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Festgottesdienst zum 500-jährigen Jubiläum der Kirche in Niddawitzhausen

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Von: Kristin Weber

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Zu Ehren der 500 Jahre alten Dorfkirche: (von links) Pfarrerin Ellen Kallweidt, Tanja Wild, Ilona Ludwig und Brunhilde Ludolph vom Kirchenvorstand, als historische Person Barbara Hoefel und Prälat im Ruhestand Bernd Böttner. Zwischen ihnen ein historisches Gemälde der Kirche.
Zu Ehren der 500 Jahre alten Dorfkirche: (von links) Pfarrerin Ellen Kallweidt, Tanja Wild, Ilona Ludwig und Brunhilde Ludolph vom Kirchenvorstand, als historische Person Barbara Hoefel und Prälat im Ruhestand Bernd Böttner. Zwischen ihnen ein historisches Gemälde der Kirche. © Kristin Weber

1521 wurd die Dorfkirche in Niddawitzhausen eingeweiht. Mein einem Jahr Verspätung wurde jetzt das 500-jährige Bestehen mit einem Festgottesdienst gefeiert.

Niddawitzhausen – Kirchengebäude seien Kontaktflächen, die Berührungen schaffen zwischen Gott und der Welt, sagte der Prälat im Ruhestand, Bernd Böttner, im Festgottesdienst zum Jubiläum der Kirche in Niddawitzhausen. Seit 500 Jahren steht diese Kontaktfläche in Niddawitzhausen auf einem kleinen Hügel am Rande des Dorfes.

1521 wurde die Kirche eingeweiht, als spätgotischer Saalbau. 1887 wurde ein Glockenturm angebaut. Barbara Hoefel erklärte im historischen Gewand, wie der Gottesdienst zur Zeit der Erbauung der Kirche aussah: Es gab keine Bänke oder Emporen, die Gottesdienstbesucher standen im Kirchenraum vor dem Altar. 1637, als im Dreißigjährigen Krieg die Kroaten heranrückten, flohen die etwa 200 bis 300 Dorfbewohner hinter die dicken Mauern der Kirche und suchten dort Schutz. „Diese Mauern verbinden uns mit den Menschen, die vor 500 Jahren hier gelebt haben“, sagte sie. „Dass sie nach 500 Jahren immer noch stehen, gibt uns Hoffnung für die Zukunft.“

In seiner Predigt wies Bernd Böttner darauf hin, dass jede Kirche als Haus Gottes im Grunde eine Version des Tempels in Jerusalem sei. Die meisten Christen verbänden die besonderen Momente in ihrem Leben damit: Die Taufe, Konfirmation, Hochzeit, Abschied von den Verstorbenen. „Unsere Kirchen prägen das Bild unserer Dörfer und Städte“, sagte Böttner. „Sie sind Zentren der Lebenskraft, nicht nur für das Leben Einzelner, sondern für die ganze christliche Gemeinde.“ Wie die Kirche heute auszusehen habe, von außen und von innen, als Institution, darüber werde im Moment diskutiert. „Kirche ist und bleibt eine Baustelle, auf der gearbeitet wird und auf der wir nie fertig sind“, sagte er. Aus der Kirche heraus wollten Christen nicht nur die Dörfer in den Gemeinden gestalten, sondern sich auch für eine durch demokratische und christliche Werte geprägte Gesellschaft einsetzen, ja sogar Europa gestalten und in die Welt hineinwirken. „Eine Kirche ist viel mehr als nur ein Gebäude“, sagte er. „Ich hoffe, dass gelebtes Miteinander an diesem Ort noch viele weitere Generationen besteht“, sagte Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe.

Pfarrer Harald Aschenbrenner, der lange in Niddawitzhausen tätig war, hat immer noch eine enge Beziehung zu der Gemeinde, wie er deutlich machte. Er tritt nun die Pfarrstelle in Jestädt an und freut sich, dass er nach seiner Zeit als Militärpfarrer wieder in die Heimat zurückkehren kann. Den Gottesdienst leitete Pfarrerin Ellen Kallweidt, Lektorin war Ilona Ludwig, an der Orgel saß Svetlana Lillmann, Gitarre spielte Monika Böttner.

Zum Jubiläum der Kirche wurde außerdem der baugeschichtliche Kirchenführer überarbeitet und neu aufgelegt.  kw

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