„Menschen werden zu Waffen“

Gedenken am Volkstrauertag in Eschwege hat aktuellen Bezug zu Belarus

Die Bundespolizei legte zum Volkstrauertag einen Kranz für die Kriegstoten und Opfern von Verbrechen gegen die Menschheit nieder.
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Die Bundespolizei legte zum Volkstrauertag einen Kranz für die Kriegstoten und Opfern von Verbrechen gegen die Menschheit nieder.

In einer Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag gedachten Menschen auf dem Friedhof in Eschwege allen Kriegstoten und Opfern von Verbrechen gegen die Menschheit.

Eschwege – „Die eigentlichen Verlierer der Kriege sind immer die Eltern, die Frauen, die Mütter“, zitiert der Schüler Luca Schneider Käthe Kollwitz. Er findet in Erinnerung an die 23 Schüler der Friedrich-Wilhelm-Schule, die 1943 als Flakhelfer bei einem Luftangriff starben, und mit Blick darauf, wie ihr Tod damals zu Propagandazwecken missbraucht wurde, eindrückliche Worte, die jeden dazu mahnen, sich für den Frieden einzusetzen.

Bürgermeister Alexander Heppe begrüßte besonders Bundestagsmitglied und Staatsminister Michael Roth, die Mitglieder des Hessischen Landtags Felix Martin und Knut John, den neuen Leiter des Aus- und Fortbildungszentrums der Bundespolizei in Eschwege, Polizeirat Benjamin Liehr, das Kreisverbindungskommando der Bundeswehr unter der Leitung von Oberstleutnant Theodor Sternal und FW-Schüler.

Volkstrauertag 2021 auf dem Friedhof in Eschwege

Dass der Zweite Weltkrieg das ist, was die meisten Anwesenden mit dem Volkstrauertag verbinden, griff Pfarrer Sebastian Werner auf, ging auf die aktuellen Geschehnisse in Belarus, Machthaber Lukaschenko und das Missbrauchen von Menschen und deren Hoffnungen ein. „Menschen werden zu Waffen gemacht“, sagte er und machte deutlich: „Eine Idee der Perversion, eine Idee des Bösen.“ Auch mit Blick darauf, dass es immer wieder kriegerische Auseinandersetzungen gibt, ging er anhand einer Geschichte auf die Frage danach ein, wie Trauern eigentlich gehe und das es nicht Lähmung, sondern auch Weitergehen sei, richtete seine Worte, an diesem Tag gemeinsam zu trauern und diesen Weg zusammen zu gehen, an die Anwesenden.

Pfarrer Sebastian Werner

Einen Appell zum Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit richtete Schüler Luca Schneider am Ende an diese, sprach im Namen seiner Mitschüler, als er erklärte, dass jeder etwas tun könne und auch müsse, und erinnerte daran, dass Kriege übermenschliches Leid, Tod und Verzweiflung bringen.

Heppe dankte den Rednern und allen, die die Gedenkveranstaltung auch im Bereich der Organisation ermöglicht hatten, wobei er besonders den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hervorhob. Er verlas das Totengedenken und rief dazu auf, gemeinsam an einer friedlichen Zukunft zu arbeiten. (Eden Sophie Rimbach)

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