Vor der Bürgermeisterwahl Eschwege

Die Kandidaten Heppe und Claus über Wirtschaft, Familien, Infrastruktur und Tourismus

Diskutierten eine Stunde lang live im Internet über die Zukunft von Eschwege: (von links) Markus Claus (SPD), WR-Redaktionsleiter Tobias Stück und Alexander Heppe (CDU).
+
Diskutierten eine Stunde lang live im Internet über die Zukunft von Eschwege: (von links) Markus Claus (SPD), WR-Redaktionsleiter Tobias Stück und Alexander Heppe (CDU).

Eine gute Stunde lang haben wir mit den beiden Bürgermeisterkandidaten für Eschwege über die Kreisstadt diskutiert. Hier gibt es einen Rückblick auf das Gespräch.

Eschwege – In einer sehr sachlichen Diskussionsrunde haben Alexander Heppe (CDU) und Markus Claus (SPD) ihre Vorstellungen von einem zukünftigen Eschwege dargelegt. Wirtschaft, Tourismus, Familie und Infrastruktur waren die wesentlichen Punkte des Abends.

Wer die Live-Übertragung am Dienstag verpasst hat, kann die Aufzeichnung über unseren Youtube-Kanal auch jetzt noch anschauen:

Einen Rückblicke auf die Themen gibt es hier:

Wirtschaft

Für den durch die Coronakrise gebeutelten Einzelhandel sieht Heppe auch eine Chance. Es gelte jetzt, Innenstadt neu zu denken. Dafür will er einen Dialog mit Händlern und Bewohnern anstoßen. Handel, Kultur und Wohnen sollen vereint werden. Für die Innenstadt wünscht sich Markus Claus eine höhere Frequenz. Dafür würden Magnete fehlen. Co-Working-Räume oder die Einbeziehung einer Kita könnten dafür sorgen.

Arbeitsplätze sieht Heppe im produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor noch im Kommen. Er verwies darauf, dass zwischen 2013 und 2019 rund 1000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in Eschwege entstanden seien. Weil den Eschweger Betrieben nach wie vor Fachkräfte fehlten, wünscht sich Heppe eine noch bessere Vernetzung von Unternehmen und Schulen. Den Betrieben empfahl er: Ausbilden, ausbilden, ausbilden.“

Markus Claus sieht großes Potenzial in den bestehenden Betrieben. „Wir haben hier viele innovative Firmen, die Weltmarktführer sind. Die gilt es zu unterstützen.“ Bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels könnte die Coronakrise den Unternehmen helfen, falls der ländliche Raum an Attraktivität gewinne.

Infrastruktur

Markus Claus plädiert dafür, im Rathaus ein Leerstandskataster anzulegen, um Anfragen schneller zu beantworten. Der Verödung der Innenstadt müsse entgegengewirkt werden. Eine Verbesserung des Radverkehrs befürwortet er genauso wie den Bau eines Kunstrasenplatzes. „Rund um die Torwiese könnte man den Sport-Tourismus nach Eschwege holen und entwickeln.“

Der Leerstand in Eschwege und den Stadtteilen lasse sich nicht wegdiskutieren, sagte Alexander Heppe. Man kenne inzwischen aber jedes betroffene Haus. Die Barrierefreiheit in der Innenstadt – sowohl auf den Straßen als auch in Wohnungen – sei ein Mehrgenerationenprojekt. Den Ortsbeiräten in den Stadtteilen möchte Heppe ein Budget zur Selbstverwaltung überlassen.

Familien

Das Programm „Jung kauft alt“ solle laut Heppe dazu beitragen, Lücken im Stadtkern zu schließen. Für die hohe Nachfrage an Neubauplätzen habe man am Höhenweg ein Gebiet erschlossen. „Wir sollten uns Gedanken über neue Gebiete machen.

Wir brauchen für jede Familie ein Angebot und werden sie nicht nach Meinhard oder Reichensachsen abwandern lassen.“ Dem stimmte Markus Claus zu: „Man muss beides im Blick haben.“ Auch das Neubaugebiet am Höhenweg befürwortete er.

Für Eltern, die auf der Suche nach einem Kitaplatz sind, versprach Heppe, dass die Kita am Bahnhof pünktlich zum Start des Kindergartenjahres im August eröffnen solle. Claus plädierte nochmals für eine Kita in der Innenstadt. Post und Schlossgalerie, die seinerzeit von der Mehrheit von CDU, FDP und FWG abgelehnt wurden, hätten zur Belebung beigetragen.

Den Wiederaufbau des Eschweger Freibads proklamierten beide Kandidaten als Verdienst ihrer Parteien. Heppe verteidigte gegenüber Claus die Tauchplane am Südufer des Werratalsees, die Schwimmen am Eschweger Badestrand wieder möglich machen soll.

Claus empfand sie als zu teuer und zu klein. Heppe argumentierte, dass jetzt genauso viel Platz zum Schwimmen zur Verfügung stehe, wie vorher erlaubt war. Die Badestelle des Südufers wird indes mit Beginn der Badesaison vom HLNUG wieder das Prädikat „Ausgezeichnet“ erhalten.

Tourismus

Zur Chefsache möchte Markus Claus eine schnellere Lösung für den Werratalsee machen. Die stückweise Anhebung des Pegels in Absprache mit der Gemeinde Meinhard ist in seinen Augen der richtige Weg. Das sieht auch Heppe so, räumt aber ein, dass dieser Prozess dauern werde. Es dürfe nicht zur Vernässung in Grebendorf kommen.

Am Nordufer, so berichtet es Heppe aus dem Rathaus, gäbe es mehrere Interessenten für Hotel und Gastronomie. „Das ist aber ein Filetstück, das wir nur einmal verkaufen. Das muss gut durchdacht sein.“, sagt er. Mit der exponierten Lage in der Mitte Deutschlands könne man Investoren für Hotels nach Eschwege holen, sagt Claus. (Tobias Stück)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.