Sanierung der Westfassade

Gerüst an der Marktkirche wurde nach fünfeinhalbmonatiger Sanierung abgebaut

Steht wieder gut da: Pfarrerin Sieglinde Repp-Jost und Architektin Miriam Hofmann begutachteten die sanierte Westseite mit dem Turm aus dem 13. Jahrhundert.
+
Steht wieder gut da: Pfarrerin Sieglinde Repp-Jost und Architektin Miriam Hofmann begutachteten die sanierte Westseite mit dem Turm aus dem 13. Jahrhundert.

Das Gerüst ist wieder ab, die Eschweger Marktkirche St. Dionys erstrahlt – zumindest an der Westseite – in neuem Glanz. Der Sandstein des Mauerwerks wurde saniert.

Eschwege – Nach rund fünfeinhalb Monaten Bauzeit wurde die Sanierung an der Außenhaut des mehr als 500 Jahre alten Gotteshauses abgeschlossen. Betroffen war auch der Turm aus dem 13. Jahrhundert.

Sanierung

Bereits im Jahr 2017 war es zu Steinschlag an Eschweges ältestem noch erhaltenen Gotteshaus gekommen. Die Schäden wurden in einer Notmaßnahme ausgebessert. Eine grundlegende Sanierung des Eichsfelder Sandsteins war aber unausweichlich. Die Firma Nüthen aus Erfurt hat die Restauration des Gemäuers übernommen. „Das Hauptaugenmerk lag auf der Sanierung der porösen, nicht mehr tragfähigen Fugen“, erklärt Architektin Miriam Hofmann von Luther Bauplanung, die den Bau beaufsichtigte. Ganze Sandsteinquader mussten ausgetauscht werden, Schadstellen ausgebessert und die Steine neu befestigt beziehungsweise neu verfugt werden.

Zusatzarbeiten

Weil das Gerüst einmal aufgebaut war, wurden gleich weitere Arbeiten an dem historischen Gebäude erledigt. Eine gebrochene Mittelrippe in einem der beiden oberen Fenster im Turm wurde ausgetauscht und ein Windeisen ersetzt. Ein Schneefanggitter auf dem Dach wurde ersetzt und Glasscheiben gekürzt und neu eingesetzt. Noch nicht erledigt ist das Streichen der Türen am Sockel.

Kosten

Veranschlagt wurden 175 000 Euro für die Sanierung. „Wir sind im Kostenrahmen geblieben“, sagt Pfarrerin Sieglinde Repp-Jost. Für die Sanierung wurden keine Mittel des Denkmalschutzes eingesetzt. Die Landeskirche (rund 100 000 Euro), der Kirchenkreis (57 000 Euro) und die Gemeinde (15 000 Euro) haben die Kosten selbst aufgebracht. Nach der Süd- und der Westfassade wird in nächster Zeit die Nordseite in Angriff genommen. Das Innere wurde in den 1990er-Jahren umfassend renoviert. Im inneren der offenen Kirche soll demnächst ein Touchscreen aufgebaut werden, um Besucher interaktiv über das Gotteshaus zu informieren.

Geschichte

Die Marktkirche St. Dionys ist das älteste Kirchengebäude der Stadt und wurde im 15. Jahrhundert an der Stelle mehrerer Vorgängerbauten im Stil der Gotik errichtet. Einer Inschrift an der Südwand des Chores zufolge wurde 1441 der Grundstein für den Chor der heutigen Marktkirche gelegt. Der Turm stammt aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. 1521 – also vor exakt 500 Jahren – wurde das Gewölbe fertiggestellt. Sie war in vorreformatorischer Zeit dem heiligen Dionysius geweiht. 1637 wurde die Marktkirche im Dreißigjährigen Krieg durch Feuer weitgehend zerstört, später wieder aufgebaut.

Fürstengruft

Hinter dem Altar unter dem Fußboden des Chorraumes ist die Fürstengruft, die bei besonderen Stadt-, Kirchenführungen und am Johannisfest begehbar ist. Die Särge von Landgraf Friedrich von Hessen, seiner Schwägerin Landgräfin Agnes Magdalena und zweier Kinder des Landgrafen Friedrich sind hier zu sehen. (Tobias Stück)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.