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Ihre Idee ist „zufällig genial“: Schülergruppe der FWS Eschwege gewinnt Jugend-forscht-Entscheid

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Von: Emily Spanel

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Sieger bei Jugend forscht: (vorn, von links) Maximilian Schmidt und Tom Iwanyzkyj sowie (hinten, von links) Noah Sünder und Timon Bohnhardt mit Lehrer Lorenz Schöggl (stehend).
Sieger bei Jugend forscht: (vorn, von links) Maximilian Schmidt und Tom Iwanyzkyj sowie (hinten, von links) Noah Sünder und Timon Bohnhardt mit Lehrer Lorenz Schöggl (stehend). © Emily Hartmann

Was ist es, das eine geniale Idee ausmacht? Es braucht eine gute Portion Pioniergeist, einen feinen Sinn für Innovation – und die Fähigkeit, über den eigenen Tellerrand zu schauen.

Eschwege – Und so können aus Stolpersteinen, in den Weg geworfen von der Coronapandemie, plötzlich Projekte werden, die die Welt verändern.

„Zufällig genial“ ist das Motto des diesjährigen Wettbewerbs „Jugend forscht“. Und genial ist zweifelsohne auch das Projekt, das die ehemaligen Friedrich-Wilhelm-Schüler Maximilian Schmidt, Tom Iwanyzkyj, Timon Bohnhardt, Noah Sünder und Alexander Junghans entwickelt haben.

Drei der Elftklässler haben sich damit bei dem renommiertesten Schüler- und Jugendwettbewerb Deutschlands beworben – und sind prompt im Regionalentscheid Hessen-Nord mit dem ersten Platz in der Sparte Mathematik-Informatik ausgezeichnet worden.

Unter Anleitung von Lehrer Lorenz Schöggl haben sich die Gymnasiasten zunächst ganz grundsätzlich mit dem Thema „Distanzunterricht“ auseinandergesetzt. „In der Coronapandemie war die Erhebung von Lernständen durchaus ein Problem – für Schüler wie auch für Lehrer“, erklärt Noah Sünder. Denn gerade in den naturwissenschaftlichen Fächern ist es zwingend nötig, beispielsweise zu skizzieren oder Kurvenverläufe zu analysieren – mit den begrenzten Möglichkeiten der Tastatur aber ist das schier unmöglich.

Niveau über dem Durchschnitt

Also mussten die Aufgaben von den Schülern auf Papier gelöst, dann eingescannt, über eine (kostenpflichtige) App an die Lehrer übertragen werden. „Das alles ist einfach viel zu umständlich“, resümiert Lorenz Schöggl, der seit 2018 das Nachmittagsangebot „Informatikpraktikum“ an der Friedrich-Wilhelm-Schule anbietet. Entwickelt hat die Gruppe schließlich eine E-Learning-Plattform, in der man ganz einfach mit einem digitalen Eingabestift Prüfungen lösen kann. „Das Ganze im Browser; eine Installation von zusätzlichen Tools ist nicht mehr nötig“, erklärt Timon Bohnhardt.

Eine Marktlücke. Der Einsatz der Plattform ist vielfältig und im Präsenz- sowie im Digitalunterricht möglich. Die administrative Oberfläche ist sehr klar aufgebaut. „Für Schüler ist die Abgabe ihrer Lernstandserhebung ganz einfach über einen Button möglich. Der Vorteil für die Lehrer ergibt sich in der übersichtlichen Strukturierung“, erläutert Maximilian Schmidt.

Die Gruppe setzte sich mit ihrer Entwicklung am vergangenen Wochenende in Kassel gegen eine enorme Konkurrenz durch. Gleich 31 Einsendungen aus der Region buhlten im Bereich Mathematik/ Informatik um die beste Bewertung durch die strenge Jury. Erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs wurde die Runde online und nicht in Präsenz ausgetragen. „Die Schüler haben mit ihrer Arbeit ein Niveau erreicht, das weit über das übliche an einer Oberstufe hinausgeht“, hieß es in der Begründung der Fachjury.

MINT-Fächer sind gefragt 

Jugend forscht ist Deutschlands bekanntester Nachwuchswettbewerb. Teilnehmen können Kinder und Jugendliche bis 21 Jahre. Jüngere Schüler müssen im Anmeldejahr mindestens die vierte Klasse besuchen; Studierende dürfen sich höchstens im ersten Studienjahr befinden. Die Teilnehmer sollten Freude und Interesse an Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) haben. Zugelassen sind sowohl Einzelpersonen als auch Zweier- oder Dreierteams. esp

Das Arbeitspensum für die „Jugend forscht“-Wettbewerbe ist hoch. Seit September des vergangenen Jahres arbeitete das Team zwei Wochenstunden vor Ort an der Friedrich-Wilhelm-Schule an ihrem Projekt; dazu kommen die ungezählten privaten Stunden. Das hoch motivierte Schülerteam erhält nicht nur tatkräftige Unterstützung von Lehrer und Betreuer Lorenz Schöggl, sondern auch von der Friedrich-Wilhelm-Schule. „Wir sind begeistert und dankbar, was hier organisatorisch und finanziell möglich ist.“

Weiter geht es nun mit dem Landesentscheid in Darmstadt. „Dort tritt die Crème de la Crème an“, weiß Tom Iwanyzkyj. Verstecken jedenfalls müssen sich die Vertreter aus dem Werra-Meißner-Kreis in keinem Fall: Ihrer genialen Idee haben sie in den vergangenen Tagen noch einmal Feinschliff verliehen.

Von Emily Hartmann

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