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Werra-Meißner-Kreis beteiligt sich an Europäischer Woche der Abfallvermeidung

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Von: Eden Sophie Rimbach

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Bei der Modenschau im Gebrauchtwarenzentrum lief unter anderem Friedrich Klein über den Laufsteg.
Bei der Modenschau im Gebrauchtwarenzentrum lief unter anderem Friedrich Klein über den Laufsteg. © PRIVAT/NH

Das diesjährige Motto „Nachhaltige Textilien – Wiederverwertung statt Abfallverschwendung“ soll darauf hinweisen, wie viel Kleidung im Müll landet.

Werra-Meißner – Die vergangene Woche stand in Europa unter dem Zeichen der Abfallvermeidung. Passend zum diesjährigen Motto „Nachhaltige Textilien – Wiederverwendung statt Verschwendung“ stellte der Werra-Meißner-Kreis zwei lokale Initiativen vor.

Second-Hand-Mode ist vielfältig

Neben dem Verein „Eschwege hilft“ (WR berichtete) waren das die Gebrauchtwarenzentren Witzenhausen und Eschwege. Dort können Menschen tragbare Kleidung direkt abgeben, wie es in einer Pressemitteilung des Kreises heißt. Eine Modenschau im Gebrauchtwarenzentrum im Eschenweg in Eschwege sollte zeigen, dass Second-Hand-Mode nicht altmodisch sein muss. Nachdem es dort bereits im Jahr 2013 eine Modenschau gegeben hatte, fand mit der Veranstaltung am vergangenen Freitag die zweite statt.

„Das Angebot ist breit gefächert“, sagt Andrea Kommer, Leiterin der Geschäftsstelle in Eschwege. Kinder-, Damen- und Herrenbekleidung gebe es hier und das – was sie besonders freue – in fast allen Größen. Hinzukommen laut Dirk Grölling, Leiter des Gebrauchtwarenzentrums Witzenhausen, vielfältige Spezialangebote wie Outdoor- oder Sportbekleidung. „Da ist auch mal ein Taucheranzug oder eine komplette Reitausrüstung dabei“, erklärt er. Die Gebrauchtwarenzentren würden neben den Aspekten der Abfallvermeidung und des Klimaschutzes eine motivierende und sinnvolle Beschäftigung für Langzeitarbeitslose bieten. Das teilt der Kreis mit.

Günstige Kleidung wird zum Wegwerfartikel

„Noch nie haben wir so viel Kleidung besessen wie heute“, so Gabriele Maxisch, Umweltberaterin des Kreises. Seit dem Jahr 2000 habe sich der Konsum von 50 auf 100 Milliarden neu gekaufte Stücke verdoppelt. Durch das Phänomen „Fast Fashion“ sei die Höhe der Ausgaben für Bekleidung gleichzeitig gesunken.

Günstige Kleidung werde teilweise nach zwei- oder dreimaligem Tragen zum Altkleidercontainer gebracht, weil sie aufgrund geringer Qualität Mängel aufweise oder schlicht nicht mehr gefalle. Zusätzlich besitze ein durchschnittlicher Erwachsener in Deutschland laut einer Studie von Greenpeace 95 Kleidungsstücke, wobei weder Socken noch Unterwäsche einberechnet werden. Rund 60 Artikel kommen demnach jährlich hinzu. Ein Großteil davon werde nicht getragen. Geschätzt werde diese Zahl auf zwei Milliarden Teile.

Pandemie hat Tendenz zum Aussortieren von Kleidung verstärkt

Während der Coronapandemie habe sich die Tendenz, Kleidung nach kurzer Zeit auszusortieren und sie im Altkleidercontainer zu entsorgen, verstärkt. Viele Verbraucher hätten die seit der Beschränkungen genutzt, um ihre Schränke auszusortieren. „Mode ist zum Wegwerfartikel geworden“, sagt Landrätin Nicole Rathgeber. Im Kreis können Kleidungsstücke bei den Gebrauchtwarenzentren oder bei „Eschwege hilft“ abgegeben werden. Die Stellen nehmen darüber hinaus auch Möbel an. (Eden Sophie Rimbach)

Abgabemöglichkeiten für Kleidung und Informationen im Werra-Meißner-Kreis

„Eschwege hilft“ und der Kleidercontainer befinden sich noch in der Wendischen Mark 13 in Eschwege. Kleiderspenden können auch mittwochs und freitags von 15 bis 17 Uhr direkt abgegeben werden.

Das Gebrauchtwarenzentrum verfügt über einen Abholservice und ist unter Tel. 0 56 51/9 92 08 33 (Esw) oder Tel. 0 55 42/99 99 22 (Wiz) erreichbar.

Auskunft zum Thema gibt die Umweltberaterin, Gabriele Maxisch. Erreichbar ist sie unter Tel.: 0 56 51/3 02 47 51 oder via E-Mail unter gabriele.maxisch@werra-meissner-kreis.de.

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