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Eschweger Patenschiff „Werra“ auf neuer Mission im Mittelmeer

Der Tender „Werra“ ist seit 1993 für die Deutsche Marine im Einsatz.
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Der Tender „Werra“ ist seit 1993 für die Deutsche Marine im Einsatz. Diese Bootsklasse ist zur Einsatzunterstützung konzipiert. Sie versorgt normalerweise Schnellboote- beziehungsweise Minensuchboot-Geschwader mit Kraftstoff und Ausrüstung und führen Wartungs- und Reparaturarbeiten durch. Hier kehrt das Schiff 2015 nach vier Monaten im Mittelmeer zurück. Dort rettete die Besatzung fast 1200 Flüchtlinge.

Das Patenschiff „Werra“ der Kreisstadt Eschwege ist am Wochenende zu einer neuen Mission im Mittelmeer ausgelaufen.

Eschwege/Kiel – Die Besatzung des Marineschiffs wird für die nächsten sechs Monate den deutschen Beitrag im ständigen Marineverband der Nato stellen und Migrations- und Schlepperbewegungen ermitteln.

Die Aufgaben

Am Freitag ist das Versorgungsschiff in Richtung Souda auf der griechischen Insel Kreta aufgebrochen. Mit seiner Crew aus 70 Männern und Frauen wird das Schiff dort als Zentrale dienen. „Der Tender ist die Operationszentrale für den internationalen Nato-Stab“, erklärt Korvettenkapitän Robert Lehmann (39), Kommandant der „Werra“.

Zu den Aufgaben der „Werra“ gehört in den kommenden sechs Monaten der Informationsaustausch mit griechischen und türkischen Behörden, um Erkenntnisse über Migrations- und Schlepperbewegungen zu gewinnen. Mit an Bord der „Werra“ sind auch ein griechischer und türkischer Offizier, um den Informationsaustausch mit beiden Anrainernationen optimal zu gestalten.

Robert Lehmann, Kommandant Werra

Es ist das erste Mal, dass ein Tender diese Aufgabe vor Ort übernimmt. Bisher wurden nur größere Einheiten, wie Fregatten und Einsatzgruppenversorger, als Führungsplattform in der Ägäis eingesetzt, heißt es vonseiten der Bundeswehr.

Die Überfahrt

Die erste Prüfung für die Crew erwartet Kommandant Robert Lehmann schon auf dem Weg zum Einsatzgebiet. „Im Januar durch Nordsee, Biskaya und das Mittelmeer zu fahren, könnte etwas ruppig werden“, so der Kommandant.

Abstützen wird sich die „Werra“ auf den Nato-Stützpunkt Souda Bay auf Kreta. „Wir hoffen aber auch in den kommenden knapp sechs Monaten den einen oder anderen Hafen in Griechenland oder der Türkei anzulaufen, das ist aber abhängig von dem Verlauf der Pandemie.“

Bei der Operation Sophia war der Tender Werra 2015 vor der libyschen Küste im Einsatz, um Flüchtlinge in Seenot zu retten.

Die Vorbereitung

Corona hat schon vor dem Auslaufen für Herausforderungen gesorgt. Die Besatzung befand sich seit dem 4. Januar geschlossen im Stützpunkt in Kiel in Quarantäne, berichtet die Sprecherin der Kreisstadt Eschwege, Scarlett Grebestein. Zuvor wurde bei allen Besatzungsmitgliedern ein Coronatest abgenommen.

Davor erholte sich die Mannschaft des Tenders „Werra“ im Weihnachtsurlaub gemeinsam mit ihren Familien, berichtet uns Florian Flügel, Oberleutnant zur See. Für einige Besatzungsmitglieder ist es das erste Mal für so lange Zeit von zu Hause weg zu sein. Die Crew wird Mitte Juni in ihrem Heimathafen in Kiel zurückerwartet –pünktlich zur Kieler Woche und zum Johannisfest, so die Großveranstaltungen stattfinden sollten. (Von Tobias Stück)

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