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Integration für Eltern: Orientierungskurs mit Kinderbetreuung an VHS und FBS

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Von: Maren Schimkowiak

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„Ich will die deutsche Sprache besser verstehen“: Yulianna Kylymnychenko hat zwei Kinder.
„Ich will die deutsche Sprache besser verstehen“: Yulianna Kylymnychenko hat zwei Kinder. © Privat

Die VHS und FBS bieten Orientierungskurs mit Betreuung an. So können Eltern ungestört lernen, während ihre Kinder in guten Händen sind.

Eschwege – Die Sprache lernen und sich in einem fremden Land zurechtfinden: Viele Menschen mit Migrationshintergrund wollen zwar an Integrationsangeboten teilnehmen, für Eltern besteht aber eine Hürde: Wohin mit den Kindern? Diese Lücke kann mit dem laufenden sogenannten Erstorientierungskurs für geflüchtete Ukrainer durch die Kooperation der Evangelischen Familienbildungsstätte (FBS) und der VHS Werra-Meißner geschlossen werden.

„Gemeinsam konnten wir ein Kursangebot auf den Weg bringen, bei dem die Teilnehmer in Ruhe und in angenehmer Atmosphäre Deutsch lernen können und gleichzeitig ihre Kinder in guten Händen wissen“, erklären Gurdun Lang, Leiterin der FSB, und Regina Novak von der VHS.

„Das ist ein besonderes Angebot und entlastet die Teilnehmer sehr.“ Seit September vorigen Jahres läuft der Erstorientierungskurs schon. Unter der Leitung von Lehrerin Sabine Leitner werden die 14 Teilnehmer an das Leben in Deutschland gewöhnt. Insgesamt 20 Wochen dauert der Kurs, drei Mal pro Woche à fünf Stunden lernen die Teilnehmer hier die deutsche Sprache, aber auch praktische Inhalte wie Landeskunde, Einkäufe auf dem Markt oder bürokratische Fragen werden hier behandelt.

Eschwege: Integration für Eltern und Kinder

Die Zusammensetzung ist bunt gemischt, die Teilnehmer kommen aus unterschiedlichen Orten der Ukraine, haben verschiedene Lebensläufe, „doch sie alle sind mit viel Engagement und Lernbereitschaft bei der Sache“, freut sich die Kursleiterin.

„Ich will die deutsche Sprache besser verstehen“: Yulianna Kylymnychenko hat zwei Kinder.
„Ich will die deutsche Sprache besser verstehen“: Yulianna Kylymnychenko hat zwei Kinder. © Privat

Eine junge Mutter bringt regelmäßig ihre einjährige Tochter Kira mit in den Unterricht, während die fünfjährige Luna nebenan beteut wird. „Ich bin seit März 2022 in Eschwege und möchte die deutsche Sprache besser sprechen und verstehen“, so die aus Lwiw stammende Yulianna Kylymnychenko.

Ihr Kind stört die anderen Teilnehmer nicht, im Gegenteil. „Oft entwickeln sich daraus sehr interessante Gespräche, etwa die Unterschiede beim Thema Kindererziehung in Deutschland und der Ukraine“, so Leitner. Auch der 34-jährige Bohdan Vorobiov, ursprünglich aus Sumy, kommt gerne zum Kurs und schätzt das gute Miteinander. Seine Frau sei Tierärztin und habe schon eine Anstellung in einer Praxis in Weidenhausen bekommen. Er selbst sei Friseur und würde auch gerne in Deutschland arbeiten. Der Erstorientierungskurs sei dafür ein guter Anfang. Der Kurs wird aus Mitteln des Bundes gefördert, die Kinderbetreuung der FBS von der Aktion Mensch finanziert. „Wir freuen uns sehr, dass wir die Teilnehmer gut begleiten können“, so Gudrun Lang. „Unsere Räumlichkeiten sind ideal dafür.“

„Im Werra-Meißner-Kreis haben wir, gemeinsam mit den unterschiedlichen Trägern, ein tolles Unterstützungsangebot mit einer offenen Willkommenskultur geschaffen, die oft über das eigentliche Maß hinausgeht“, ergänzt Regina Novak. „Dieses ist nur ein Beispiel gelebter Integration.“ (Maren Schimowiak)

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