Fassadensanierung erheblich verzögert: Neue Schäden am Amt für Bodenmanagement entdeckt

Seit fast einem Jahr verhüllt: Das Amt für Bodenmanagement an der Goldbachstraße in Eschwege.
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Seit fast einem Jahr verhüllt: Das Amt für Bodenmanagement an der Goldbachstraße in Eschwege.

Elf statt drei Monate: Der Abschluss der Sanierung der Fassade des Amts für Bodenmanagement an der Goldbachstraße in Eschwege verzögert sich erheblich.

Eschwege – Ursprünglich war ein Ende der Bauarbeiten für den Herbst angedacht. Jetzt wird es nach Angaben des zuständigen Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen (LBIH) noch bis Juli dauern. Damit dauert das Projekt anstatt der angedachten drei Monate nun fast ein Jahr.

Die Fassade des 92 Jahre alten Gebäudes wird seit August aufwendig restauriert. Die Außenputz- und Malerarbeiten bestehen aus einer Untergrundreinigung, einer umfänglichen Überprüfung der Fassade mit eventuellen Reparaturmaßnahmen und einem mehrschichtigen Anstrich der Putzfassade. Die aus Holz bestehenden Außenfenster und Eingangstüren werden auch neu gestrichen. Sandsteinelemente der Fassade, wie Fensterbänke, Faschen und Traufen erhalten eine Oberflächenbehandlung und werden nötigenfalls ausgebessert. Der Sandsteinsockel des Gebäudes wird neu verfugt. „Während der Arbeiten wurden weitere schadhafte Stellen entdeckt, die zuvor nicht bekannt waren“, sagt Pressesprecher Alexander Hoffmann.

Schäden neu entdeckt: Sie müssen nun aufgearbeitet werden

Diese schadhaften Stellen werden nun aufgearbeitet, was nach Angaben des LBIH recht zeitaufwendig ist. Zusätzlich musste wegen Abstimmungsschwierigkeiten mit dem zunächst beauftragten Unternehmen zwischenzeitlich ein neuer Fachbetrieb für die Natursteinarbeiten gefunden werden. „Dieser konnte seine Arbeit witterungsbedingt erst im Frühjahr aufnehmen, was ebenfalls für Verzögerungen gesorgt hat“, erklärt Hoffmann.

Das Gebäude, in dem das Amt für Bodenmanagement untergebracht ist, ist besonders markant und sticht durch die Einrüstung und Verhüllung derzeit besonders hervor. Das sogenannte Behördenhaus wurde Ende der 1920er-Jahre im „Stil der neuen Sachlichkeit“ erbaut. Der Bau dauerte lediglich eineinhalb Jahre. 1928 war der Rohbau fertig, im Januar 1929 wurde eingeweiht. Von diesem Zeitpunkt an zogen verschiedene Behörden in das Haus ein, das eine wechselvolle Geschichte hinter sich hat.

Einzig das Katasteramt ist hier seit Anfang an untergebracht – auch wenn es heute als Außenstelle des Amts für Bodenmanagement (AfB) in Homberg firmiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg war hier für einige Zeit die für den Landkreis Eschwege zuständige Spruchkammer untergebracht, die sich um die Entnazifizierung der Bevölkerung kümmerte. Von 1958 bis 1966 fand auch die Eschweger Gendarmerie hier ein Zuhause. In der Außenstelle des Amts für Bodenmanagement in Eschwege arbeiten heute rund 40 Bedienstete.

Nach und nach soll das Gebäude in den nächsten Wochen wieder freigelegt werden. „Da die Arbeiten an den Natursteinelementen noch andauern, wird auch das Gerüst nach wie vor benötigt“, sagt Hoffmann. 60 Euro kostet das Gerüst pro Tag. Es sei angedacht, dass fertiggestellte Fassadenseiten abgerüstet werden, „um die Zugänglichkeit zum Gebäude zu vereinfachen und um die Kosten für das Gerüst so gering wie möglich zu halten.“

Von Tobias Stück

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