Behandlung nach Oberschenkelhalsbruch

Geriatrie mit der Chirurgie: Klinikum Werra-Meißner führt neue Fachabteilung ein

Im Klinikum Werra-Meißner in Eschwege wurde die Geriatrie-Unfallchirurgie als neue Fachabteilung eingeführt. Beteiligt ist unter anderem Chefarzt Dr. Uwe Streckenbach (links). Das Foto mit der Patientin entstand vor der Coronapandemie. 
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Im Klinikum Werra-Meißner in Eschwege wurde die Geriatrie-Unfallchirurgie als neue Fachabteilung eingeführt. Beteiligt ist unter anderem Chefarzt Dr. Uwe Streckenbach (links). Das Foto mit der Patientin entstand vor der Coronapandemie. 

Im Klinikum Werra-Meißner wurde kürzlich die neue Fachabteilung Geriatrie-Unfallchirurgie am Standort Eschwege eingeführt.

Eschwege - Der Sinn sei, dass Patienten mit einem Oberschenkelhalsbruch und einem Alter von über 70 Jahren nach der Operation durch die Ärzte der Unfallchirurgie anschließend in der Abteilung beziehungsweise auf der Station der Geriatrie/Altersmedizin weiterversorgt und behandelt werden könnten.

„Eine wissenschaftliche Studie unter 58 000 Patienten in 828 Krankenhäusern hat ergeben, dass Patienten durch dieses Modell mit besserer Gesundheit, Beweglichkeit und Mobilität das Krankenhaus verlassen“, sagen die beiden Chefärzte Dr. Uwe Streckenbach (Altersmedizin/Geriatrie) und Dr. Axel Blasi (Orthopädie und Unfallchirurgie).

Bislang sei es so gewesen, dass Patienten nach einer Oberschenkelhalsbruch-Operation zunächst kurze Zeit auf der Chirurgie-Station behandelt wurden und erst dann in die Geriatrie verlegt wurden. Das ändere sich nun.

Es gebe einen entsprechenden Beschluss des gemeinsamen Bundesausschusses, der die Behandlung jener Patienten auf diese Weise ab dem Jahr 2023 vorschreibe. „Wir bieten unseren Patienten diesen Vorteil schon jetzt. So können wir die bestmögliche Behandlung und Genesung garantieren“, sagt Dr. Uwe Streckenbach.

Behandlung von Ärzten beider Disziplinen

Behandelt würden die Patienten in den ersten Tagen noch von Ärzten beider Disziplinen. „Wir Unfallchirurgen schauen beispielsweise nach der Wundheilung, weil wir einen anderen Blickwinkel darauf haben“, sagt Dr. Axel Blasi.

Danach befasse sich das Team der Geriatrie – bestehend aus Ärzten, Pflegern, Ergo-, Physio- und Psychotherapeuten – mit der Mobilisierung und der Förderung der Genesung der Patienten entsprechend dem jeweiligen Behandlungsplan.

„Wir haben hier oft sehr alte Menschen als Patienten, die mehrere gesundheitliche Leiden haben“, erklärt Dr. Streckenbach. Dementsprechend gebe es viel zu berücksichtigen. Aktuell werden im Schnitt um die zehn Patienten am Standort Eschwege in der neuen gemeinsamen Fachabteilung Geriatrie-Unfallchirurgie behandelt.

„Kooperiert haben wir bei diesen Fällen schon immer, nun verfestigen wir die Zusammenarbeit noch weiter“, so Streckenbach.

Die Vorteile für die Patienten, darin sind sich Dr. Blasi und Dr. Streckenbach einig, seien eindeutig: „Die Patienten erwarten hier bestens geschulte Operateure und in der Nachbehandlung die Expertise beider Abteilungen. Durch die sofortige Unterbringung auf der neuen Station werden Delir, Depression und andere Komplikationen nach der OP gelindert oder vermieden und Genesung sowie Mobilität bestmöglich gefördert – und das alles in einem Haus.“

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