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Familienbildungsstätte verabschiedet Frauen mit Fluchtgeschichte ins Berufsleben

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Von: Maren Schimkowiak

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„Let´s Work“ und „Aktiv in den Job“: Die evangelische Familienbildungsstätte würdigt die Teilnehmerinnen der Arbeits- und Integrationsmaßnahmen mit Zertifikat.
„Let´s Work“ und „Aktiv in den Job“: Die evangelische Familienbildungsstätte würdigt die Teilnehmerinnen der Arbeits- und Integrationsmaßnahmen mit Zertifikat. © Maren Schimkowiak

„Let´s Work“ und „Aktiv in den Job“: Die evangelische Familienbildungsstätte würdigt die Teilnehmerinnen der Integrationsmaßnahmen für Frauen mit Fluchtgeschichte mit Zertifikat.

Werra-Meißner – Mit „Let´s Work“ und „Aktiv in den Job“ bietet die Evangelische Familienbildungsstätte (FBS) Arbeitsmarkt- und Integrationsprojekte an, durch die junge Frauen beziehungsweise Frauen mit Migrations- und Fluchtgeschichte eine soziale und berufliche Orientierung erhalten. Den Teilnehmerinnen wurden kürzlich bei einer gemeinsamen Abschlussfeier, bei der auch Landrätin Nicole Rathgeber, Dekanin Ulrike Laakmann und Vertreterinnen des Jobcenters ihre Glückwunsche ausrichteten, die Zertifikate übergeben. „Jede unserer Teilnehmerinnen steht heute an einem anderen Punkt als vor gut einem Jahr“, stellt Gudrun Lang, Leiterin der FBS fest. Im Rahmen der Feier haben die Teilnehmerinnen eine Foto- und Videopräsentation vorbereitet, die zeigt, welche Erfahrungen die Frauen in den zurückliegenden Monaten gesammelt haben.

„Let´s Work“

Die Bildungsmaßnahme „Let´s Work“ richtet sich vornehmlich an Frauen mit Migrationshintergrund oder Fluchtgeschichte. Unterteilt ist die Maßnahme in vier Module, in denen unter anderem Teambildung, Selbstverteidigung, Kompetenzanalyse, Kommunikations- und Bewerbungstrainings, Computerführerschein sowie der Umgang mit Behörden geschult wurde. Zudem haben die Teilnehmerinnen in Pflegeeinrichtungen, Schulen und Kindertagesstätten oder Gastronomiebetrieben Praktika absolviert und hier erste Berufserfahrung auf dem deutschen Arbeitsmarkt gesammelt.

Einige der Teilnehmerinnen, die aus Syrien, Albanien, Nigeria oder Tunesien stammen, haben in ihrem Heimatland als Lehrerin gearbeitet, sie werden nun bei der Anerkennung ihrer Qualifizierung unterstützt. Hierzu gehört vor allem, dass sie weiterhin Deutschkurse besuchen, um die erforderlichen Sprachzertifikate zu erwerben. „Ziel von Let´s Work ist es, den Frauen eine Perspektive für ihre berufliche Zukunft zu bieten und auch ihre Rolle als Frau und Mutter neu zu sortieren“, resümiert Ainaz Basanjideh, eine der beiden Projektleiterinnen.

„Aktiv in den Job“

Zur Zielgruppe von „Aktiv in den Job“ zählen junge, zumeist alleinerziehende Frauen unter 25 Jahren, die Arbeitslosengeld II beziehen. Das Projekt wird bereits seit 2011 jährlich von der FBS durchgeführt, im aktuellen Kurs haben neun Frauen teilgenommen. „Hier geht es neben der Berufsorientierung und dem -einstieg auch um wichtige soziale Fragestellungen wie Unterhalt, Behördengänge oder auch die Gesundheitsfürsorge“, erklären die Projektleiterinnen Antje Vopicka und Karin Stanzel. Von familiären Schwierigkeiten über das Finden einer eigenen Wohnung bis hin zur ärztlichen Versorgung reicht die Unterstützung, die die Pädagoginnen ihren Teilnehmerinnen anbieten.

Dass sich die mitunter sehr intensive Einzelarbeit lohnt, zeigt sich am Beispiel der 27-jährigen Melanie, Mutter einer vierjährigen Tochter. „Ich habe freiwillig an ‘Aktiv in den Job’ teilgenommen, weil ich mein Leben endlich selbst stemmen möchte“, erzählt die Frau stolz. Im Rahmen des Projektes hat sie ein Praktikum auf dem Bau absolviert und wird demnächst ihre Ausbildung hier beginnen. „Ich habe mein Leben durch den Kurs auf die Reihe bekommen.“ Dieses positive Fazit zieht auch die 20-jährige Eyleen, die durch ein Praktikum einen festen Job in der Altenpflege bekommen hat, und nun besser für sich und ihren Sohn sorgen kann.

Landrätin Nicole Rathgeber würdigt die Leistungen der Frauen und hofft, dass durch ihre Beispiele andere Frauen den Weg in ein orientiertes Leben finden.

Auch nach den abgeschlossenen Maßnahmen werden die Teilnehmer weiter begleitet, viele Angebote der FBS bauen aufeinander auf. „Wir sind eine Anlaufstelle, nicht nur für unsere Teilnehmerinnen, sondern für die gesamte Familie“, so Gudrun Lang, die sich freut, dass die Einrichtung durch jede einzelne Frau bunter und lebendiger wird.

Info: Weitere Infos zu den Angeboten, Bildungsmaßnahmen und dem aktuellen Kursprogramm gibt es auch unter fbs-werra-meissner.de.

Von Maren Schimkowiak

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