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Gemeindepflegerin Julia Beyer berät und unterstützt Menschen im Werra-Meißner-Kreis

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Von: Eden Sophie Rimbach

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Kontakte herzustellen ist Teil des Alltags von Gemeindepflegerin Julia Beyer (rechts). Für die rechtliche Betreuerin Tanja Frieß (Betreuungsbüro im Ringgau) ist es die erste Arbeit mit den Gemeindepflegerinnen.
Kontakte herzustellen ist Teil des Alltags von Gemeindepflegerin Julia Beyer (rechts). Für die rechtliche Betreuerin Tanja Frieß (Betreuungsbüro im Ringgau) ist es die erste Arbeit mit den Gemeindepflegerinnen. © Eden Sophie Rimbach

Fünf Gemeindepflegerinnen sind im Werra-Meißner-Kreis aktiv und Ansprechpartner für Menschen mit mehreren chronischen Erkrankungen. Wir haben Julia Beyer bei ihrer Arbeit begleitet.

Eschwege – Gemeinsam besprechen Gemeindepflegerin Julia Beyer, einer ihrer Klienten und die rechtliche Betreuerin Tanja Frieß, welche Möglichkeiten der Hilfe es für den 62-Jährigen gibt.

Als angenehm beschreibt der Eschweger die Arbeit mit der Gemeindepflegerin, die seit August zu ihm kommt. Für ihn sei Julia Beyer dann Ansprechpartnerin, wenn es Probleme gebe. Einfacher geworden sei sein Leben durch sie und die rechtliche Betreuerin.

Für den 62-Jährigen bedeutete ein Schlaganfall das plötzliche Ende seines Berufslebens in der Selbstständigkeit. Über das Seniorenbüro des Werra-Meißner-Kreises erhielt er Hilfe von einem Hauswirtschafts- und Betreuungsdienst. Dieser stellte wiederum den Kontakt zur Gemeindepflege her.

Meist suchen Ärzte den Kontakt

„Wir werden angefordert von Hauswirtschaftsdiensten, von Pflegediensten, von Nachbarn“, erklärt Julia Beyer. Meist seien es die Ärzte späterer Klienten, die sie und ihre vier Kolleginnen darauf hinweisen, dass jemand im Kreis Unterstützung von der Gemeindepflege benötigen könnte.

Auch das Universitätsklinikum in Göttingen meldet sich bei den Gemeindepflegerinnen, wenn jemand aus dem Kreis aus der Klinik entlassen werden soll und es keine weiteren Angehörigen gibt. Julia Beyer und Tanja Frieß erzählen, dass es ansonsten vorkommt, dass Menschen nach einem Krankenhausaufenthalt nicht versorgt werden.

Werden die Gemeindepflegerinnen zu einem Menschen gerufen, machen sie sich vor Ort – im Haus oder in der Wohnung des jeweiligen Klienten – ein Bild davon, wie die Menschen leben und was sie benötigen.

Das sind die Gemeindepflegerinnen im Kreis (von links oben aus im Uhrzeigersinn).
Das sind die Gemeindepflegerinnen im Kreis (von links oben aus im Uhrzeigersinn). © Judith Strecker/NH

Das reicht von Griffen und ähnlichen Hilfsmitteln, die Klienten im Alltag helfen und für die die Gemeindepflegerinnen an Sanitätshäuser vermitteln, über die Einrichtung eines Hausnotrufs und die Frage, ob ein Pflegegrad beantragt werden soll, bis hin zum Herstellen von weiteren Kontakten. Das kann die Zusammenarbeit mit der Betreuungsbehörde des Kreises oder die Weitervermittlung zu Hospiz und Palliativ beinhalten.

Dabei übernehmen die Gemeindepflegerinnen keine pflegerischen Tätigkeiten, wie Julia Beyer erklärt. Doch das Bild der früheren Gemeindeschwestern hätten viele Menschen hier noch im Kopf. Im April 2020 war sie die erste Gemeindepflegerin im Kreis.

Zuvor hat die gelernte Altenpflegerin in der Stations- und Gruppen- sowie in der Pflegedienstleitung gearbeitet. „Ich finde es schön, wenn man etwas für den Patienten erreichen kann“, sagt Julia Beyer lächelnd.

Feste Beratung an vier Orten geplant

Mit etwa 560 Klienten hat sie seit April 2020 zusammengearbeitet. Der jüngste war 20 Jahre alt. Denn vor allem durch die Zunahme von psychischen Erkrankungen gebe es immer häufiger Menschen, die früh mehrere chronische Erkrankungen haben.

Schnell sei der Kontakt zu den Ärzten im Kreis und später zu weiteren Stellen entstanden. Zusätzlich habe der Gesunde Werra-Meißner-Kreis sie und ihre Kolleginnen gut geschult. Im nächsten Jahr möchten Julia Beyer und zwei weitere einmal pro Monat eine feste Beratung in Sontra, Waldkappel, Hessisch Lichtenau und Bad Sooden-Allendorf anbieten.

Etwa vier bis fünf Hausbesuche macht sie täglich. Die Dauer richtet sich nach dem, was die Klienten benötigen. Danach kümmert sie sich um Rezepte für Hilfsmittel, das Informieren von Pflegediensten und mehr. Über die Arbeit mit den Klienten sagt sie: „Man bleibt mit den meisten immer wieder in Kontakt.“

Von Eden Sophie Rimbach

Kontakt zu den Gemeindepflegerinnen

Julia Beyer (Eschwege, Sontra, Meinhard, Wanfried, Wehretal, Weißenborn, Ringgau, Herleshausen, Waldkappel) ist montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr unter Tel. 0160/3 23 45 37 erreichbar. Werktags von 8 bis 12 Uhr erreichbar sind Anja Hopfner (Eschwege, Weißenborn, Meinhard, Wehretal, Tel. 0176/47 67 88 18), Maren Gerlach (Bad Sooden-Allendorf, Meißner, Berkatal; Tel. 0175/2 16 64 23), Patricia Philippent (Hessisch Lichtenau, Großalmerode, Kaufunger Wald; Tel. 0160/7 57 49 64) und Ines Mühlhause (Witzenhausen und Neu-Eichenberg; Tel. 0 55 41/2008).

(esr)

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