Eschwege: Schizophrenie-Therapie mit Medikamenten

Eschweger nur zur Bewährung in Psychiatrie verurteilt

Symbolbild der Justizia mit verbundenen Augen
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Der 34-jährige Eschweger ist vom Kasseler Landgericht in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden.

Der 34-jährige Eschweger, der seine Wohnung in Sontra verwüstet, angezündet und Nachbarn bedroht hat, ist vom Kasseler Landgericht in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden.

Kassel/Eschwege – Allerdings wurde diese Entscheidung zur Bewährung ausgesetzt, sodass der Mann auf freiem Fuß bleibt.

Ein psychiatrischer Sachverständiger hatte dem Mann eine schizophrene Erkrankung attestiert, die ihn zu einer Gefahr für die Allgemeinheit mache. Dies könne nur verhindert werden, wenn der Eschweger zuverlässig seine Medikamente einnehme. Dann sei er ein freundlicher und netter Zeitgenosse.

Der 34-Jähriger stand in einem sogenannten Sicherungsverfahren vor dem Kasseler Landgericht. In einem solchen Verfahren geht es nicht um die Bestrafung des meist psychisch kranken Beschuldigten, sondern um die mögliche Einweisung in die geschlossene Psychiatrie.

Der Mann hatte im September vergangenen Jahres seine Wohnung in einem Sontraer Mehrfamilienhaus verwüstet und seine Möbel zertrümmert. Vermutlich hatte er Geräusche gehört und war auf der Suche nach deren Quelle.

Im November fühlte er sich vom Fernseher einer Nachbarin gestört. Er trat eine Glastür ein, bedrohte die Frau und ihre zweijährige Tochter in deren Wohnzimmer mit einem Messer. Als er am Fernseher hantierte, konnten Mutter und Kind auf die Straße fliehen.

Bereits 2015 war er vom Landgericht Mühlhausen wegen ähnlicher Vorfälle zur Bewährung in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen worden.

Doch als nach dieser Entscheidung die Führungsaufsicht abgelaufen war, vernachlässigte der Mann die Medikamenteneinnahme, was dann wieder zu psychotischen Zügen mit den geschilderten Folgen führte.

Damit sich das nicht wiederholt, setzt die 10. Strafkammer von Richter Geisler den Anträgen von Verteidigung und Staatsanwaltschaft folgend die Bewährungszeit auf fünf Jahre fest. Außerdem stellte sie dem Eschweger einen Bewährungshelfer zur Seite.

Der soll darauf achten, dass der 34-Jährige regelmäßig seine Depotspritzen erhält, mit denen die Schizophrenie in Schach gehalten werden kann. Außerdem muss er sich einem regelmäßigen Drogen-Screening unterziehen.

Damit will das Kasseler Landgericht sicherstellen, dass der 34-jährige Eschweger sich an die verfügte Abstinenz von Cannabis-Produkten und Alkohol hält. Bei sämtlichen Ausrastern hatte der Mann massiv unter dem Einfluss der Suchtmittel gestanden. (Von Thomas Stier)

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