Fragen & Antworten

Eschwege: Hospizgruppe bietet neuen Kurs zur Begleitung von Sterbenden an

Zwei glatte Hände halten eine etwas faltigere und mit Altersflecken bedeckte Hand.
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Eschwege: Hospizgruppe bietet neuen Kurs zur Begleitung von Sterbenden an.

Was macht ein Hospizbegleiter? All diese Fragen will die Hospizgruppe Eschwege bei einem Infoabend klären. Danach wird auch ein Kurs angeboten.

Eschwege – Die Hospizgruppe Eschwege bietet einen neuen Kurs zur Begleitung von Schwerkranken und Sterbenden an. Für alle Interessierten an diesem Ausbildungskurs wird vorab am Mittwoch, 28. Juli, ein Informationsabend angeboten, an dem Fragen persönlich geklärt werden können. Dazu Fragen und Antworten.

Wer kann an dem Kurs teilnehmen?
Alle Personen, die sich für Fragen am Ende unseres Lebens interessieren. „Der Tod gehört zum Leben und in dem Kurs setzen sich die Teilnehmer mit eigenen Erfahrungen bezüglich Tod und Trauer auseinander“, sagt Annette Kukule von der Hospizgruppe Eschwege.

Im geschützten Raum einer Gruppe entwickeln sie eine eigene Haltung zu dem Thema und lernen, Menschen am Lebensende – alten Menschen, Schwerstkranken – und deren Angehörigen zu begegnen. Die Ausbildung ist in einen Grund- und Vertiefungskurs unterteilt und enthält eine Praktikumsphase. Er wird im August 2021 beginnen und im März 2022 abgeschlossen sein.
Was machen Hospizbegleiter eigentlich genau?
Das Wichtigste ist: Hospizbegleiter schenken Zeit. Regelmäßig, meist einmal die Woche, besuchen sie die zu begleitenden Menschen und erspüren, was gebraucht wird: Gespräche, Vorlesen, Spazieren gehen, Zuhören, Musik machen oder auch einfach nur Da-Sein.

Die Menschen am Lebensende sollen am Leben noch teilhaben können, so gut es geht. Manchmal kommt es auch einfach darauf an, auszuhalten, dass eine Situation nicht zu ändern ist. Pflegerische Tätigkeiten sind keine Aufgaben der Hospizbegleiter.
Wie werden Hospizbegleiter eingesetzt?
Die Koordinatorinnen der Hospizgruppe werden von Angehörigen oder Pflegeeinrichtungen um Hilfe gebeten. Sie machen einen Erstbesuch und überlegen dann, welcher der Ehrenamtlichen zu diesem Menschen passen würde.

Gemeinsam findet dann ein erster Besuch zum gegenseitigen Kennenlernen statt. Es kann vorkommen, dass keine gegenseitige Beziehung aufgebaut werden kann. Dann wird nach einer anderen Lösung gesucht.
Welche Hilfen bekommen die ehrenamtlichen Hospizbegleiter?
Zunächst mal stehen jederzeit die Koordinatorinnen im Hospizbüro zu einem Gespräch zur Verfügung, falls es Fragen oder Probleme geben sollte. Einmal im Monat finden Aktiven-Treffen statt, die dem gegenseitigen Erfahrungsaustausch und der gegenseitigen Unterstützung dienen und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Ehrenamtlichen stärken.

Außerdem wird viermal im Jahr eine Supervision angeboten, die durch eine externe Supervisorin durchgeführt wird. Auch Vorträge und Fortbildungen zu verschiedenen Themenbereichen werden regelmäßig angeboten. Die jährlich stattfindende Weihnachtsfeier und der Sommerausflug sind als „Dankeschön“ an die Ehrenamtlichen zu verstehen.
Was bringt mir die Ausbildung persönlich?
In der Gruppe entsteht ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das es ermöglicht, sehr persönliche Fragen zu klären, denen man sich allein nicht gerne stellt.

Wie gehe ich selbst mit Krankheit, Altern und Lebenseinschränkungen um? Was gibt mir im Leben Kraft, was macht mir Freude? Was würde ich mir von Menschen wünschen, die mich begleiten?

Das Nachdenken und Sprechen über diese Themen und auch Sachinformationen über das Sterben, den Umgang mit der Trauer nehmen die eigene Angst und Unsicherheit.
Was sagen Hospizbegleiter über ihre Erfahrungen?
Jede Begleitung verläuft unterschiedlich. Es kann dabei zu belastenden Situationen kommen – die Konfrontation mit Leid, Trauer und Aussichtslosigkeit. Darum seien die entsprechende Vorbereitung durch eine qualitativ hochwertige Ausbildung und die Supervisionsbegleitung so wichtig.

Auf der anderen Seite erlebt man so viel Positives und man bekommt so viel zurück, berichtet ein ausgebildeter Hospizbegleiter aus Eschwege: Wenn die zu begleitenden Menschen ihre Freude über den Besuch zeigen, wenn ein Sterbender sich beruhigt, weil man einfach da ist und vielleicht die Hand hält, weil beim Spaziergang noch mal Frühlingstage genossen werden können.

Der Info-Abend findet am Mittwoch ab 19 Uhr in der Reichensächser Straße 5 statt. Eine Anmeldung ist unter der Rufnummer 0 56 51/33 83 14 erforderlich. Mund-Nase-Schutz ist Pflicht hospizgruppe-eschwege.de

Von Tobias Stück

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