Aus Eschwege

Mark Burghagen spielt in BBC-Serie über Ersten Weltkrieg mit

Im Schützengraben: Mark Burghagen, der den deutschen Soldaten Erich spielt, musste bei den Dreharbeiten jeden Morgen mit Instantdreck geschminkt werden. Für diese Szenen wurden bei Warschau zwei riesige Schützengräben angelegt. Foto: BBC

Eschwege/York. Mark Burghagen, gebürtiger Eschweger, spielt in einer BBC-Serie über den Ersten Weltkrieg eine wichtige Nebenrolle.

Gleich zwei Talente zu haben ist ein Glück. Mark Burghagen zwang dieser Umstand nach dem Abitur zu einer Entscheidung. Damals zog der heute 37-Jährige die Musik der Schauspielerei vor. Der Durchbruch gelingt ihm gerade jetzt aber doch vor der Kamera. Der gebürtige Eschweger spielt eine wichtige Nebenrolle in der englisch-polnischen Mini-Serie „The Passing Bells“.

Das fünfteilige Weltkriegsdrama wurde von der BBC produziert und lief in den vergangenen zwei Wochen zunächst im englischen, dann im polnischen Fernsehen. Burghagen spielt den deutschen Soldaten Erich, einen jungen Mann zu Beginn des Ersten Weltkrieges. „Eigentlich hat mich die Musik mehr fasziniert, Schauspieler zu werden, das ist dann einfach so passiert“, sagt er.

Seine Leidenschaft für die Künste weckte schon früh Ludger Heskamp, Kantor der Eschweger St.-Elisabeth-Kirche. Er brachte Burghagen die Kirchenmusik nahe. Im Jungen Theater der Kreisstadt lebte der in Reichensachsen aufgewachsene Shootingstar seine zweite Leidenschaft aus.

Nach einem ersten Studium in Aachen zog es ihn 2005 nach England, wo er ein Masterstudium mit Schwerpunkt Vokalensemble begann. Er fand Anschluss an eine semiprofessionelle Theatergruppe in York, die alle Shakespearestücke innerhalb von zehn Jahren durchspielt. Bei zwei Aufführungen wirkte Burghagen mit und erlangte erste Aufmerksamkeit - auch durch seine Vielseitigkeit. „Man wird häufig gefragt, ob man auch ein Instrument spielen kann und dann kann ich Schauspiel mit guter musikalischer Vorbildung anbieten“, sagt er.

Die Rolle in „The Passing Balls“ bezeichnet Burghagen als absoluten Glücksfall. Die Zusage erhielt der 37-Jährige im Familienurlaub in Bad Bevensen - und konnte es erst einmal gar nicht glauben. „Man kann sich als Schauspieler über Jahre verbiegen, überall anrufen und den Castingdirektoren E-Mails schreiben, um eine Rolle zu bekommen. Nichts passiert - und dann klingelt plötzlich das Telefon“, erzählt er.

Die Dreharbeiten für die Serie fanden größtenteils in und um Warschau statt, wo die Produktionsfirma große Schützengräben anlegte. Geschminkt wurden die Schauspieler täglich mit Instantdreck. „Überraschenderweise war nicht gewünscht, dass ich mit deutschem Akzent spreche“, sagt Burghagen. Kein Problem für ihn, er kann sich anpassen.

Aufgeregt ging er vor einigen Monaten zur ersten Vorführung der Serie. Unnötig, wie er jetzt findet, „die Serie ist fantastisch geworden“.

Von Lasse Deppe

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