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Neuer Verein für Feminismus will mehr Gleichberechtigung in Eschwege

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Von: Tobias Stück

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Drei Frauen stehen in Eschweger Innenstadt nebeneinander. von links:  Silke Braunroth, Marie Christin Krüger und Jeannina Rundshagen aus dem Vorstand des Vereins für Gleichberechtigung.
Stehen für einen neuen Feminismus in Eschwege: (von links) Silke Braunroth, Marie Christin Krüger und Jeannina Rundshagen aus dem Vorstand des Vereins. © Tobias Stück

In Eschwege gibt es einen neuen Verein für Feminismus: Drei Frauen haben das „Bündnis für Gleichberechtigung und Demokratie“ gegründet

Eschwege – Sie wollen keinen Radikal-Feminismus betreiben. Dennoch haben Silke Braunroth, Marie Christin Krüger und Jeannina Rundshagen festgestellt, dass feministische Themen in der Region rund um Eschwege noch einiges an Nachholbedarf haben. Deswegen haben die Rückkehrerinnen die Pandemiezeit genutzt, um die Gründung eines Vereins voranzutreiben.

Ziel des „Bündnis für Gleichberechtigung und Demokratie“ soll die Förderung von zivilgesellschaftlichem und politischem Engagement von Frauen im ländlichen Raum sein. Auch Männer sind schon Mitglied.

Die drei Frauen, die ihre Wurzeln im Werra-Meißner-Kreis haben, waren nach Stationen ihrer Ausbildung in größeren Städten bei ihrer Rückkehr überrascht, wie ungleich die Behandlung von Männern und Frauen in ihrer Heimat ist. „Bestes Beispiel ist die Bürgermeisterdienstversammlung“, sagt Silke Braunroth. Inzwischen sei unter den Verwaltungschefs nicht eine Frau Mitglied – die neu gewählte Landrätin sei die positive Ausnahme. Viele Frauen stellten sich nicht mal zur Wahl. „Wir wollen beispielsweise Strukturen schaffen, damit Frauen die Möglichkeit haben, zur Wahl anzutreten und ernst genommen zu werden“, sagt Marie-Christin Krüger.

Mehr Feminismus für Eschwege: Neuer Verein für Gleichberechtigung

Dazu wollen sie u.a. Veranstaltungen, Fachtagungen und Netzwerktreffen organisieren, feministische Themen in sozialen Medien publizieren und Arbeitsmaterialien und Publikationen verteilen. „Auf niederschwellige Art und Weise“, sagt Jeannina Rundshagen. Man wolle niemanden verschrecken, sondern eine breite Akzeptanz für Feminismus finden. Dazu wolle man eine Ausdrucksweise finden, die die Leute vor Ort anspricht. Eine Idee könnte sein, ein Wörterbuch mit Übersetzungen der Sprache des Feminismus zu entwickeln. Auch ein klassischer Stammtisch mit Frauenthemen soll eingerichtet werden.

Wichtig ist ihnen dabei, dass ihr Bündnis als überparteilich verstanden wird. „Politisch aktiv zu sein heißt nicht, einer Partei anzugehören“, sagt Silke Braunroth. Dabei sollen vorhandene Strukturen vernetzt werden. Unterstützt werden sie u. a. vom Gleichstellungsbüro des Werra-Meißner-Kreises.

Neuer Verein in Eschwege: Sie fordern mehr Gleichberechtigung

Gleichberechtigt soll der Vorstand sein, der sich als Orga-Team versteht. Silke Braunroth, Marie Christin Krüger, Susanne Rundshagen, Jeannina Rundshagen (Schriftführerin) und Hella Wittich (Kassenwartin) bilden die Spitze des Vereins, wie es das deutsche Vereinsrecht vorsieht. Jetzt warten erst mal administrative Aufgaben auf den neuen Vorstand.

Die klassischen Hierarchien soll es in dem Bündnis aber nicht geben. Insgesamt waren elf Personen im Alter von 22 bis 67 Jahren bei der Gründung anwesend – darunter drei Männer. Ein weiteres Ziel des Vereins ist der Abbau geschlechtsspezifischer Rollenbilder. Weitere Mitglieder sind herzlich willkommen. Zwei Beitrittserklärungen gibt es schon.

Info:

Wer mitmachen möchte, meldet sich unter frauenverein.esw@gmx.de.

Von Tobias Stück

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