Verbotene Nazi-Symbole

Evangelische Stadtkirchengemeinde und Bürgermeister verurteilen Nazi-Schmierereien

Unbekannte haben an einer Schule in Dreieich (Kreis Offenbach) Parolen und ein Hakenkreuz an die Wand gesprüht. (Symbolbild)
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Unbekannte haben Wieder haben Unbekannte in Eschwege mit Nazischmierereien ihr Unwesen getrieben. (Symbolbild)

Diesmal an einem Kindergarten: Innerhalb kurzer Zeit haben Unbekannte wieder verbotene Nazisymbole in Eschwege an Gebäude geschmiert. Stadt und Kirche verurteilen das hart.

Eschwege – Wieder haben Unbekannte in Eschwege mit Nazischmierereien ihr Unwesen getrieben. Die evangelische Stadtkirchengemeinde Eschwege, der Elternbeirat und die Erzieherinnen der evangelischen Kindertagesstätte „Am Schwanenteich“ sowie Bürgermeister Alexander Heppe verurteilen die Tat. Was ist geschehen? Am vergangenen Wochenende wurde der Weg zwischen der evangelischen Kindertagesstätte „Am Schwanenteich“ und der Jugendherberge großflächig mit Nazi-Symbolen und rechtsextremistischen Zahlencodes besprüht (wir berichteten).

Direkt vor dem Eingang zur Kindertagesstätte fanden Erzieherinnen am Montagmorgen ein großes Hakenkreuz aufgesprüht – selbst an Bäumen waren die verfassungswidrigen Zeichen angebracht.

Polizei sucht Zeugen

Hinweise an die Polizei unter der Telefonnummer 0 56 51/92 50.

Ein ähnliches Bild an anderer Stelle in Eschwege: An einer Betonwand der Unterführung zwischen der Straße „Am Baumesrain“ und „Niederhoner Straße“ wurden mutmaßlich zwischen Freitag und Samstag ebenfalls Hakenkreuze und rechtsradikale Inhalte aufgesprüht.

„Das Hakenkreuz war das Zeichen der Nazi-Partei NSDAP. Unter ihrer Herrschaft wurden schlimmste Verbrechen begangen und hat Deutschland einen furchtbaren Krieg begonnen“, so die Stellungnahme von Stadtkirchengemeinde, Elternbeirat und Erzieherinnen.

Nazi-Symbole stehen für menschenverachtende Ideologien wie Rassismus und Antisemitismus

Wer heute Nazi-Symbole verwende und verbreite, befürworte deren menschenverachtende Ideologie zu der Rassismus, Antisemitismus und Verachtung der Demokratie gehörten. Ferner heißt es in der Stellungnahme: „Wir dulden keine neonazistischen und rechtsextremistischen Schmierereien im Umfeld der Kita. Als evangelische Einrichtung sind wir offen für Vielfalt. Wir lehnen jede Form von Ausgrenzung und Diskriminierung ab. Bei uns zählen Achtung und Respekt.“ Dabei leite sie die Botschaft Jesu, der gesagt habe: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“

Bereits Ende Juni kam es zu rechtsextremistischem Vandalismus in der Kreisstadt: Unbekannte hatten an der Anne-Frank-Schule zwei Regenbogenflaggen vom Mast gerissen und verbrannt und ein Kunstwerk für Vielfalt und Offenheit mit Hakenkreuzen und „Heil Hitler“-Schriftzug beschmiert. Mit einem spontanen Statement hatten damals Schüler, Lehrer und Politiker in Eschwege ein deutliches Zeichen gegen Diskriminierung und rechte Hetze gesetzt.

Zu den neuen Schmierereien sagt Bürgermeister Alexander Heppe: „Das ist widerlich und geht über einen Dummejungenstreich hinaus.“ Wer so systematisch Angst verbreiten wolle, der habe in Eschwege nichts zu suchen. „Eschwege ist eine offene und tolerante Stadt, für so ein Verhalten ist hier kein Platz“, so Heppe, der veranlassen wolle, dass die Schmierereien auf schnellstem Wege entfernt würden.

Von Maurice Morth

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