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Privatkäufer will Ringlokschuppen sanieren

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Der Ringlokschuppen in Eltmannshausen, davor Bahngleise
Die Gerüste stehen bereits: Der Ringlokschuppen in Eltmannshausen soll saniert werden. Jegliche Baumaßnahmen müssen durch die Denkmalschutzbehörde freigegeben werden. © Marius Gogolla

Der Ringlokschuppen in Eltmannshausen soll saniert werden. Das denkmalgeschützte Gebäude steht aktuell leer.

Eschwege – Der Ringlokschuppen in Eltmannshausen wurde im Juni 2017 auf einer Versteigerung im Berliner Luxuskaufhaus Lafayette von Claus Ellenberger aus Herleshausen für 33.000 Euro privat erworben. Nun möchte der 74-jährige Rentner das denkmalgeschützte Gebäude sanieren lassen.

Das ehemalige Bahngebäude aus Sandsteinquadern wurde 1875 erbaut und bot Platz für bis zu 16 Loks. Eine Drehscheibe, die einen Durchmesser von zirka 16 Meter aufwies, wurde um 1990 entfernt. Nach der Schließung des Bahnbetriebswerkes 1965 diente der Ringlokschuppen bis in die 1980er-Jahre unter anderem der Lagerung von Getreide, das auch an die Simonsbrotfabrik in Niederhone geliefert wurde. Danach blieb das Gebäude ungenutzt und verfiel im Laufe der Zeit.

Eschwege: denkmalgeschützter Ringlokschuppen wird saniert

Der neue Besitzer Claus Ellenberger möchte dies nun ändern. „Mein Ziel ist es, das Gebäude zu sanieren und das Grundstück in Ordnung zu bringen“, sagt Ellenberger. „Allerdings ist es sehr schwer, Genehmigungen für die Erneuerungsmaßnahmen seitens des Denkmalschutzes zu erhalten.“ An dem Lokschuppen stehen bereits Gerüste, die die Firma Claus Ellenberger GmbH mit Sitz in Herleshausen aufstellte. Diese wird von Ellenbergers Sohn Hilmar geführt und ist spezialisiert auf die Restaurierung denkmalgeschützter Gebäude.

Laut der Sprecherin des Kreises, Sylvia Weinert, fand am 3. Februar ein Ortstermin des Denkmalbeirats des Werra-Meißner-Kreises am Ringlokschuppen statt. Dabei sollte der aktuelle Stand der Maßnahmen an dem Bahngebäude in Erfahrung gebracht sowie Hilfe für den Eigentümer angeboten werden.

Ringlokschuppen in Eschwege soll saniert werden

Das Dach des Ringlokschuppens benötigt eine neue Deckung.
Das Dach des Ringlokschuppens benötigt eine neue Deckung. © Marius Gogolla

„Das Dach wird durch eine Stahlträgerkonstruktion gestützt, die vollkommen in Ordnung ist“, so Ellenberger. „Allerdings fordert der Denkmalschutz, dass die alten, noch intakten Ziegel zur Deckung wiederverwandt werden.“ Dies bedeute, so Ellenberger, einen erheblichen logistischen und fördertechnischen Aufwand. Mit einer Neudeckung könnte man den minimieren. Sylvia Weinert teilte mit, dass eine Neudeckung bei schlechtem Zustand der alten Ziegel grundsätzlich möglich sei.

Eine Drohne soll nun das Dach von oben aufnehmen, um einen Überblick über den Zustand zu erhalten. Allerdings sei der Flug laut Ellenberger bisher dreimal verschoben worden. Die Arbeit am Dach könne jedoch erst nach der Sichtung mit der Drohne anfangen. Die nötigen Geräte für den Umbau seien bereits vorhanden, so wurde zum Beispiel ein Spezialförderband angeschafft, da die Abdeckung des Daches nur von oben erfolgen könne. Die Kosten für die Dacherneuerung beliefen sich auf 170 000 bis 190 000 Euro. „Die Kosten tragen wir“, sagt Ellenberger. „Es liegt nicht an uns, dass bisher noch nichts an dem Gebäude gemacht wurde.“ Der Lokschuppen solle vorerst im Besitz von Ellenberger verbleiben.

Von Marius Gogolla

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