Blut wird immer gebraucht

Erfahrungsbericht: Meine erste Blutspende – Zur Nachahmung empfohlen

Journalistin Kristin Weber war mit Freundin Nicole Freund das erste Mal in ihrem Leben Blutspenden.
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Journalistin Kristin Weber war mit Freundin Nicole Freund das erste Mal in ihrem Leben Blutspenden.

Mit ihren Erfahrungsbericht möchte unsere Mitarbeiterin Kristin Weber andere Menschen ebenfalls zum Blutspenden motivieren.

Eschwege – Für mich war es das erste Mal … dass mir ein halber Liter Blut abgezapft wurde. Ich habe Blut gespendet, hier ein Erfahrungsbericht, der vielleicht ein paar Menschen Mut macht, ihre Scheu zu überwinden und ebenfalls zu spenden.

In der Zeitung habe ich schon oft über Blutspende berichtet, aber es selbst noch nie getan. Warum eigentlich? Was hält einen ab? Die Vorstellung, dass eine Nadel in den Arm gepikt wird? Oder dass ich einen Teil meines Körpers weggeben soll, damit andere ihn benutzen können? Sicher spielt es eine Rolle.

Doch dann sagte meine Freundin Nicole Freund zu mir, während wir gerade Sport machten: „Nächste Woche gehe ich zur Blutspende, willst du vielleicht mitkommen?“ Mitkommen. Das war das entscheidende Wort. Nicht allein. Plötzlich war die Hürde viel kleiner, ich konnte jemanden begleiten, der sich schon auskannte, und ich sagte: „Ja klar, warum eigentlich nicht?“ Während der Coronapandemie wurde die Anmeldung beim Roten Kreuz auf eine zentrale Terminreservierung umgestellt. So können alle Teilnehmer sicher Blut spenden. Auf der homepage: www.drk-blutspende.de kann man nach einem Termin vor Ort suchen und sich anmelden. In Eschwege finden die Termine jeden ersten Freitag in einem geraden Monat statt. Dann wählt man die passende Uhrzeit. Spenden kann man aber auch in Reichensachsen, Sontra oder Wanfried.

Der Blutspende-Termin fand in einer Turnhalle mit viel Platz und frischer Luft statt. „Derzeit haben wir sechs Betten eingerichtet“, erklärte Jessica Kornrumpf, Ehrenamtliche beim DRK in Eschwege. Wenn die Pandemie ausklingt, sollen diese Plätze dann auf acht Betten erhöht werden. Jeweils im Abstand von 15 Minuten wurden die Liegen belegt. 88 Menschen konnten so an einem Tag spenden. Doch zuerst hieß es, einige Formulare auszufüllen und eine Auskunft über den Gesundheitszustand zu geben. Anschließend wurde ich von einem Arzt informiert. Wichtig war ihm, dass ich an diesem Tag genug getrunken hatte, zwei Traubenzucker gab es für mich auch, weil das Mittagessen schon etwas zurücklag.

Dann ging es auf die Liege und den Arm frei machen. Und das Beste war, meine Freundin Nicole war in der Nähe, souverän und gut gelaunt wie immer. Das machte Mut. Zur Erleichterung vieler kann ich berichten: Der Piks hat nicht wehgetan, von der ganzen Prozedur habe ich kaum etwas gespürt. Nach einigen Minuten piepste die Maschine zufrieden, denn sie hatte ihren halben Liter bekommen. Nun noch zehn Minuten warten und eine Apfelschorle trinken. War es schlimm? Nein, hinterher war ich eher euphorisiert, denn ich hatte ein gutes Werk getan – für die Menschheit und für meine Gesundheit. „Blutspende ist auch gut für den Körper“, sagte Jessica Kornrumpf. „Er muss danach Blutbestandteile neu aufbauen, so wird das Blut erneuert.“

Noch besser und wichtiger ist die Blutspende aber für Menschen, die dringend eine Bluttransfusion brauchen, Unfallopfer zum Beispiel, oder während einer Operation. Interessanterweise habe die Pandemie zu einer erhöhten Spendenbereitschaft geführt, erklärte die Mitarbeiterin. Die Menschen seien dadurch aufmerksamer geworden. Zwischen 18 und 73 Jahren könne jeder Erwachsene spenden. Ich werde es wieder machen, zusammen mit Nicole, denn hinterher habe ich mich gut gefühlt.

Von Kristin Weber

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