MEIN VEREIN IST BESONDERS

Gesundheitssport Eschwege: Hier gibt’s Sport auch auf Rezept

Sport macht erfinderisch: Um auch während der Coronapandemie den Mitgliedern ein Angebot zu machen, sind die Übungsleiter mit ihren Sportgruppen oft nach draußen gegangen.
+
Sport macht erfinderisch: Um auch während der Coronapandemie den Mitgliedern ein Angebot zu machen, sind die Übungsleiter mit ihren Sportgruppen oft nach draußen gegangen.

Vereine halten unsere Gesellschaft zusammen. Seit Jahren haben sie mit Problemen zu kämpfen. Und dann kam auch noch Corona. Wir porträtieren besondere Vereine aus unserer Region.

Eschwege – Rekorden wird in diesem Sportverein nicht nachgejagt. Vielmehr ist der Gesundheitssport Eschwege dafür zuständig, dass die Mitglieder bis ins hohe Alter fit und gesund bleiben – und das teilweise sogar auf Rezept. Denn der Verein bietet neben Gesundheits- auch Rehasport für Orthopädie und Herz-Kreislauf an.

Namensänderung

Als 1951 genau 61 Mitglieder den Verein gegründet haben, firmierte er noch unter dem Namen Behinderten- und Versehrten-Sport. Alle Gründungsmitglieder waren kriegsgeschädigt und versuchten, sich in dem Verein wieder in Form zu bringen. Später gehörten auch Faustball und Kegeln dazu. Irgendwann war der Name aber nicht mehr zeitgemäß, wurde aber erst 2011 geändert. Von nun an war es der erste Eschweger Verein für Gesundheitssport von 1951 e.V. Weil aber auch dieser Name zu sperrig war, wurde er in diesem Herbst nochmals geändert. Seitdem vor zehn Jahren der Name geändert wurde, ging es auch mit dem Verein noch mal ordentlich bergauf.

Sport auf Rezept

120 Mitglieder zählt der Verein heute. Dazu kommen regelmäßig 70 bis 80 Menschen, denen der Sport in dem 70 Jahre alten Verein verordnet wurde. „Der Zweck des Vereins ist die Pflege und Förderung des Sports unter Beachtung ärztlicher und orthopädischer Ratschläge“, heißt es in der Satzung. „Die Idee war ein bisschen eingeschlafen, deshalb haben wir im letzten Jahrzehnt wieder verstärkt Angebote“, sagt Christa Fenzl, die seit neun Jahren Vorsitzende des Vereins ist.

Der Reha-Sport wird in der Regel vom Arzt verordnet und von den Krankenkassen sowie den privaten Kassen zeitlich begrenzt gefördert und finanziert. Das bedeutet einen hohen bürokratischen Aufwand für Vorstandsmitglied Christel Jantos. Ihr wird deshalb jetzt noch Claudia Schad zur Seite gestellt.

Reha-Sport

Ziel des Reha-Sports ist es, die Gesundheit zu stärken und krankheitsbedingten Schäden entgegenzuwirken. Die Übungen sind entsprechend darauf abgestimmt und werden von einem Arzt begleitet. Der Gesundheitssport Eschwege bietet deshalb neben Wirbelsäulengymnastik und orthopädischem Schwimmen auch Reha- und Herzsport an. Die vier Trainerinnen Ritti Althen, Ehrengard von Nobbe, Elena Keller und Elisabeth Hüttig leiten die Übungen an.

„Alle haben beim hessischen Behindertensportverein eine Zertifizierung als Übungsleiterin abgelegt“, erklärt Christa Fenzl. Inge Hartmann hat ihre Übungsleiterlizenz beim Turngau Werra erworben und trainiert mit den Mitgliedern des Vereins. „Oft ist es so, dass die Patienten, die mit einer Verordnung zu uns gekommen sind, nach Ablauf als Mitglieder bleiben“, sagt Christa Fenzl.

Ihr Verein ist auch besonders?

Ihr Verein ist auch besonders? Bestimmt! Dann melden sie sich bei uns und wir berichten über sie: redaktion@werra-rundschau.de

Gemeinschaft

Denn auch sie schätzen die Gemeinschaft im Verein. Wandertage, Weihnachtsfeiern, Ein- und Mehrtagesfahrten, Eisessen im Sommer und Glühweintrinken im Winter gehören bei den Sportlern dazu. Gerade durch die Lockdowns 2020 hatten die Mitglieder gemerkt, wie sehr sie ihren Verein schätzen. „Als es wieder losging, haben sich alle riesig gefreut“, berichtet Christa Fenzl.

Damit sie alle Mitglieder bei der Stange halten konnten, hat sich der Verein angepasst. Um im Inneren Sport zu treiben, wurden Hygienekonzepte erstellt, die allen Kriterien standhielten. Außerdem wurde mehr Sport im Freien betrieben. Das hat sich ausgezahlt. Während der Pandemie gab es nur drei Kündigungen – zwei davon altersbedingt. Denn während im Rehasport auch jüngere Menschen ab 20 mitmachen, sind die Vereinsmitglieder meist 50 und älter.

Nächstes Training

Nach den Weihnachtsferien soll der Sport im Verein wieder starten. Das erste Schwimmen ist für Mittwoch, 11. Januar, angesetzt. Donnerstag, 20. Januar, findet nach einer Verschiebung vermutlich das erste Training in der Heuberghalle statt. „Wir werden sehen, was Corona zulässt“, sagt Christa Fenzl.

Von Tobias Stück

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.