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Fliegerstaffel Fuldatal übt Wasserentnahme am Bootssee

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Von: Stefanie Salzmann

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Helikopter über Bootssee
Keine feindlichen Truppen, sondern die Fliegerstaffel der Bundespolizei aus Fuldatal hat am Bootssee bei Grebendorf die Wasserentnahme mit Hubschraubern geübt © Salzmann, Stefanie

Eine spektakuläre Übung der Fliegerstaffel Fuldatal fand am Bootssee in Grebendorf statt.

Grebendorf – Alle paar Minuten schwillt der Lärm der Hubschrauberrotoren über Grebendorf an. Aus Richtung Eschwege fliegt ein Airbus EC-155 auf den Bootssee an und steht über der schäumenden Wasseroberfläche. Der orange Wasserkorb, schwebt noch kurz in der Luft, dann kippt der Korb ins Wasser und taucht wenige Sekunden später gefüllt wieder auf. Der Hubschrauber steht fast bewegungslos über dem See und erhebt sich dann wieder, um in Richtung Blaue Kuppe zu fliegen, wo er seine Last auskippt.

Bei der gestrigen Übung der Fliegerstaffel Fuldatal der Bundespolizei wurden Piloten darin ausgebildet, per Hubschrauber Wasser zu entnehmen. „Besetzt ist der Hubschrauber mit je zwei Piloten und zwei Operateuren“, erklärt Jürgen Vogt, stellvertretender Leiter des Kompetenzzentrums Außenlast der Fliegerstaffel. Je ein erfahrener Pilot und ein Auszubildender fliegen das schwierige Manöver. Angeflogen wird gegen den Wind, weil nur so optimale Auftriebsverhältnisse möglich sind.

Helikopter mit Wasserkorb
Sichern und schauen: Die Feuerwehr Grebendorf sicherte die Anflugstelle am Bootssee. © Stefanie Salzmann

Grebendorf: Fliegerstaffel übt Wasserentnahme

Wenn der Hubschrauber über dem Wasser steht, kommen die Operateure zum Einsatz. „Vier, drei, zwei, Kontakt....“. Dann tauchen sie das Bambibucket ein, das sich mit bis zu 600 Litern Wasser füllt. Der Korb wird oberhalb der Wasserlinie gezogen – eine Aktion von zehn bis 15 Sekunden. Dann verharrt der Hubschrauber noch kurz, die Piloten prüfen die Leistungsparameter und steigt wieder auf. „Dann ist der Hubschrauber am schwersten“, sagt Vogt. Mit ihrer Wasserlast flogen die Piloten gestern jeweils zur Blauen Kuppe und entledigten sich ihrer Last am Übungsplatz.

Zum Einsatz kommen Hubschrauber mit Bamibucket zum Beispiel bei Waldbränden oder Bränden in schwer zugänglichen Regionen – häufig zu sehen bei den großen Waldbränden in Kalifornien. Aber auch bei der Hochwasserbekämpfung werden auf diese Weise zum Beispiel Sandsäcke transportiert.

Sichern und schauen: Die Feuerwehr Grebendorf sicherte die Anflugstelle am Bootssee.
Sichern und schauen: Die Feuerwehr Grebendorf sicherte die Anflugstelle am Bootssee. © Salzmann, Stefanie

Grebendorf: Bootssee als Übungsstätte für Fliegerstaffel

Auf den Bootssee war die Wahl für die Übung gefallen, weil es nahe des Stützpunktes naturschutzrechtliche Bedenken gebeben habe, so Vogt. Künftig wolle man die Übungen aber auf den Herbst verlegen, wenn die Laichzeiten der Amphibien und Brutzeiten der Vögel durch sind, so Vogt.

Vor Ort waren am Mittwoch auch Rainer Liberty vom Gefahrenabwehrzentrum des Werra-Meißner-Kreises. „Wir haben von der Übung nur durch Zufall erfahren, wollten uns das als Brandschutzbehörde aber anschauen“, so Liberty. Die Feuerwehren seien berechtigt, Hubschrauber bei bestimmten Lagen anzufordern. Zudem überlege man, Führungskräfte in dem Bereich fortzubilden. Gesichert wurde die Anflugstelle gegenüber des Campingplatzes durch die Grebendorfer Feuerwehr. „Wir sind für die Sicherheit hier, aber auch, um uns so was mal anzuschauen“, so Marcel Kluge. (Stefanie Salzmann)

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