Band darf nicht im Baumkreis auftreten

Jazzclub bedauert Verbot des Konzerts: Stadt Eschwege hatte abgesagt

So oder ähnlich hätte es nach Idee des Jazzclubs werden sollen: Wie beim Konzert von Kilian & Böcker wollte der Verein am Johannisfestsamstag Jazz anbieten. Die Stadt hatte grundsätzlich alle Veranstaltungen im öffentlichen Rum abgesagt, weil sie Menschenansammlungen befürchteten. Archiv
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So oder ähnlich hätte es nach Idee des Jazzclubs werden sollen: Wie beim Konzert von Kilian & Böcker wollte der Verein am Johannisfestsamstag Jazz anbieten. Die Stadt hatte grundsätzlich alle Veranstaltungen im öffentlichen Rum abgesagt, weil sie Menschenansammlungen befürchteten. Archiv

Die Jazzband United Brass&RockEnsemble durfte nicht im Baumkreis in Eschwege auftreten. Die Stadt Eschwege untersagte das Konzert grundsätzlich.

Eschwege – Großes Bedauern beim Jazzclub Eschwege: Der Verein ist irritiert darüber, dass die Stadt Eschwege ein Konzert mit der osthessischen Jazzband United Brass&RockEnsemble im Baumkreis auf dem Werdchen am Samstag untersagt hat. Der Auftritt sollte im Rahmen des von der Hessischen Landesregierung geförderten Programms „Sommer auf dem Werdchen – Ins Freie“ stattfinden, wie der Sprecher des Jazzclubs, Gerhard Marquardt, gegenüber unserer Zeitung berichtet.

Der Vertrag mit der Band sei bereits im April geschlossen worden. Somit seien Verbindlichkeiten entstanden, die nun beglichen werden müssen. Die Absage der Stadt Eschwege sei kurzfristig erfolgt. Gleich zweimal bekam der Jazzclub eine Abfuhr, wie Marquardt berichtet. Zunächst, weil an diesem Termin das abgesagte Johannisfest hätte stattfinden können. „Zum Johannisfest ist das Werdchen ein Platz für Alle. Damit es nicht ein Platz für Einige wird, erteile ich in diesem Zeitraum keine Freigabe/Überlassung des Werdchens für Veranstaltungen jeglicher Art“ heißt es in dem ersten Schreiben vom 15. Juni. Der Jazzclub erhob Einspruch. In einem zweiten Schreiben hieß es, dass ein Antrag auf Überlassung des Baumkreises von der Initiative für den „Sommer auf dem Werdchen“ nicht gestellt wurde beziehungsweise vom Jazzclub zu spät gestellt worden sei. Der Jazzclub sieht hier eine Ungleichbehandlung: „Der Freiluft-Gottesdienst des Kirchenkreises Werra-Meißner fand im Baumkreis des Werdchens unter coronakonformen Bedingungen statt, ohne dass eine Überlassungsgenehmigung seitens der Kreisstadt Eschwege vorhanden war“, sagt Marquardt.

Bürgermeister Alexander Heppe weist in den Briefen an den Arbeitskreis Open Flair und an den Jazzclub darauf hin, dass in der Zeit des Johannisfestes auf dem Werdchen überhaupt keine Veranstaltungen „mit Johannisfestcharakter oder Anklängen“ stattfinden sollen. Über Wochen habe die Stadt die Ansprechpartner der Initiative „Ins Freie“ darauf hingewiesen, dass zum Zeitpunkt des Johannisfestes keine Pläne für Veranstaltungen auf dem Werdchen gemacht werden sollen und widerspricht damit der kurzfristigen Absage. Das Schreiben Mitte Juni sei lediglich eine „nochmalige Kenntnisnahme“ gewesen.

Der Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Eschwege, Patrick Reiß, weist darauf hin, dass in den Wochen vor dem Fest diverse Anträge für Veranstaltungen im öffentlichen Raum eingegangen seien. „Nach Erörterung aller Anträge sind wir zu dem Entschluss gekommen, keine Veranstaltungen im öffentlichen Raum zu genehmigen “, schreibt Reiß an den Jazzclub. Einer Regressforderung des Jazzclubs für bereits entstandene Kosten erteilen sowohl Reiß als auch Heppe eine Absage. „Es gab keine mündliche oder schriftliche Zusage zur Überlassung des Werdchens.

Von Tobias Stück

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