Kummerkasten für alle

Der Gebetsbriefkasten an der Forstgasse ist gerade gefragter denn je

Gebetsbriefkasten vor dem christlichen Buchladen Buchfink: Besitzerin Alma Stöhr wirft einen Brief ein.
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Gebetsbriefkasten vor dem christlichen Buchladen Buchfink: Besitzerin Alma Stöhr wirft einen Brief ein.

Gerade jetzt in der Coronakrise ist er besonders wichtig: der Gebetsbriefkasten am christlichen Buchladen Buchfink in der Forstgasse. Seit fünf Jahren gibt es den Kummerkasten.

Der Kummerkasten wurde von der evangelischen Allianz vor circa fünf Jahren ins Leben gerufen und dient den Menschen dazu, ihre Sorgen und Ängste aufzuschreiben und sie dort einzuwerfen. In den vergangenen Monaten wurden mehr Zettel hinterlassen als davor.

„Das Leben ist gerade in dieser Situation nicht leicht“, erklärt Inhaberin Alma Stöhr. Doch mit dem Gebetsbriefkasten, der täglich geleert wird, hat man eine gute Möglichkeit, seine Probleme loszuwerden. Das kann man auch nutzen, denn „manchmal ist eine Lösung für das Problem näher als man denkt“, sagt Stöhr. Oftmals kann es schon sehr erleichtern, seine Sorgen niederzuschreiben. „Es muss nicht jedes Mal direkt ein Psychologe sein“ räumt Alma Stöhr ein.

Allerdings ist das Gebet immer noch nichts Gängiges und wird von wenigen genutzt. „Als Christen haben wir immer die Möglichkeit zu beten“, erklärt Alma Stöhr.

Man muss nicht unbedingt gläubig sein, um den Briefkasten zu nutzen. Jeder, der es braucht, kann seine Sorgen dort loswerden. Egal welche Religion, welche Hautfarbe und welche Sexualität: „Gott liebt alle Menschen und er hört auch jedem zu“ führt die Leiterin des Buchfink aus.

Seit eineinhalb Jahren gibt es auch einmal im Monat ein öffentliches Gebet. Hier haben die Leute die Möglichkeit, ihre Sorgen direkt auszusprechen. Auch an diesem Gebet kann jeder teilnehmen. Einmal in der Woche findet auch ein Gebet im privaten Rahmen statt, an denen ausschließlich Mitglieder der evangelischen Allianz teilnehmen. In diesen Gebeten wird natürlich auch für die Mitglieder und deren Probleme gebetet, aber auch für Eschwege oder beispielsweise für den Bürgermeister.

Alma Stöhr selbst hat ihre Verbindung zu Gott erst mit circa 30 Jahren gefunden.

„Irgendwann habe ich angefangen, mich mit anderen Gläubigen auseinanderzusetzen“, sagt die mittlerweile 67- Jährige.

Zuerst hat sie bei einer Bank gearbeitet, was ihr auch Spaß gemacht hat. Aber irgendwann hat sie dann doch dem Streben nach Karriere und Profit den Rücken gekehrt und sich dem Ehrenamt zugewandt, was für sie ein Geschenk ist. Ebenso ist ihr Glaube an Gott ihr Anker, der ihr schon durch schlechte Phasen ihres Lebens geholfen hat und Alma Stöhr hofft, dass sie Menschen durch den Gebetsbriefkasten und die Gebete, die einmal im Monat stattfinden, auch durch schlechte Zeiten helfen kann. Denn sie ist überzeugt, dass man mit dem Glaube an Gott alles schaffen und überwinden kann.

Von Annika Brassel

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