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Für die Weiterführung der Musikschule gibt es zwei Favoriten

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Von: Tobias Stück

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Mit der musikalischen Früherziehung beginnt die pädagogische Arbeit der Musikschule Werra-Meißner. 641 Schüler aus dem gesamten Kreisgebiet nutzen die Einrichtung.
Mit der musikalischen Früherziehung beginnt die pädagogische Arbeit der Musikschule Werra-Meißner. 641 Schüler aus dem gesamten Kreisgebiet nutzen die Einrichtung. © Adobe/Musikschule Werra-Meißner

Der Kreisausschuss des Werra-Meißner-Kreises hat im Finanzausschuss des Kreistags vier mögliche Weiterführungsformen der Musikschule vorgestellt.

Eschwege – Eine Arbeitsgruppe hatte die Szenarien ausgearbeitet. Die Integration in die Kreisverwaltung oder in einen Eigenbetrieb des Kreises, die Gründung eines kommunalen Zweckverbands, die Gründung einer gemeinnützigen GmbH oder die Weiterführung als Verein sind mögliche Optionen.

1. Fachgebiet des Kreises: Fehlbedarfe zwischen 322 000 und 415 000 Euro werden ab Überführung 2024 von der Arbeitsgruppe prognostiziert. „Das liegt in erster Linie an Gehaltssteigerungen“, wie Frederik Geier aus der Verwaltungsleitung ausführte. Unter dem Dach des Landkreises wird der Tarifvertrag Öffentlicher Dienst (TVÖD) angewandt. Lohn- und Honorarsteigerungen von 37 Prozent werden angenommen. Als Arbeitgeber werde man attraktiver, das führe dazu, einfacher qualifizierte Musiklehrer zu engagieren. Als Nachteil bezeichnete Geier die Personalkosten und hohe Auflagen durch die Verwaltung. Außerdem habe die Verwaltung keine Erfahrung in der Generierung von Eigenmitteln.

Eigenbetrieb: Finanziell gibt es laut der Arbeitsgruppe als Eigenbetrieb kaum Unterschiede zu einem eigenen Fachgebiet des Kreises. Die Musikschule könnte ein Teil der Volkshochschule werden, die bereits als Eigenbetrieb arbeitet. „Der Vorteil: Die VHS weiß, wie man Einnahmen generiert“, verweist Geier auf die Marketingerfahrung. Synergien könnte es in der Raumnutzung geben. Die Musikschule würde auch hier als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen.

2. Kommunaler Zweckverband: Der Zuschuss des Kreises wäre ähnlich, wie unter Punkt 1. Vorteil hier wäre, dass die Musikschule ihre eigenständige Identität bewahren könnte. Zuvor müssten die Kommunen allerdings ihr Einverständnis geben. „In Anbetracht der Tatsache, dass nicht alle Kommunen schon im Moment die Musikschule finanziell nicht unterstützen, sehe ich diese Form kritisch“, sagte Finanzausschussmitglied Martina Oehl.

3. gGmbH: Hier liegen die jährlichen Kosten für den Kreis bei 124 000 Euro bis 192 000 Euro in den nächsten fünf Jahren. Kommunale Zuschussgeber könnten eingebunden werden. Man sei zwar nicht an den VTÖD gebunden, habe dennoch eine Lohn- und Honorarsteigerung von 37 Prozent eingeplant, berichtet Geier.

4. Verein: Finanziell noch ein wenig günstiger als die gGmbH ist die Weiterführung als Verein. Maximal 184 000 Euro pro Jahr müssten zugeschossen werden. Weiterhin könnten Förderer und Sponsoren eingebunden werden. Im Gegensatz zu allen drei anderen Formen wären hier die Verwaltungskosten niedrig. Die Entlohnung würde trotzdem an die Anforderungen des Arbeitsmarktes angepasst werden. „Nachteile sehe ich hier keine“, berichtete Geier aus der Arbeitsgruppe.

Eine Entscheidung seitens des Finanzausschusses wurde nicht getroffen. Der Ausschuss votierte aber dafür, die Szenarien Eigenbetrieb oder Verein weiterzuverfolgen und nach der Sommerpause erneut zu beraten. Bis Jahresende soll eine Entscheidung im Kreistag herbeigeführt werden. Die Überführung der Musikschule Werra-Meißner in eine andere Rechtsform würde wahrscheinlich frühestens 2024 greifen.

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