Bewährungsstrafe

Steuerhinterziehung: Finanzamt-Mitarbeiterin aus dem Werra-Meißner-Kreis verurteilt

Mauschelei bei der Steuererklärung: Eine Mitarbeiterin des Eschweger Finanzamtes hat sich durch gefälschte Belege kräftige Steuererstattungen erschlichen. Symbol
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Mauschelei bei der Steuererklärung: Eine Mitarbeiterin des Eschweger Finanzamtes hat sich durch gefälschte Belege kräftige Steuererstattungen erschlichen. Symbol

Werra-Meißner: Wegen zehnfacher Steuerhinterziehung musste sich eine 62-Jährige vom Finanzamt Eschwege verantworten. Dafür wurde sie jetzt vom Gericht verurteilt.

Werra-Meißner – Wegen zehnfacher Steuerhinterziehung, die teilweise im Versuch stecken blieb, hat das Kasseler Amtsgericht eine 62-jährige Frau aus dem Werra-Meißner-Kreis zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt. Die Strafe wurde für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Außerdem muss die nicht vorbestrafte Frau 100 gemeinnützige Arbeitsstunden leisten. Zur Verhandlung vor dem Amtsgericht war die Frau am Montag nicht erschienen, so dass die Entscheidung per Strafbefehl erlassen wurde.

Steuerhinterziehung: Finanzamt-Mitarbeiterin nutzte ihr Fachwissen

Als Mitarbeiterin des Finanzamtes Werra-Meißner hatte die Frau ihre Fachkenntnisse und Zugriffsmöglichkeiten auf die Belege fremder Steuerpflichtiger genutzt, um sich selbst, ihrem Ehemann und ihrer Schwester ungerechtfertigte Vorteile bei den Einkommenssteuererklärungen für die Jahre 2015 bis 2019 zu verschaffen.

Da kam einiges zusammen: Für sich selbst konnte sie ihre Steuerschuld durch gefälschte Belege um rund 14 000 Euro drücken, bei weiteren 6500 Euro blieb es beim Versuch, weil die Mauscheleien vorher von Kollegen entdeckt worden waren. Bei Mann und Schwester summierte sich die hinterzogene Steuer sogar auf 17 000 Euro, bei 8000 Euro wurde der versuchte Steuerbetrug vereitelt.

Finanzamt-Mitarbeiterin ging bei Steuerhinterziehung kreativ vor

Bei der Anfertigung der Belege war die Finanzamts-Mitarbeiterin durchaus kreativ vorgegangen: Aus den Belegen anderer Steuerpflichtiger zu Handwerkerlohnkosten, zu Spenden oder außergewöhnlichen Belastungen hatte die 62-Jährige Kopien gezogen, diese manipuliert und sie dann den eigenen Steuererklärungen beziehungsweise denen der Familienmitglieder beigefügt und so kräftige Steuerrückerstattungen bewirkt. Wenn die Frau nicht innerhalb der nächsten zwei Wochen Rechtsmittel einlegt, wird der Strafbefehl rechtskräftig, erläuterte Staatsanwalt Dr. Stephan Schwirzer.

Eines aber steht seit dem Auffliegen der Betrügereien schon länger fest: Beim Finanzamt Eschwege ist die Frau nicht mehr beschäftigt. (Tom Stier)

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