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Glücks-Haus: Erste Mini-Wohnungen in ehemaligem Hotel in Eschwege sind vergeben

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Von: Tobias Stück

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Auf engstem Raum: Die kleinsten Appartements sind 20 Quadratmeter groß. Möbliert wurden sie von der Designerin Julia Ballmaier.
Auf engstem Raum: Die kleinsten Appartements sind 20 Quadratmeter groß. Möbliert wurden sie von der Designerin Julia Ballmaier. © Tobias Stück

Das ehemalige Hotel am Eschweger Bahnhof wurde und wird umgebaut. 34 kleine, möblierte Wohnungen gibt es hier bald. Im Januar ziehen die ersten Mieter ein.

Eschwege – Die Tapete im Treppenhaus erinnert an den Charme vergangener Zeiten: als im Hotel National oder in Dölles Nr. 1 noch zahlreiche Gäste ein- und ausgegangen sind, so manche Prominente in dem Hotel am Bahnhof übernachtet und gegessen haben oder im großen Ballsaal im ersten Stock rauschende Feste gefeiert wurden. Diese Zeiten sind jetzt erst mal vorbei.

Das Hotel wurde und wird umgebaut. 34 kleine, möblierte Wohnungen gibt es hier bald. Im Januar ziehen die ersten Mieter ein.

„Zwei Etagen sind schon fertig und vermietet“, erzählt Thorsten Vogt, Vorsitzender der Glücks-Stiftung aus Fulda beim Besuch in Eschwege. Zwei- bis dreimal pro Woche ist er vor Ort, um sich den Baufortschritt anzuschauen. Der geht leider nicht so schnell voran, wie das geplant war. „Die Lage in der Baubranche und Lieferengpässe haben uns etwas zurückgeworfen“, sagt Vogt. Für die ersten Mieter sind die Wohnungen aber rechtzeitig fertig geworden.

Wohnungen schon möbliert: Einzug nur mit Koffer

Die Wohnungen seien für Menschen, die schnell und unkompliziert eine schöne, bezahlbare, möblierte Wohnung suchen und „nur mit einem Koffer einziehen möchten“. Die Stiftung habe Angebote für jede Zielgruppe – vom Mikro-Appartment von 20 Quadratmetern bis zu größeren Wohnungen mit und 80 Quadratmetern. „Die Bewohner unserer Glückswohnungen sind Studierende bis hin zum Geschäftsführer“, erklärt Vogt.

Mit Eschweger Unternehmen wie dem Klinikum wurden beispielsweise Kooperationen vereinbart, die etwa Ärzte dort unterbringen wollen. „Unsere Wohnungen können einen Teil dazu beitragen, das Fachkräfteproblem zu mindern“, sagt Vogt. Die Nähe zum Eschweger Stadtbahnhof sei ideal.

Gebäude war früher ein Hotel

Das Gebäude wurde 1962 als eines der ersten mehrstöckigen Gebäude Eschweges nach dem Zweiten Weltkrieg fertiggestellt. Bauherr war Horst Bödicker, der in dem Komplex Wohnungen vermietete und nebenan das Hotel National mit einem Restaurant der gehobenen Gastronomie eröffnete.

In der Kellerbar gab es Livemusik mit der Hammond-Orgel. Zwischen 1988 und 2011 firmierte das Haus unter dem Namen Dölles Nr.1, nachdem es von der Gastronomenfamilie um Helga, Benno und Melanie Dölle erworben wurde. Im Jahr 2011 erwarb Irina Klochkova, Eigentümerin von Schloss Wolfsbrunnen, das Hotel.

Der Restaurantbetrieb wurde eingestellt. Nach einigen Jahren als reines Hotel steht das Haus jetzt seit mehreren Jahren leer. Neue Eigentümerin ist seit diesem Jahr die Deutsche Glücks-Stiftung.

Jede Wohnung besitzt unter anderem einen Highspeed-Internet-Zugang, eine App für die Klingel, einen Park- oder Garagenstellplatz, Kellerraum, viel Licht und ein modernes Badezimmer. Reinigung des Treppenhauses und Winterdienst sind inklusive. Alle Wohnungen sind barrierefrei, die meisten haben einen Balkon oder Dachterrasse. „Wir gehen auch auf besondere Wünsche bei der Möblierung ein“, sagt Vogt. Damit die Wohnungen bezahlbar bleiben, soll die Möblierung nicht so viel kosten.

Auf engstem Raum: Die kleinsten Appartements sind 20 Quadratmeter groß. Möbliert wurden sie von der Designerin Julia Ballmaier.
Auf engstem Raum: Die kleinsten Appartements sind 20 Quadratmeter groß. Möbliert wurden sie von der Designerin Julia Ballmaier. © Deutsche Glücks-Stiftung

Die Stiftung hat für diese Aufgabe die Designerin Julia Ballmaier engagiert. Sie richtet kleine Wohnungen für unter 1000 Euro mit Möbeln ein.

Der Ausblick aus dem sechsten Stockwerk des ehemaligen Hotels ist der beste. Hier könnte statt mehrerer kleinerer Wohnungen auch eine Wohngemeinschaft einziehen. Die Wohnungen im ehemaligen Ballsaal sind aufgrund der hohen Decken besonders. Hier könnte man auf einer zweiten Ebene beispielsweise einen Schlafbereich abtrennen.

Von Tobias Stück

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