Naturbad ist fertig, aber...

Öffnung ungewiss: Hohe Auflagen für Badestelle am Werratalsee

Die Tauchplane für das Werratalsee-Naturfreibad befindet sich bereits an Ort und Stelle: Eigentlich ist das Baden aber noch untersagt, weil ein Hygiene- und Abstandskonzept fehlt.
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Die Tauchplane für das Werratalsee-Naturfreibad befindet sich bereits an Ort und Stelle: Eigentlich ist das Baden aber noch untersagt.

Die Stadt Eschwege arbeitet an einem Hygienekonzept, um Baden im neuen Naturfreibad im Werratalsee noch in diesem Sommer zu ermöglichen. „Die Auflagen sind aber hoch“, sagt Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe.

Eschwege - Nachdem der eigentliche Bau des Freibads in nur eineinhalb Wochen umgesetzt wurde, warten jetzt viele auf die offizielle Freigabe als Badestelle.

Der Werratalsee in Eschwege ist kein Einzelfall. In Hessen gibt es an allen 63 offiziellen Badeseen derzeit wegen der Corona-Pandemie ein Badeverbot. Für Bäder, Strände und Liegewiesen gelten laut Erlass der Bundesregierung – wie auch an anderen öffentlichen Orten – Kontaktbeschränkungen, ein Mindestabstand von 1,5 Metern sowie allgemeine Hygieneregeln.

Sowohl im Wasser als auch im Bereich des Eingangs, in den Umkleiden und auf den Liegen seien diese Schutzmaßnahmen einzuhalten. Das Gesundheitsamt des Werra-Meißner-Kreises, das auf die Umsetzung dieser Regeln ein wachsames Auge wirft, hat der Stadt Eschwege deshalb zur Auflage gemacht, das Gelände des Strandbereichs am Südufer beispielsweise einzuzäunen und die Personenzahl zu begrenzen. „Außerdem wird eine Identitätsprüfung aller Besucher und die Ausweisung der Liegeflächen und Laufwege gefordert“, berichtet Heppe aus einem Gespräch mit dem Werra-Meißner-Kreis.

Die Abstandsregeln müssen ständig kontrolliert werden. Dazu müsse eine Badeaufsicht eingestellt werden. „Wir versuchen, Baden am Werratalsee noch in diesem Sommer möglich zu machen und dem Gesundheitsamt ein akzeptables Konzept vorzulegen“, sagt Heppe. Aufgrund der vielen Hürden seien die Hoffnungen darauf allerdings begrenzt. Problematisch dürfte insbesondere die Bereitstellung des erforderlichen Personals für die Überwachung der Einhaltung der allgemeinen Hygiene- und Abstandsregeln sein, wie Jörg Klinge, Sprecher des Werra-Meißner-Kreises mitteilt.

Tauchplane: Ein minimaler Austausch zwischen dem Wasser des Bades und des Werratalsees ist möglich. Schmutz bleibt aber weitesgehend außerhalb des Schwimmbereichs.

Vor mehr als einer Woche wurden die letzten Arbeiten erledigt. Vereinfacht gesagt, wird das Tauchbecken wie eine Ölsperre wirken. Dazu wurde ein Halbbogen mit etwa 60 Meter Durchmesser geschweißt, der an den zwei Fundamenten in Ufernähe befestigt ist. Auf etwa 140 Metern wird daran die Tauchplane befestigt. Anschließend wird das Wasser im Inneren geklärt und später eine Filtration eingebaut. „Zwischen dem Seewasser und dem Wasser im Naturfreibad soll es einen minimalen Austausch geben“, sagt Markus Mengel, Fachbereichsleiter des Tiefbauamtes Eschwege. Die angedachte Fällung zur Reinigung des Wassers ist für das Winterhalbjahr angedacht, damit sich die Auswirkungen in Ruhe entwickeln können.

Die Abtrennung des Naturfreibads vom übrigen See hat indes noch einen positiven Nebeneffekt: Die Wildgänse, die in den vergangenen Jahren den Strand und das Wasser des Sees durch ihren Kot mit intestinalen Enterokokken verschmutzt haben, werden durch die Tauchplane aufgehalten, das Badeufer anzuschwimmen, wie Heppe berichtet.

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