Verpackungsmüll

Gelber Sack oder gelbe Tonne? Abfallzweckverband des Werra-Meißner-Kreises diskutiert

Gelbe Tonne statt gelber Sack? Darüber diskutiert der Abfallzweckverband Werra-Meißner (AZV).
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Gelbe Tonne statt gelber Sack? Darüber diskutiert der Abfallzweckverband Werra-Meißner (AZV).

Kommt bald die gelbe Tonner oder bleibt es bei den gelben Säcken? Über diese Frage diskutiert derzeit der Abfallzweckverband des Werra-Meißner-Kreises.

Meißner – Kommt die gelbe Tonne oder findet die aktuelle Entsorgung der Leichtverpackungen über den gelben Sack auch in der nächsten Vertragsperiode Anwendung, die 2023 beginnt und 2025 endet? Vor dieser Frage stehen derzeit der sechsköpfige geschäftsführende Vorstand und die 26 Mitglieder des Abfallzweckverbandes Werra-Meißner (AZV), der sich aus jeweils einem Angehörigen der 13 beteiligten Kommunen sowie aus 13 weiteren Teilnehmern, die vom Kreistag bestimmt werden, zusammensetzt.

„Die Bilanz, die unter der jüngsten Verbandsversammlung steht, lässt kein einheitliches Stimmungsbild erkennen. Die Befürworter für die Beibehaltung des bewährten Systems mit dem gelben Sack konnten wir ebenso registrieren, wie auch die Fürsprecher, die die Umstellung auf die gelbe Tonne favorisieren“, sagen der Verbandsvorsitzende Friedhelm Junghans und Geschäftsführer Matthias Wenderoth.

So wurde vereinbart, dass der Vorstand die Verhandlungen weiterführt und eine Empfehlung bis zur nächsten Verbandsversammlung, die für Februar in Planung ist, ausarbeitet, um nach der derzeitigen Vertragslaufzeit, die am 31. Dezember 2022 endet, die Entsorgung für Leichtverpackungen im wahrsten Sinne des Wortes zu vertüten.

Pro gelber Sack

Beim Abwägen der Vor- und Nachteile wurden auch die Erfahrungen der Stadt Eschwege mit einbezogen, die neben Sontra und Witzenhausen den Abtransport der Müllmengen in Eigenregie gestaltet. Soll heißen: die drei Städte gehören nicht dem AZV an. Matthias Wenderoth: „Die Argumente waren durchgängig positiv, was für die Kreisstadt spricht, ist freilich auch die 14-tägige Leerung.“

Argumente für den gelben Sack sind, so Matthias Wenderoth, „das bewährte Einsammelsystem, das unbegrenzte Mengenvolumen und der Abtransport von Mai bis September im zweiwöchigen Rhythmus.“

Als Nachteile wurde die schlechte Qualität der Säcke erörtert, die viel zu leicht aufreißen oder von Tieren beschädigt werden. Und auch die Tatsache, dass die Säcke bei stürmischem Wetter durch die Straßen fliegen, fand nach Angaben des AZV-Geschäftsführers negative Bewertung.

Pro gelbe Tonne

Friedhelm Junghans beleuchtet die Vorteile der gelben Tonne: „Die Unterbringung erfolgt in einem 240-Liter-Behälter, bei großem Müllvolumen sind auch mehrere Tonnen erhältlich, und der Inhalt kann im Gegensatz zum Plastiksack gestaut werden, was wiederum das Fassungsvermögen deutlich erhöht.“

Als Nachteil kristallisierte sich das begrenzte Volumen beim vierwöchigen Abtransport heraus, ein zusätzlicher Stellplatz werde, so Junghans, nötig sein und im Sommer müsse, wenn die Tonne im Außenbereich platziert sei, die mögliche Geruchsproblematik gebilligt werden.

AZV-Geschäftsführer Matthias Wenderoth: „Im Landkreis Fulda sind seit einigen Jahren beide Möglichkeiten bei zwölfmaligem Abtransport gegeben und auch Grundlage der neuen Vertragsperiode.“ Hersfeld-Rotenburg sei bis Ende 2022 an die gelben Säcke gebunden, stellt aber zum 1. Januar 2023 auf die Tonne um, die 13-mal im Jahr geleert wird. Dazu bestehe das Angebot, transparente Foliensäcke, die auf eigene Kosten beschafft werden müssen, neben der Tonne zu platzieren, erläuterte Matthias Wenderoth. Die Einwohner der Stadt und des Landkreises Kassel seien flächendeckend mit der Tonne ausgestattet, die seit dem 1. Januar 2021 im 14-tägigen Rhythmus abgefahren werde.

Entscheidung bis März

Die finale Systemvariante für den Werra-Meißner-Kreis verlangt nach Angaben von Friedhelm Junghans eine Entscheidung bis zum 15. März 2022: „Mit dem Umweltservice Wartburgregion GmbH in Eisenach, aktuell verantwortlich für die Dualen Systeme, haben wir bereits Kontakte geknüpft, um die etwaige neue Ausschreibung zu konzipieren.“ Der Vorsitzende verweist auf die notwendige Entscheidung der Verbandsversammlung, die den Weg in die neue Vertragsperiode der Entsorgungskette für Leichtverpackungen ebnen muss. Matthias Wenderoth abschließend: „Wir nehmen an dieser Stelle eine völlig neutrale Rolle ohne jegliche wirtschaftliche Zuständigkeit ein, die Mehrheitsentscheidung der Verbandsversammlung sollte ganz allein im Sinne der Bürger getroffen werden.“

Von Harald Triller

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