Zwei Jahre und drei Monate Haft

Gericht spricht Drogenhändler in zehn von 32 Fällen für schuldig

Zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten ist am Dienstag ein 31-jähriger Mann vor dem Amtsgericht Eschwege wegen des unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln verurteilt worden. 
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Zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten ist am Dienstag ein 31-jähriger Mann vor dem Amtsgericht Eschwege wegen des unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln verurteilt worden. 

Zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten ist am Dienstag ein 31-jähriger Mann vor dem Amtsgericht Eschwege wegen des unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln verurteilt worden.

Das Gericht sah es in seinem Urteil als erwiesen an, dass der Angeklagte zwischen Februar und Juni 2017 in zehn der insgesamt 32 von der Staatsanwaltschaft vorgebrachten Anklagepunkte große Mengen Haschisch erworben hatte, um diese gewinnbringend weiterzuverkaufen. Damit folgte das Gericht dem Strafmaß der Staatsanwaltschaft.

Stiefsohn nutzt Zeugnisverweigerungsrecht

Die Verfahren bei sämtlichen Fällen der langen Anklageschrift, bei denen der Angeklagte in Verdacht stand, Drogen an Minderjährige verschenkt, verkauft, beziehungsweise die Minderjährigen aufgefordert habe, im Bekanntenkreis nach Kunden zu suchen, wurden auf Antrag der Staatsanwaltschaft eingestellt. Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe. „Wir konnten die Taten nicht nachweisen“, sagte Staatsanwältin Meier. Der Hauptzeuge, ein heute 19-jähriger Eschweger, machte von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch, da seine aus Sontra stammende Mutter inzwischen mit dem Angeklagten verheiratet ist. Der 19-Jährige ist bereits selbst wegen unerlaubten Drogenhandels verurteilt worden.

Laut Anklage hatte der heute 31-jährige Tunesier 2017 über einige Monate von einem Freund, der am Dienstag als Zeuge aussagte, Haschisch erworben, meist in 100- oder 50-Gramm-Mengen. In einem Fall war der Angeklagte auch zu einem Händler nach Frankfurt/M. gefahren, in einem weiteren hatte er die Ware aus der Flüchtlingsunterkunft in Witzenhausen abgeholt. Die Haschisch-Platten beziehungsweise das Marihuana hatte der Angeklagte portioniert und einen weiteren Zeugen mit dem Verkauf an Kunden beauftragt. Der heute 22-jährige Zeuge schilderte dem Gericht, dass der Angeklagte ihm Kunden, Mengen, Preise und Treffpunkte diktiert habe. Beide Zeugen sind in vorausgehenden Prozessen bereits wegen unerlaubten Handelns mit Drogen verurteilt worden.

Drogen in Flüchtlingsunterkunft versteckt

Zentrum des Handels und zugleich häufig Versteck für die Drogen war nach Angaben des Angeklagten die Flüchtlingsunterkunft an der Eschweger Stresemannstraße sowie eine Wohnung in Weißenborn.

Für fünf der zehn Fälle legte der Angeklagte ein Geständnis ab, bei den anderen Fällen stützte sich das Gericht auf die Glaubwürdigkeit der Zeugen.

Haft wird ausgesetzt 

Der Vollzug der Haftstrafe des 31-jährigen Drogendealers wurde von der Vorsitzenden Richterin Schmidt unter mehreren Bedingungen ausgesetzt. Der Haftbefehl gegen den Mann bleibt bestehen. Um die Untersuchungshaft verlassen zu dürfen, muss eine Kaution von 5000 Euro hinterlegt werden. Geschieht das nicht, muss er in Haft bleiben. Außerdem muss sich der Mann einmal wöchentlich bei der Polizei in Sontra melden sowie jeden Wohn- und Ortswechsel angeben. salz 

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