Tierschutz

Tierheim Eschwege sucht dauerhafte Paten für drei Hunde

Wollte an diesem Tag nicht in die Kamera blicken: Der verschmuste Aslan benötigt teures Spezialfutter.
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Wollte an diesem Tag nicht in die Kamera blicken: Der verschmuste Aslan benötigt teures Spezialfutter.

Die Hunde Amigo, Aslan und Rocky benötigen regelmäßige Unterstützung, deshalb sucht das Tierheim Eschwege nun Paten, die sich an Tierarztkosten beteiligen.

Eschwege – Neue Herausforderungen brauchen neue Lösungen, und so sucht das Eschweger Tierheim zurzeit erstmalig Paten, die sich an den regelmäßigen Kosten für drei ihrer Schützlinge beteiligen. Hierbei handelt es sich um die Rüden Aslan, Amigo und Rocky, die alle drei wohl nicht genau dasselbe, aber ein ähnliches Schicksal teilen: Ihr Gesundheitszustand verursacht Monat für Monat erhebliche Kosten.

Der wollige Bär

Rocky belegt den traurigen Spitzenplatz auf der Kostentabelle. Aufgrund einer chronischen Erkrankung benötigt er monatlich Medikamente für etwa 160 Euro. „Hinzukommen noch regelmäßige Laborkosten alle drei Monate sowie bei Bedarf Schmerzmittel“, berichtet Tierheimleiterin Gabriele Kästner.

Der zehnjährige Rocky hat es ihr besonders angetan. Er sei einfach ein ganz lieber Hund, der viel durchgemacht habe und einen Kuschelplatz auf einem Sofa in einem ruhigen Zuhause mehr als verdient hätte. Der vermutlich reinrassige Mioritic, das ist eine rumänische Hirtenhunderasse, kam völlig abgemagert und kahl in Eschwege an. „Wir mussten dann erst mal sehr lange auf Ursachenforschung gehen, bis wir die Diagnose Morbus Cushing hatten“, erzählt Kästner. Mittlerweile ist Rocky wieder richtig wuschelig und freue sich sehr über „Schnüffelrunden im Rentnerschritt“. Allerdings alleine, denn andere Hunde sowie Katzen mag der ansonsten sehr verschmuste Rocky nicht.

Mittlerweile wieder wuschelig: Rocky hatte sein ganzes Fell verloren und ist nun auf Medikamente angewiesen.

Der weiße Riese

Mit 70 Kilo Eigengewicht ist Aslan zwar kein Schoßhündchen, dafür aber eine „Seele von Hund“, wie Kästner und Tierpflegerin unisono bestätigen. Aufgrund einer Futtermittelallergie kann der siebenjährige Dogo Argentino nur Spezialfutter vertragen. Frisst er gewöhnliches Hundefutter, wird seine Haut rot, es folgen Juckreiz und Durchfall. Da Aslan ein großes Tier ist, ist auch sein Appetit dementsprechend groß: Rund ein Kilo Trockenfutter benötigt er am Tag. Der verschmuste Riese verfuttert so zirka ebenfalls 160 Euro im Monat.

Der agile Jungspund

Auch der aktive Amigo verträgt kein normales Hundefutter. Der fast zweijährige Bracken-Mischling wiegt allerdings nur die Hälfte von Aslan und kann so mit rund 80 Euro an Futterkosten durch den Monat kommen.

„Amigo ist sehr lieb, aber auch sehr aktiv“, berichtet Kästner, die seine genaue Geschichte zwar nicht kennt, aber davon ausgeht, dass auch er ein „Kataloghund“ sei. „Manche Menschen bestellen sich ihre Hunde wie beim Ottoversand aus dem Katalog. Das klappt oft nicht und dann landen die Tiere nach mehreren Stationen schließlich bei uns.“

Der Jüngste im Bunde: Auch der quirlige Amigo verträgt nur Spezialfutter.

Auch Amigo stammt aus dem Ausland und wurde über das Internet bei einer Tierschutzorganisation bestellt – ohne dass sich Mensch und Hund vorher kennengelernt haben. Und genau das kritisiert die Tierheimleiterin. „Es muss doch ein Funke zwischen dem neuen Herrchen oder Frauchen und dem Tier überspringen, ohne den geht es nicht.“

Von Ulrike Käbberich

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