Freunde treffen aufeinander

30 Jahre nach Bankraub: Neuseeländischer Ermittler kommt nach Eschwege

Erinnerten sich an den spektakulären Fall von 1988: (von links) der heutige Polizeidirektor Rainer Neusüß, Manfred Feist (Polizei Frankfurt), Karl Montag (Kripo Eschwege), Patrick Handcock und Thomas Lückert (Kripo Eschwege).

30 Jahre nach dem spektakulären Bankraub von Hessisch Lichtenau sind die Ermittler in der Polizeidirektion Werra-Meißner in Eschwege wieder zusammengekommen.

Mit dabei war auch der neuseeländische Ermittler Patrick Handcock, der den ehemaligen Bankangestellten am Flughafen in Auckland festgenommen und zurück nach Deutschland überführt hat. Zur Erinnerung: Der Hauptkassierer der Volksbank in Hessisch Lichtenau hatte sich im November 1988 mit 750 000 D-Mark Bargeld und zahlreichen Wertpapieren, Schecks und Devisen aus dem Staub gemacht. Zu Schaden gekommen ist bei dem Kapitalverbrechen niemand. An einem Wochenende hatte der damals 34-jährige Kassierer den Tresor der Bank leer geräumt. Mit Verzögerung wurde gefahndet. 

Flucht endet nach fünf Tagen

Über Zürich und Hongkong hatte sich der Mann nach Neuseeland abgesetzt. Aber schon am Flughafen in Auckland war seine Flucht fünf Tage später beendet. Dem Zoll war aufgefallen, dass der Mann mit zwei Pässen und 150.000 D-Mark Bargeld reiste. Interpol organisierten die Auslieferung des Mannes. Drei Wochen später war er zurück in Deutschland. Seine freiwillige Rückkehr begleitete Detectiv Sergeant Patrick Handcock. Handcock, heute 62 Jahre alt, ist genauso wie seine damaligen Eschweger Kollegen Karl Montag und Thomas Lückert, im Ruhestand. 

Mit Thomas Lückert hatte sich in den vergangenen 30 Jahren eine gute Freundschaft entwickelt. Beide besuchten sich auch nach der Lösung des Falls regelmäßig gegenseitig. Zur Wiedervereinigung der Kollegen von Damals hatte Handcock eine Präsentation seiner Aufgaben als Polizist in Neuseeland mitgebracht. Er arbeitete zuletzt als Entwicklungsberater der neuseeländischen Polizei. Die Wanfriederin Annegret Arndt übersetze den Vortrag. Der damals 32-jährige neuseeländische Polizist unterstützte die Beamten in Eschwege bei der Aufklärung des Falles. Ein Großteil des Geldes ist wieder aufgetaucht. 

Am Ende fehlten wohl nur wenige Tausend Mark. Im Prozess vor dem Landgericht Kassel wurde der heute 64-Jährige zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Handcock fühlte sich sehr geehrt, noch einmal nach Deutschland zurückzukehren und die alte Freundschaft zu erneuern. Er freute sich, diesen besonders schönen Teil von Deutschland noch einmal zu besuchen.

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