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Gasumlage greift ab Oktober

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Von: Tobias Stück

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Ab Oktober wird Gas für Verbraucher teurer: Bis zu 60 Euro könnte das im Monat für eine durchschnittliche vierköpfige Familie ausmachen.
Ab Oktober wird Gas für Verbraucher teurer: Bis zu 60 Euro könnte das im Monat für eine durchschnittliche vierköpfige Familie ausmachen. © Armin Weigel

Die Kilowattstunde kostet bei den Stadtwerken jetzt 3,63 Cent mehr.

Eschwege – Die Einführung der sogenannten Gasbeschaffungsumlage sorgt bei Kunden der Eschweger Stadtwerke für eine Erhöhung des Gaspreises um 3,63 Cent pro Kilowattstunde (brutto). Für eine vierköpfige Familie, die durchschnittlich 20 000 Kilowattstunden Gas verbraucht, bedeutet das Mehrkosten in Höhe von 720 Euro pro Jahr. Im Monat ist das eine zusätzliche Belastung von 60 Euro.

Zusammensetzung

In diesen Tagen sind die Briefe der Stadtwerke an die Kunden herausgegangen. Daraus geht hervor, wie sich die Gasbeschaffungszulage zusammensetzt. Die Höhe wurde am 15. August von der Marktgebietsverantwortlichen Trading Hub Europe (THE) veröffentlicht. Die Gasbeschaffungsumlage beträgt 2,88 Cent pro Kilowattstunden. Dazu kommen 0,07 Cent Gasspeicherumlage und 0,68 Cent Bilanzierungsumlage. So setzt sich die Bruttopreiserhöhung von 3,63 Cent pro Kilowattstunde zusammen. „Die Umlage wurd auf die Unternehmen weitergewälzt, wir geben nur die Preissteigerung der THE weiter“, sagt Markus Lecke, Geschäftsführer der Stadtwerke Eschwege.

Beispielrechnungen

Für die Kunden haben die Stadtwerke verschiedene Modelle durchgerechnet. 20 000 Kilowattstunden sind der durchschnittliche Verbrauch einer Familie im Einfamilienhaus. Bis zum 30. September hat man im Stadtwerketraif „Genial lokal“ dafür 1448 Euro pro Jahr bezahlt, ab 1. Oktober kostet diese Gasmenge 2174 Euro pro Jahr. Das sind dann 181 statt 121 Euro pro Monat. Verbraucht man nur 10 000 Kilowattstunden Gas pro Jahr, belaufen sich die Kosten auf 1145 Euro statt 782 Euro. Der monatliche Abschlag steigt von 65 auf 95 Euro. Ordentlich zu Buche schlägt die Preissteigerung bei 30 000 Kilowattstunden pro Jahr. Von 2095 Euro steigt der Jahresgesamtpreis auf 3184 Euro, der monatliche Abschlag von 175 auf 265 Euro – immerhin 90 Euro mehr.

Nächste Schritte

Im September erhalten die Stadtwerke-Kunden eine gesonderte Abschlagsermittlung, sollte ein höherer Abschlag erforderlich sein. Noch nicht geklärt ist, ob sich die volle Mehrwertsteuer von 19 Prozent auf den Gaspreis niederschlägt, oder nur sieben Prozent angesetzt werden. Darüber berät die Bundespolitik jetzt mit der EU. „Dann würden sich die Erhöhungen für die Verbraucher freundlicher gestalten“, sagt Lecke. Momentan sei die Mehrbelastung für die Stadtwerke noch minimal, weil sie sich langfristig Gaskontingente zu günstigen Preisen gesichert haben. Aber nicht für die volle Verbrauchsmenge. Deswegen werden sich die teureren Marktpreise bald auch bei den Stadtwerken niederschlagen. Von Tobias Stück

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