhe und auch die Technik sich immer wieder weiterentwickele, werden die Feuerwehrmitglieder speziell auf diese neuen Gefahren geschult.

„Die Ausbildung wird an der Hessischen Landesfeuerwehrschule in Kassel in Form der Gruppen- und Zugführerausbildung angeboten, wo auch diese besonderen Ausbildungsinhalte vermittelt werden“, erklärt der Kreisbrandinspektor. Auch in der Ausbildung im Werra-Meißner-Kreis werde die Thematik immer wieder angesprochen. „Durch die laufende Ausbildung sind die Feuerwehren auf die Herausforderungen bestens vorbereitet“, sagt Sasse.

Von Konstantin Mennecke 

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