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Eschwege: Mann soll Ehefrau erst betäubt und dann vergewaltigt haben

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Von: Thomas Stier

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Ein 36-jähriger Mann aus Eschwege steht vor dem Kasseler Landgericht. Er soll seine Frau betäubt und sexuell missbraucht haben.
Ein 36-jähriger Mann aus Eschwege steht vor dem Kasseler Landgericht. Er soll seine Frau betäubt und sexuell missbraucht haben. © Peter Steffen/dpa - Bildfunk

Ein Mann aus Eschwege soll seine Ehefrau zunächst betäubt und anschließend vergewaltigt haben soll. Vor Gericht bestreitet er die Tat.

Kassel – Weil er seine eigene Ehefrau und Mutter dreier gemeinsamer Kinder mit Schlaftabletten betäubt und dann sexuell missbraucht haben soll, steht seit gestern ein 36-jähriger Mann aus Eschwege vor dem Kasseler Landgericht.

Staatsanwältin Trixi Sturm wirft dem Angeklagten gefährliche Körperverletzung in Tateinheit mit Vergewaltigung in vier Fällen vor.

Eschwege: Mann verabreicht Ehefrau Schlaftabletten – und soll sie vergewaltigt haben

Die Taten sollen sich zwischen Mai 2017 und Januar 2018 im gemeinsamen Haus der Familie in Eschwege ereignet haben. Laut Anklage hat der Angeklagte, ein schlanker, eher kleiner Mann, seiner Frau Schlaftabletten, die er sich zuvor von seinem Hausarzt hat verschreiben lassen, in den Wein gemischt. Bei dieser ersten Tat habe er nur die Wirkung der Tabletten herausfinden wollen. Die 42-jährige Frau fiel in einen tiefen Schlaf, aus dem sie erst am nächsten Morgen mit deutlichen Erinnerungslücken aufwachte.

Dies war sozusagen die Generalprobe für die erste Vergewaltigung im Juni. Wieder verabreichte ihr der 35-Jährige laut Anklage die Tabletten in einem Getränk und verübte dann an der nahezu bewusstlosen Frau den Oralverkehr. Die Ehefrau hatte diese Sexualpraktik abgelehnt.

Wegen Betäubung und Vergewaltigung: Frau aus Eschwege erstattet Anzeige gegen Ehemann

Nachdem sich dies ein weiteres Mal wiederholt hatte, war die Frau misstrauisch geworden und hatte bei ihrem Hausarzt eine Blutuntersuchung vornehmen lassen, bei der das Schlafmittel nachgewiesen werden konnte. Die Frau stellte ihren heute geschiedenen Mann zur Rede, der ihrer gestrigen Zeugenaussage zufolge die Medikamentengabe zugab und auch den sexuellen Missbrauch zwar nicht einräumte, aber auch nicht bestritt.

Der Bruder der Frau sagte gestern als Zeuge aus, dass ihm der Angeklagte letztlich die Betäubung gebeichtet habe. Er habe ihr die Tabletten gegeben, um sie gefügig zu machen. Seine Frau habe ihm allerdings verziehen.

Wenig später kam es zur vierten Tat. Dabei hatte der Angeklagte aber wohl nicht mehr genügend Tabletten, sodass die nur halb betäubte Frau zumindest Teile des Geschehens mitbekam.

Eschwege: Sexueller Missbrauch der Tochter und Ehefrau – Mann bestreitet Taten vor Gericht

Sie erstattete Anzeige, trennte sich von ihrem Mann und verfügte ein Annäherungsverbot. Im August 2020 wurde die Ehe geschieden, der Mann hat keinen Umgang mehr mit den Kindern.

Ein Polizist der Eschweger Kripo sagte als Zeuge aus, dass er den Angeklagten wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs der ältesten Tochter vernommen habe. Dabei sei auch die Vergewaltigung der Ehefrau zur Sprache gekommen. Wegen des Missbrauchs ist der Mann inzwischen per Strafbefehl verurteilt.

Vor Gericht widerrief der Angeklagte über seinen Verteidiger sein vor der Polizei gemachtes Geständnis der Taten, das er unter großem Stress abgegeben habe. Er verwies auf von ihm aufgenommene Videos, die beide beim einvernehmlichen Oralverkehr zeigten. Das Gerichtsverfahren gegen den 36-Jährigen wird am Mittwoch, 21. März, um 9 Uhr fortgesetzt.

In Einbeck (Kreis Northeim) eskalierte ein Streit zwischen einem Ehepaar. Der Mann schlug auf seine Ehefrau ein - die Polizei nahm die Ermittlungen auf.

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