NACH DER WAHL

Kommunalwahl: Grüne erzielen in Eschwege ihr bestes Ergebnis aller Zeiten

Die Wahlergebnisse der Kommunalwahl für Eschwege.
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Die Wahlergebnisse der Kommunalwahl für Eschwege.

Die Ergebnisse der Kommunalwahl in Eschwege: Zwei Sitze Zugewinn in Eschwege – Mehrheitsverhältnisse unverändert.

Eschwege – Gewinner sind die Grünen (+2 Sitze) und die CDU (+1 Sitz), ändern wird sich an den Mehrheitsverhältnissen in der Eschweger Stadtverordnetenversammlung aber nichts. Denn Gewinne und Verluste halten sich in den beiden Lagern aus Koalition (CDU, FDP, FWG) und Opposition (SPD, Grüne, Linke) die Waage. Ob diese Allianzen nach der konstituierenden Sitzung noch Bestand haben werden, werden die Koalitionsgespräche zeigen.

Denn rein rechnerisch hätte auch eine schwarz-grüne Koalition die erforderliche Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung. Was aber im Landtag funktioniert, scheint für das Eschweger Stadtparlament aber eher unrealistisch zu sein. Dass Stefan Schneider (CDU) und Lothar Dietrich (Die Grünen) inhaltlich auf einen gemeinsamen Nenner kommen, war in der Vergangenheit bereits utopisch und wird sich in Zukunft wohl auch nicht ändern.

Größter Gewinner der Wahl sind die Grünen, die als einzige Fraktion in der Eschweger Stadtverordnetenversammlung zwei Sitze hinzugewonnen haben. Bereits vor der Wahl hatte der Stadtverband intern ein zweistelliges Ergebnis als Ziel ausgegeben. Mit 10,8 Prozent haben sie ihr bestes Ergebnis aller Zeiten bei Wahlen in Eschwege erreicht und dabei den bisherigen Rekord aus 2011 (9,9 Prozent) übertroffen. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Ausgang der Wahl“, sagt Stadtverbandsvorsitzender Lukas Senhenn. Die Eschweger Grünen hätten nicht nur von einem bundesweiten Trend, in dem die ureigenen Grünen-Themen gesellschaftsrelevant geworden sind, profitiert, sondern seien auch für ihre gute Arbeit vor Ort belohnt worden. „Die Wähler haben gemerkt, dass wir hinter unseren Themen stehen.“

Eine Bestätigung ihrer Arbeit sieht auch die CDU, die inhaltlich ihrer Linie treu bleiben möchte, falls die Koalitionsverhandlungen wieder eine Koalition mit FDP und FWG zutage bringen würden. Den Sitz, die die Christdemokraten gewonnen haben, hat die FWG verloren. Deshalb bleiben alle drei Fraktionen zusammen bei 20 Sitzen in der Stadtverordnetenversammlung. Für eine Mehrheit reichen 19 Stimmen. Stefan Schneider spricht von einer vertrauensvollen Zusammenarbeit in der vergangenen Legislaturperiode. Mit der Opposition – insbesondere der SPD – wünscht er sich eine konstruktivere Zusammenarbeit.

Die SPD dürfte inzwischen endgültig in dem Bewusstsein, eine Oppositionspartei zu sein, angekommen sein. Nachdem sie bereits 2016 gut vier Prozent der Wähler und den Status der stärksten Fraktion eingebüßt hatte, kam jetzt noch mal ein Verlust von fast fünf Prozent dazu. „Wir werden versuchen, die Mehrheiten mit unseren guten Ideen voranzutreiben“, sagt Ortsvereinsvorsitzender Alexander Feiertag (SPD). Enttäuscht zeigte er sich von der Wahlbeteiligung. „Anscheinend haben wir alle die Hälfte der Wahlberechtigten nicht mitgenommen.“

Leichte Verluste führten bei den Linken und der FWG dazu, dass sie einen Sitz aufgeben müssen, die FDP behält trotz ihrer Verluste zwei Sitze. „Wir sind massiv enttäuscht von dem Ergebnis“, sagt Bernhard Gassmann (Die Linke). Die Linken-Wähler seien nicht in die Wahllokale gegangen, die Ergebnisse der Briefwahl hätten gezeigt, dass sie für dieses Verfahren nicht zu begeistern waren. Wer den Sitz der Linken ausfüllen wird, würden die anstehenden Beratungen jetzt zeigen. (Von Tobias Stück)

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