Haft für Käfigkämpfer

Serieneinbrecher in Eschwege aktiv: Haftstrafe in Detmold

Justizia als Skulpur mit verbundenen Augen
+
Justizia

Wegen mehrfachen Einbruchs - auch in Eschwege - ist ein Mann jetzt verurteilt worden.

Eschwege/Detmold – Ein schlanker Typ, aber durchtrainiert. So einer kann schon kräftig einen Betonklotz gegen eine Glastür rammen. Was der 32 Jahre alte Angeklagte auch zig-mal getan hat.

Der Rumäne stand in Detmold vor dem Landgericht: Als Serieneinbrecher, der auch in Eschwege einen Elektronikmarkt gleich zwei Mal heimgesucht haben soll, aber ausgerechnet dort erfolglos. In den Knast muss er trotzdem.

Kriminelle Energie hatte der 32-Jährige reichlich, aber die Art, wie er die Einbrüche begangen haben soll, war eher simpel und brachial. Mit Bauzaunfüßen aus Beton, vorwiegend von nahe gelegenen Baustellen, improvisierte er mit Seilen eine Ramme nach mittelalterlichem Vorbild, mit der er die Eingangstüren oder Schaufenster von Elektronikmärkten zertrümmerte.

So machte sich der Kampfsportler und Käfigkämpfer auch in Eschwege an der Eingangstür eines Fachmarktes an der Dünzebacher Straße zu schaffen – und scheiterte kläglich.

Bei einem ersten Versuch im Dezember 2019 konnte er trotz des 30 Kilo schweren Rammbocks die Verbundglastür nicht durchbrechen. Im Januar 2020 brachte er zwar ein Loch zustande, konnte aber nicht hindurchsteigen, weil die Öffnung zu eng war.

Woanders war der Rumäne erfolgreicher: Insgesamt soll er bei den mehr als 20 angeklagten Fällen Beute im Wert von 150.000 Euro eingesammelt haben, der Sachschaden an den Geschäften summierte sich auf stattliche 70.000 Euro. Dass er manche Elektronik-Märkte gleich mehrmals heimgesucht hatte, erklärte der Angeklagte: „Ich bin kein Profi.“

Wirklich wenig professionell – zumindest in Bezug auf spätere Beweismittel – verhielt sich der 32-Jährige aber nur im Umgang mit den Betonklötzen: Da er nie Handschuhe trug, hinterließ er an den Seilen, an denen er die „Rammen“ gegen die Türen schwenkte, fein säuberlich seine DNA, anhand derer er als Verdächtiger für die Taten in Eschwege, aber auch im gesamten Nordhessen und Main-Gebiet identifiziert werden konnte.

Im Rahmen eines Deals bot die Zweite Strafkammer des Landgerichts Detmold dem Rumänen Rabatt beim Strafmaß an, wenn er ein Geständnis ablege und seine Berufung gegen das Amtsgerichtsurteil zurückziehe – was er auch tat: Viereinhalb Jahre Haft kamen dabei für ihn heraus. (Ulrich Pfaff)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.