Ex mit Messer schwer verletzt

Mann aus Eschwege wegen versuchten Mordes vor Gericht

Symbolbild Justizia
+
Der Angeklagte gibt vor Gericht an, sich nicht an die Tat erinnern zu können. (Symbolbild)

Fünf Mal soll ein 26-jähriger Mann in Eschwege auf seine frühere Partnerin und Mutter einer gemeinsamen Tochter eingestochen haben. Die Frau wurde dabei schwer verletzt.

Kassel/Eschwege – Wegen versuchten Heimtückemordes steht der in Saudi Arabien geborene Somalier seit gestern vor der 10. Strafkammer des Kasseler Landgerichts. Vor Richter Geisler gab der hochgewachsene, schlanke Angeklagte über seinen Verteidiger an, sich nicht mehr an die Tat erinnern zu können.

Laut Staatsanwaltschaft hat sich die Tat wie folgt abgespielt: Am Morgen des 2. November vergangenen Jahres war der Mann zur Wohnung seiner Ex im Eschweger Schützengraben gekommen. Im Treppenhaus wartete er, bis die Frau mit der Tochter auf dem Weg zum Kindergarten die Tür öffnete. Der 25-Jährige drängte die Frau zurück in die Wohnung, zog ein Küchenmesser mit 20 Zentimeter langer Klinge, forderte die Herausgabe der Wohnungsschlüssel und sperrte die Tür ab.

Anschließend, so die Anklägerin, sperrte er das Kind in ein anderes Zimmer und vergewaltigte die Frau unter Vorhalt des Messer zwei Mal.

Gegen 13.15 Uhr verließ der Angeklagte die Wohnung. Die Frau alarmierte sofort die Polizei, Beamte holten die Frau ab, brachten sie ins Krankenhaus und zur Vernehmung aufs Revier.

Zwei Beamte begleiteten sie dann zurück in die Wohnung, wo sie Sachen für einen Klinikaufenthalt packen wollte. Als sie im Schlafzimmer packte, sprang plötzlich der Angeklagte aus dem Kleiderschrank und stach sofort mehrmals mit dem Messer auf Bauch, Flanke und Hals der Frau ein. Auch als die beiden Polizeibeamten ins Zimmer stürmten, fügte der Mann ihr noch zwei Stiche zu. Erst als ihn eine Beamtin mit der Dienstwaffe bedrohte, stoppte er den Angriff und konnte von dem anderen Polizisten überwältigt werden.

Die Frau erlitt fünf bis zu sechs Zentimeter tiefe und vier Zentimeter breite Stichwunden im Bauchbereich und am Hals. Außerdem zog sie sich bei den Abwehrversuchen mehrere tiefe Schnitte an den Händen sowie Prellungen zu. Sie musste nach dem Angriff stationär im Krankenhaus aufgenommen werden.

Der Mann war unmittelbar nach der Tat festgenommen worden und sitzt seither in der JVA Kassel in Untersuchungshaft. Erst hier habe seiner Erinnerung wieder eingesetzt, er dachte, er habe das nur geträumt, sagte er.

Insgesamt vier Verhandlungstage hat die 10. Strafkammer des Landgerichts für den Mordprozess angesetzt. Der 26-jährige Somalier ist wegen versuchten Heimtückemordes, Vergewaltigung in Tateinheit mit Geiselnahme und gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Die Verhandlung wird am morgigen Donnerstag, 7. Oktober, ab 9 Uhr in Saal E 221 fortgesetzt. Weiter geht es am 26. Oktober, am 29. Oktober soll dann das Urteil fallen. (tom)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.