Eschweger Polizist mit Handpuppe geht in Ruhestand

+
In Aktion: Mit Hilfe der Handpuppe Wurmi hat der Polizist Rolf Schäfer die Kindergartenkinder aus Waldkappel voll auf seiner Seite.

Eschwege. Sein Merkmal war Handpuppe Wurmi. Die nimmt Rolf Schäfer, der Kinder viele Jahre im Straßenverkehr unterrichtet hat, nun mit in den Ruhestand.

Gleich fünfmal hintereinander wollte einer von Rolf Schäfers Schützlingen den Film ansehen. Dort war nämlich nicht nur er selbst zu sehen, wie er und seine Kindergartenfreunde den Fußgänger-Führerschein ablegten, sondern auch Wurmi. „Das ist meine kleine Handpuppe“, erzählt Schäfer. Stolz klingt in seiner Stimme mit. „Mit der habe ich den Kindern erklärt, was sie als Fußgänger beachten müssen. Und bei der Prüfung, die ich bei jeder Gruppe gefilmt habe, durfte Wurmi natürlich auch nicht fehlen.“

Nicht nur wegen dieses kleinen Tieres dürfte Schäfer bei Alt und Jung gleichermaßen bekannt sein. Der 60-Jährige hat jahrelang dafür gesorgt, dass sich die Viertklässler sicher auf ihrem Fahrrad durch den Straßenverkehr bewegen können und die Kindergartenkinder lernen, nicht einfach so auf die Straße zu rennen, sondern erst nach links, rechts und wieder nach links zu schauen. Jetzt geht der Polizist in den Ruhestand. „Vieles werde ich vermissen“, sagt der Jestädter - zum Beispiel die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen. Denn die lag ihm während seiner mehr als 40-jährigen Dienstzeit immer am Herzen: 1974 zur Polizei gekommen, genoss er ab 1977 dort unter anderem auch eine Tauch- und Bootsausbildung, erwarb alle Führerscheinklassen und machte seinen Fahrlehrerschein. „So konnte ich junge Polizisten selbst in allen Führerscheinklassen ausbilden.“ Jahrelang hat er das an seiner ehemaligen Dienststelle in Wiesbaden/Mainz-Kastel getan, bevor er 1981 nach Kassel versetzt wurde und dort seine Fahrlehrer-Tätigkeit fortgesetzt hat. „In die Region zurückgekommen bin ich 1991, erst nach Sontra und anschließend nach Eschwege“, sagt Schäfer, der in Niederhone geboren wurde.

In der Kreisstadt war er erst vier Jahre lang im Schichtdienst eingesetzt, bevor er sich dem Verkehrsdienst und damit auch wieder der Jugend widmen konnte. Als Fahrlehrer bei der Polizei hatte er bereits viel Erfahrung mit der Ausbildung von jungen Menschen im Straßenverkehr, deshalb war es für ihn „nur logisch“, sich auch bei den Jüngeren zu engagieren. „Die vergangenen 16 Jahre in der Jugendverkehrserziehung waren eine große Herausforderung, es gab aber auch wunderbare Erfahrungen bei der Ausbildung von Kindergartenkindern und Grundschülern“, blickt Schäfer auf die vergangenen Jahre zurück. Er freut sich, dass sich eine gute Zusammenarbeit mit den Schulen und Kindergärten im Kreis entwickelt hat.

Ganz von der Bildfläche verschwinden wird Schäfer in Zukunft nicht: Derzeit der zweite Vorsitzende der Kreisverkehrswacht, ist er bereit, im kommenden Jahr auch das Amt des ersten Vorsitzenden zu übernehmen. Immer mal wieder in Kontakt treten wird er dann wohl auch mal mit seinem Nachfolger in der Jugendverkehrserziehung (in der derzeit schon Rüdiger Kunz arbeitet und es auch weiterhin tun wird): Ab dem 1. Februar kommt der Wichmannshäuser Guido Schilling, der momentan in Sontra im Dienst ist. „Wurmi bekommt er aber nicht, da muss er sich was Neues einfallen lassen“, sagt Schäfer und lacht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.