Gefährliche Dämpfe: Anwohner der Bahnhofstraße in Eschwege evakuiert

Eschwege. Mit einem Großaufgebot ist die Feuerwehr Eschwege am Freitag zu einem Gefahrstoffeinsatz ausgerückt - wegen möglicher giftiger Dämpfe.

Gegen 9.30 Uhr wurde die Wehr zu einem Haus in der Bahnhofstraße gerufen, da dort eine unbekannte stinkende Flüssigkeit für Übelkeit und Kopfschmerzen bei den acht anwesenden Bewohnern sorgte.

Wegen der Gesundheitsgefährdung und der Unklarheit darüber, ob es sich bei der verdächtigen Flüssigkeit um eine gefährliche Substanz handelte, evakuierte die Feuerwehr die Bewohner des dreigeschossigen Hauses, unter ihnen ein Kleinkind.

Gefunden wurde die Flüssigkeit im Keller von einem Mitarbeiter des Klärwerks. Der wurde gerufen, weil die Hausbewohner als Ursache für den Gestank einen verstopften Abfluss vermuteten. Der Grund für den Geruch, von welchem dem Mitarbeiter des Klärwerks sofort übel wurde, war jedoch ein anderer. „In einem der Fässer haben wir einen Ersatz für Terpentinöl gefunden“, sagt Kreisbrandinspektor Christian Sasse, „das ist entzündlich und gesundheitsgefährend.“

Neben dieser relativ schnell identifizierten Flüssigkeit fanden sich in dem Keller jedoch noch vier weitere Behälter - mit unklarem Inhalt. In Schutzanzügen näherten sich deshalb die Feuerwehrkräfte den Fässern und entnahmen Proben, die noch gestern Nachmittag nach Göttingen gebracht und dort untersucht wurden. Die Fässer selbst wurden in einem luftdichten Behälter verschlossen. Geöffnet wird der erst, wenn klar ist, worum es sich bei den Substanzen handelt.

Wer das Fass mit dem Terpentinersatz wann im Keller abgestellt hat, ist unklar. Im Einsatz waren bis auf Ausnahme der Kräfte aus Albungen und Oberdünzebach alle Wehren aus Eschwege und den Stadtteilen im Einsatz. Zudem waren zwei Fahrzeuge der Feuerwehr aus Bad Hersfeld da, die ein Sondermessgerät zur Verfügung stellten.

„Es riecht hier schon länger so komisch, wir dachten, da verrottet irgendwo was“, sagt Erika Bierschenk, eine der Bewohnerinnen. Darauf, dass die Ursache möglicherweise eine giftige sein könnte, ist sie nicht gekommen. Ebenso wie ihre Nachbarn wurde sie ärztlich untersucht, Verletzungen konnten keine festgestellt werden.

Gegen 14 Uhr war der Spuk für alle dann erst einmal vorbei: Nachdem die Einsatzkräfte der Feuerwehr die Fässer luftdicht verschlossen hatten, konnten die Bewohner des Hauses wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. „Wir wurden den ganzen Vormittag über aber sehr gut umsorgt“, sagt Bierschenk.

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