1. Startseite
  2. Lokales
  3. Witzenhausen
  4. Eschwege

Fotos in der Schildgasse in Eschwege zeigen Noelles Fehlen

Erstellt:

Von: Eden Sophie Rimbach

Kommentare

Bei der Eröffnung: (von links) Heike Gumpricht war auf Sina Niemeyer aufmerksam geworden. Gemeinsam mit Vanessa Grauer und Ingeborg Wiegand hatte sie sich an der Umsetzung der Ausstellung beteiligt.
Bei der Eröffnung: (von links) Heike Gumpricht war auf Sina Niemeyer aufmerksam geworden. Gemeinsam mit Vanessa Grauer und Ingeborg Wiegand hatte sie sich an der Umsetzung der Ausstellung beteiligt. © Eden Sophie Rimbach

In drei Schaufenstern sind Bilder der Berliner Künstlerin Sina Niemeyer zu sehen. Die Ausstellung hat das SophienForum Werra-Meißner ermöglicht und am Samstag (1. Oktober) eröffnet.

Eschwege – Mit einer Vernissage eröffneten das SophienForum Werra-Meißner und Fotokünstlerin Sina Niemeyer am Samstagmittag (1. Oktober) eine Ausstellung zum Thema Feminizid in Eschwege. In drei Schaufenstern von Vockeroth an der Schildgasse wird ein Ausschnitt des ersten Kapitels über Noelle bis zum 12. November zu sehen sein. Sie war 2020 in Berlin einem Sexualverbrechen zum Opfer gefallen. Das jetzt gezeigte Kapitel ist Teil des Projekts „An jedem dritten Tag“.

Das mehrteilige Projekt Niemeyers beschäftigt sich mit Feminiziden in Deutschland. Als Feminizide werden Morde an Frauen und Mädchen bezeichnet, die aufgrund der Tatsache verübt werden, dass die Opfer Frauen sind. Für das erste Kapitel hat die Berliner Künstlerin mit Noelles Mutter und Schwester zusammengearbeitet.

Arbeit war „anstrengend und schön zugleich“

Im Sommer 2021 begann Niemeyers Zusammenarbeit mit Noelles Familie. Als „anstrengend und schön zugleich“ beschreibt sie diese. Denn einerseits sei die Arbeit für die Familie und Niemeyer emotional herausfordernd gewesen. Andererseits sei Noelles Mutter froh über das Projekt. Selbst über Noelles Mord und ihr Fehlen zu schreiben, schaffe sie nicht.

Niemeyer erklärt, dass sie die Zusammenarbeit mit der Familie nur unter der Bedingung aufgenommen habe, dass die Betroffenen ein professionelles Auffangnetz haben. Wichtig sei ihr, die Grenzen der Familie zu achten.

Ausstellung auf zwei Ebenen

Noelle ist daher nicht zu sehen. Im ersten Schaufenster in Eschwege zeugen ein Foto ihrer Asche und das eines Bergkristalls in einer von Noelle geschnitzten Schatulle von ihr. Ein weiteres Foto zeigt den Garten der Familie, nach dem Mord Zufluchtsort für die Mutter. Die Künstlerin hat eine Zeichnung aus Noelles Kindheit eingefügt. Zu sehen sind Mutter und Töchter als weiße Strichzeichnungen.

Zur Ausstellung gehört blaue Schrift an den Scheiben. „Da ist so viel Raum, in dem man sich bewegt“, sagt Heike Gumpricht vom Sophien-Forum Werra-Meißner über den Aufbau der Ausstellung. Sie hatte Niemeyer in einem Fernsehbeitrag gesehen und bei ihr angefragt.

Fotos sollen Passanten zum Nachdenken bringen

Wie die Künstlerin lobt sie die Ausstellung im öffentlichen Raum, die auf Feminizide aufmerksam machen und dazu anregen soll, sich weiter zu informieren. Über die Wirkung auf Passanten sagt sie: „Es ist immer ergreifend. Jeder nimmt es anders wahr.“

Vanessa Grauer vom SophienForum dankte Heike Gumpricht für die Idee und Peter Gumpricht und Ingeborg Wiegand für den Einsatz beim Aufbau. Der Dank des Forums galt auch Vockeroth und Bündnis 90/Die Grünen für die Finanzierung.

Von Eden Sophie Rimbach

Auch interessant

Kommentare